Vermieter möchte Kaution und Schadensersatz nicht zahlen

  • Hallo Zusammen,


    im Jahr 2019 bin ich in eine Wohnung eingezogen, die zuvor 10 Jahre von der Vormieterin bewohnt wurde.
    Die Wohnung wurde nicht renoviert und mit Strom beheizt (Fußbodenheizung / Nachspeicher).

    Damals waren die Stromkosten noch relativ gering und die Vormieterin hat mir gezeigt, dass sie mit einem Abschlag von 80 Euro / mtl. gut zurecht kommt.

    Jedoch hat sich schnell herausgestellt, dass etwas mit der Heizung nicht stimmt.
    Obwohl ich alle Thermostate auf 0°C gestellt habe, konnte ich einen Verbrauch von etwa 300 Euro /mtl. berechnen (Später stellte sich heraus, dass im Sicherungkasten, der übrigens nicht beschriftet war, eine Sicherung eine Fußbodenheizung aktivierte, die dann ohne große Wirkung heizt und viel Strom verbraucht).

    Aus dem Grunde habe ich den Vermieter geben, mir ggf. einmal die Einstellungen der Heizung zu erklären, da wie beschrieben keine Beschriftungen auf den Sicherungen vorhanden waren und es viele Einstellmöglichkeiten gab).
    Dieser hat mir jedoch nur die Telefonnummer der Vormieterin gegeben und einen Amazon-Link zu einem Heizlüfter geschickt, damit ich damit heizen soll, wenn mir die Heizung zu teuer sei. Des weiteren hat er mir empfohlen doch einfach nach dem Verlassen immer alle Sicherungen zu deaktivieren.

    Außerdem hat er mich darauf hingewiesen, dass ich den Verbrauch wohl falsch berechnen würde und sich der Verbrauch übers Jahr weg mitteln würde.
    Dies war leider nicht so, so dass ich ab Februar lieber gefroren und so gut wie gar nicht mehr heizte.

    Währenddessen ist auch der Durchlauferhitzer in der Küche kaputt gegangen und die gesamte Küche überflutet worden.
    Dabei sind alle Schränke aufgequollen und die Türen ließen sich nicht mehr schließen.
    Der Vermieter meinte es sei meine Schuld gewesen, da ich im Urlaub gewesen bin und deshalb die Dichtungen ausgetrocknet seien.

    Deshalb solle ich mich um die Reparatur der Küche kümmern, mit der Versicherung sprechen usw. Obwohl es seine Küche war, die ich mit gemietet habe.
    Bis zu meinem Auszug zwei Jahre später wurde die Küche jedenfalls nicht repariert.

    Den darauffolgenden Sommer habe ich einigermaßen ertragen können, jedoch gab es im darauffolgenden Winter einen totalen Stromausfall.
    Ich konnte also weder warm Duschen, noch hatte ich Licht in der Wohnung.

    Nachdem ich den Vermieter informierte, meinte er ich würde es mir nur ausdenken und es gar keinen Stromausfall gäbe.
    Ich habe ihm dann eine Frist von einem Tag gesetzt, um einen Elektriker vorbeizuschicken.

    Daraufhin hat der Vermieter bis zum Auszug nicht ein einziges mal mehr mit mir gesprochen.
    Ich habe dann bei einer Freundin für einen Monat gelebt und weiterhin versucht den Vermieter zu kontaktieren, da ich wusste, dass ich auf den Kosten des Elektrikers sitzen bleiben würde.
    Nach einem Monat habe ich dann doch auf eigene Kosten einen Elektriker beauftragt.

    Dieser hat festgestellt, dass es irgendwo einen Körperschluss gab und der Ausfall nicht von mir verschuldet war, zudem hat er Festgestellt, dass die Elektrik vollkommen veraltet war und nicht mehr zeitgemäß ist.
    Ab diesem Zeitpunkt konnte ich über das darauffolgende Jahr den Kühlschrank nicht mehr benutzen, weil der Strom jedes mal wenn ich nach Hause kam abgeschaltet war, da es scheinbar noch einen anderen Fehler in der Elektrik gab.
    Der Vermieter hat aber weiterhin auf keine meiner Anfragen reagiert (Bis heute übrigens und ich bin schon seit über einem Jahr ausgezogen).

    Zwar hat der Mieterschutzverein dem Vermieter schon am Anfang geschrieben, auf deren Briefe hat er aber auch nicht reagiert. Auch nicht auf die Briefe von deren Anwalt.
    Dieser hat mir jedoch empfohlen die Mieten nur noch unter Vorbehalt zu zahlen und nicht einzubehalten.

    Das habe ich dann getan, aber die Miete weiterhin bezahlt.
    Nach meinem Auszug hat der Vermieter ebenfalls meine Kaution einbehalten und weiterhin auf keine meiner Briefe, Mails etc. reagiert.
    Deshalb habe ich wieder einen anderen Anwalt eingeschaltet.

    Dieser hat mir mitgeteilt, dass alle meine Ansprüche schon längst nicht mehr einholbar seien, da diese nach 6 Monaten verjähren...
    Jetzt bin ich natürlich extrem enttäuscht, da ich einen reisen Ärger hatte, schon ein Jahr ausgezogen bin und immer noch keine Kaution zurück bekommen habe.
    Im Nachhinein hätte ich vermutlich doch einfach Miete einbehalten sollen, statt diese weiterhin unter Vorbehalt zu bezahlen.

    Ich hätte nie gedacht, dass man als Vermieter sich einfach 2 Jahre nicht melden kann und dann auch noch Recht bekommt .
    Weiß Jemand wie ich mich hätte verhalten sollen, damit meine Ansprüche, falls ich überhaupt welche hatte, nicht verjähren?

    Bzw. was ich hätte machen können, wenn der Vermieter einfach nicht mehr antwortet?
    Die Schlüsselübergabe etc. hat er übrigens den Marker machen lassen, da er die Wohnung nach meinem Auszug sofort verkaufte.

    Er hatte mir auch kurz nach meiner ersten Beschwerde gesagt: "Die Vormieterin hat sich in 10 Jahre nicht einmal beschwert, wenn Ihnen die Wohnung nicht gefällt ziehen sie aus, da draußen lecken sich schon 100 andere die Finger, um die Wohnung zu kaufen" ....




  • Dieser hat mir mitgeteilt, dass alle meine Ansprüche schon längst nicht mehr einholbar seien, da diese nach 6 Monaten verjähren...

    Diese Aussage ist falsch. Aus Sicht eines Mieters verjährt lediglich das Recht zur Wegnahme von Einrichtungen und der Ersatz von Aufwendungen. Siehe §548 Abs. 2 BGB. Aufwendungen sind beispielsweise die Kosten der Ersatzvornahme bei einem Mangel, nicht aber die Kaution oder Rückforderung von Miete. Letzteres hat eine Verjährung von 3 Jahren.

    Bzw. was ich hätte machen können, wenn der Vermieter einfach nicht mehr antwortet?

    Die Antwort darauf hast du quasi schon selber gegeben. Die Miete nicht länger unter Vorbehalt zahlen, sondern nur noch die geminderte Miete. Außerdem überlegen, ob man eine Ersatzvornahme macht, also die Sachen selber reparieren lassen und die Kosten vom Vermieter erstattet verlangen.