Fristlose Kündigung einer Mietwohnung - Kein Schlüssel und Baustellen

  • Hallo,


    ich befinde mich momentan im Zuge eine gemietete Wohnung zu kündigen, die Frage die ich habe ist nun ob überhaupt eine Mietung zustanden gekommen ist:

    der Mietvertrag wurde zwar unterzeichnet (ohne Übergabeprotokoll, das meine Vermieterin bei Nachfrage ignoriert hat), aber einen Schlüßel habe ich nicht erhalten. Das "besondere" an dieser Wohnung ist aber das man keinen Schlüßel benötigt um zu meiner Wohnung zu gelangen: Haustüre ist 24/7 auf, einen Schlüßel gibt es nicht die ist einfach auf, und meine Wohnungstüre, aka eine Zimmertüre mit Bartschlüßel in einem derartigen Zustand das man sie so schon kaum zubekommt, hat ein derart altes Schloß das ich mich wenn ich sie absperre selber ein/aussperre und sie erst Minuten später unter Kraftaufwendung wieder aufbekomme. Das Schloß war bei einer kurzen Begutachtung meinerseits noch nicht vorhanden da es auch keine Tür gab, ich bin leider davon ausgegangen das ich dann ein richtiges Schloß erhalten würde, da sich die Wohnung zu dem Zeitpunkt noch im Umbau befand. Inzwischen habe ich erfahren das sie eine alte Zimmertür eingesetzt haben.


    Nach meinen Recherchen muss eine Wohnungstür anderen Standards gerecht werden als eine Zimmertür, und abschließbar sein was bei mir nicht wirklich gegeben ist, ebenso wie die Haustüre zwischen 22 Uhr und 6 Uhr geschloßen gehört (hierzu habe ich widersprüchliche Antworten gefunden, daher weiß ich leider nicht genau wie es damit aussieht?(), was ebenfalls nicht der Fall ist: ich gehe seit ich dort eingezogen bin (vor knapp zwanzig Tagen) vor sechs Uhr aus dem Haus und die war noch nie geschloßen, die kann man einfach aufmachen.


    Meine Frage nun: rechtfertigt das eine fristlose Kündigung? Wie "offiziell" sind die mündliche Absprachen, bringen die überhaupt was? Ich bin mir sicher das ich aus anderen Gründen (Brandschutz, siehe unten) auch eine fristlose Kündigung erwirken kann, würde aber gerne andere Meinungen dazu hören, da ich mit diesem Thema keinerlei Erfahrung habe!


    Der Vollständigkeit halber etwas zur allgemeinen Situation in der Wohnung: es ist ein Altbau, Jahrgang 1889 bestehend aus voneinander getrennten Wohnungen die man über verschiedene Haustüren erreicht, ich wohne über der Vermieterin und deren Mutter. Ich habe die Wohnung vor Monaten kurz gesehen, aber damals war noch keine Tür eingebaut, andere Mängel waren vorhanden, diese wurden mir zugesichert würden bis zu meinem Einzug behoben sein, was sie aber nicht sind: freiliegende Kabel, dreckiger Boden, Löcher in den Wänden und eine Küche wurden besprochen (nicht gebaut, steht in ihrem Mietvertrag aber in meinem nicht, ich solle mich da jetzt selber drum kümmern), es hieß es werden nur noch "Schönheitsreparaturen" gemacht werden, ein Rauchmelder liegt noch eingepackt auf der Fensterbank. Es steht Gerümpel im engen Hausgang, alte Klamotten und Möbel sind vor meiner "Wohnungs"tür, die Treppe verfügt über kein Geländer und es liegen noch Baumaterialien herum, die alten Sachen der Vermieter sind teilweise noch in den Räumen in denen ich wohne. Eine Klingel und Briefkasten habe ich erst nach Nachfragen erhalten, die Klingel wurde mit Klebeband bei den anderen Klingelschildern befestigt.



    Mit freundlichen Grüßen


    Falls dieser Post falsch geschrieben sein sollte, bitte ich um eine entsprechende Nachricht und ich änder das natürlich! :)

  • Du hast es hier mit einem sehr alten Altbau zu tun. Da muss man baujahrbedingt durchaus einige Abstriche machen in der Bauweise und dem Komfort. Dementsprechend fällt ein Teil der Dinge, die dich stören, aus der Betrachtung raus.


    Bei einem anderen Teil der Dinge kommt es darauf an, was bei Vertragsschluss oder spätestens zur Übergabe vereinbart wurde. Das muss man direkt sagen, was man vom Vermieter erwartet, andernfalls hat man gewisse Dinge akzeptiert wie sie sind. Das hast du offenbar leider versäumt.


    Bleibt im Wesentlichen die nicht verschließbare Tür übrig. Das ist durchaus ein berechtigter Streitpunkt, dürfte aber vermutlich nicht ausreichen für eine fristlose Kündigung gemäß §543 Abs. 2 Nr. 1 BGB. Ich denke, es handelt sich nur um einen Mangel, auf dessen Beseitigung man drängen kann. Aber aufgrund deiner Schilderung nehme ich an, dass du dir lieber eine andere Wohnung suchst und die 3 Monate Kündigungsfrist in Kauf nimmst.

  • Hallo, danke für die Antwort.


    Mir war bewusst das ich bei einem derartigen Altbau nicht eine Top Qualität erwarten kann, aber ja das ist teils meine Schuld, da hätte ich viel klarer sein müssen. Aber zumindest besenrein hatte ich doch erwartet, und das zumindest einmal das Klo geputzt wurde und ich nicht deren Dreck noch habe... Ich bin da zu naiv rangegangen und habe der Vermieterin vertraut und jetzt hab ich den Salat.


    Eine Mängelliste habe ich mal erstellt, die war allerdings unvollständig weil sie mir dann spontan gesagt hat der Handwerker komme an dem Tag, und viele der Punkte darauf wurden nicht gemacht. Glaub über WhatsApp ist das eh so eine Sache mit den gesetzlichen Voraussetzungen.


    Ja, eine neue Wohnung habe ich bereits, ziehe dort zum 1.11 ein, und wenn das mit der fristlosen Kündigung nicht klappt, kann ich es mir Gott sei Dank leisten ein paar Monate doppelt Miete zu zahlen, eine Mietminderung haben wir zuvor zwar mündlich vereinbart aber noch nicht schriftlich festgehalten, wette die gilt damit auch nicht. Naja, gelernt fürs nächste Mal!