Rauchen in der Mietswohnung

  • Ich bin 19 Jahre alt, Student und habe eine Wohnung gemietet (als Untermieter) für ein Semester (bis März 2023).


    Ich habe einen Untermietsvertrag, der das Rauchen gar nicht anspricht. In der Mieterselbstauskunft hatte ich Nichtraucher angegeben, da ich eigentlich vor dem Studium aufhören wollte. (Das absolute Rauchverbot habe ich aber nicht bejaht, da ich ich Freunden und Familie, das Rauchen auf der Terrasse nicht verbieten möchte.


    Darüber hinaus habe ich durch einen vom Vermiteter diktierten Satz die Hausordnung anerkannt. Diese habe ich aber nicht gesehen und auch nicht auf Nachfrage ausgehändigt bekommen. (Wie bindent ist so eine Hausordnung?)


    Da ich nun gelegentlicher Gesellschaftsraucher bin, hatte ich mich am ersten Tag mit einem Kollegen auf meine Dachterrasse gesetzt und dort eine Zigarette geraucht.


    Kurz darauf klingelt der Vermieter, bittet sich selbst in die Wohnung und fängt an mit „wir haben ein RIESEN Problem!“

    Da ich 19 bin und unerfahren in Sachen Recht, habe ich mich zusammen stauchen lassen und mich entschuldigt.


    Ich habe mich Durch Internetrecherche soweit informiert, dass ein Vermieter mich nicht vorzuschreiben hat, ob ich auf der Terrasse gelegentlich rauche oder nicht.

    In der Wohnung selbst rauche ich in eigenem Interesse nicht, im Treppenhaus, Keller und co. ist das auch aus Rücksicht selbstverständlich für mich.


    Mein Mietvertrag mit dem Hauptmieter spricht das Thema Rauchen nicht an. Insbesondere Ärger ich mich darüber, dass ich eine nicht Gesehene Hausordnung anerkannt habe. Darf mir so eine Hausordnung überhaupt das Rauchen in der Mietwohnung verbieten? Wie sollte ich am besten das Gespräch suchen ?


    Ich Ärger mich drüber, dass ich so klein bei gegeben hab. Der Vermieter erwähnte mehrmals „riesiges Problem“ sowie „Auflösung des Mietverhältnisses“.

    Linguistisch war der Vermieter höchst Professionell und übertraf mich als recht cleveres Kerlchen um Längen.


    Nun zu meiner Frage: was gilt? Er drohte mit „Streit“ wobei es mir insbesondere aufgrund der kurzen Dauer sehr egal sein kann.

    Was erwartet mich bei Zuwiderhandlung?

    Hatte jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, wie ist es bei euch ausgegangen? Soll ich mir professionelle Hilfe holen?


    Ich weiß, rauchen ist doof und stört evtl andere Mieter, aufgrund der Dachterasse und der höchst geringen Menge an Zigaretten halte ich allerdings diese Störung für gering.


    Will mir der Vermieter nur Angst machen und mich einschüchtern, oder ist der wie er behauptet im Recht und ich ziehe mich im Zukunft zum Gelegentlichen (nichtmal 1x Täglich) rauchen auf die Straße vorm Haus zurück?


    Besten Dank!

  • Grundsätzlich kann der Vermieter das Rauchen in der Wohnung, bzw. der dazugehörigen Terrasse nicht untersagen, erst recht nicht, wenn es sich um eine sehr geringe Anzahl von Zigaretten handelt.

    Hier ist die Rechtsprechung eigentlich eindeutig, da es sich um einen vertragsgemäßen Gebrauch der Mietsache handelt.

    Theoretisch kann man ein Verbot über eine Individualvereinbarung wirksam vereinbaren, aber auch das ist hier nicht der Fall. Ein Verbot über eine Hausordnung ist nicht zulässig.


    Grundsätzlich kann Dir wenig passieren, allerdings schreibst Du ja selbst, dass du nicht mal 1x täglich rauchen gehst. Da kann man sich überlegen, ob man dem Stress aus dem Weg geht (oder gleicht aufhört).

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Vielen lieben Dank für die Antwort!


    Dem Stress aus dem Weg zu gehen hatte ich auch überlegt, aber ich bin noch jung und da passt es mir nicht wenn der Vermieter mich wie ein Kind auf Klassenfahrt behandelt, so nach dem Motto „ich kann dich jederzeit nach Hause schicken“.


    Da ich ja wie gesagt kaum rauche, will ich auch nicht aufpassen wo ich das tu, sondern wenn ich Lust hab auf der Terrasse, dann ist das so.

    Aber vielen Dank für die Ermutigenden Worte!