Nebenkostenabrechnung erhalten und hohe Nachzahlung

  • Hallo,

    also ich zahle in meiner Wohnung insgesamt 435 Euro Warmmiete auf 49 qm Dachgeschosswohnung. Kaltmiete sind 240 Euro. Habe für 2021 die Betriebskostenabrechnung bekommen und muss 500 Euro nachzahlen. (was definitiv unerklärlich ist, da ich kein einziges Mal meine Heizung auf 5 hatte, da ich generell sehr schwitze. Auch wasche ich nicht soviel Wäsche, weil dies meine Eltern mit machen, da sie ein Haus haben und auch viel mehr Platz.


    Aber das beste kommt jetzt. 500 Euro für 2021 nachzahlen. Und eine Anpassung der Nebenkosten mit Begründung: da ihnen sicher aus den Medien die steigenden Gaspreise bekannt sind, fühlen wir uns gezwungen, um zukünftige hohen Nachzahlungen für Sie aus dem Weg zu gehen, die Mietnebenkosten anzupassen. Ihr bisheriger Mietpreis warm: 435 Euro, ihre neue Miete ab 1.12.2022: 625 Euro.


    Ich bin sprachlos und könnte heulen

  • Schwer zu sagen. Du kannst letztendlich nur mal die Abrechnung und die entsprechenden Einzelposten durchgehen und prüfen, welche Kosten dort extrem hoch sind.

    Kommst Du da auf keinen Nenner, dann wende dich an einen Mieterverein o.ä. die das für dich prüfen.


    Zum Thema Anpassung: Der Vermieter darf die monatlichen Vorauszahlungen um 1/12 des Nachzahlungsbetrags anpassen. Das wären bei Dir ca. 42€ monatlich.

    Er geht bei Dir aber um ca. 200 € hoch, weil eben die Gaspreise massiv gestiegen sind.

    Du kannst nur prüfen, ob Du den Betrag stemmen kannst. Wenn nicht, würde ich mit dem Vermieter sprechen, damit man sich irgendwo in der Mitte trifft.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Aber ich finde es übertrieben. Ich denke so hoch sind selbst die erhöhten Gaspreise nicht.


    Und stemmen kann ich das definitiv auch nicht.


    Ich fühle mich irgendwie komplett ausgeliefert. Und angesichts mancher Dinge zwecks Finanzierung von Kriegen ist es nicht richtig was mit uns hier gemacht wird.


    Da wird einem doch das ganze Leben vermiest.

  • Hallo!


    Ich denke so hoch sind selbst die erhöhten Gaspreise nicht.


    Leider doch, im November hält sich die Gaspreis in Deutschland bislang bei

    über 20 Cent pro kWh. In den vergangenen Tagen verharrte der Preis dabei

    sogar auf konstant 20,5 Cent pro Kilowattstunde. Gaspreischeck und Entwicklung

    Es gibt Energiehilfen für Bürger, wenn sie ihre Energie nicht bezahlen können.



    Gruß

  • Aber ich finde es übertrieben. Ich denke so hoch sind selbst die erhöhten Gaspreise nicht.

    Die Gaspreise haben sich teilweise vervierfacht, also doch. Letztendlich sind es ja auch Vorauszahlungen, d.h. wenn Du zu viel gezahlt hast, bekommst Du am Ende wieder was zurück.

    Der Vermieter hat davon nichts.


    Als kleines Rechenbeispiel: Ein Singlehaushalt verbraucht ca. 6.000 kWh Gas pro Jahr.

    Vor einem Jahr lagen die Kosten durchschnittlich bei ca. 0,10 €/kWh, also bei 600 € im Jahr. Aktuell liegen die Preise bei durchschnittlich ca. 0,40 €/kWh (Im November sind die wieder auf ca. 0,20 € runtergegangen), also bei 2.400 €.

    Das macht also für dich Mehrkosten von ca. 1.800 € pro Jahr, allein durch das Gas.

    Unter Berücksichtigung deiner aktuellen Nachzahlung von 500 € und der allgemeinen Teuerungsraten (Strom!), ist die monatliche Anpassung von 200 € pro Monat nicht so abwegig.


    Du kannst ja bei deinem Anbieter schauen, wie hoch die Preise momentan sind.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Leider haben sich die Gaspreise wirklich so drastisch entwickelt. Wir haben aktuell noch einen Vertrag mit 5 ct/kWh, das war in 2021 noch problemlos abzuschließen. Mehr als 7 ct/kWh haben wir in den letzten Jahren nie bezahlt. Noch haben wir die Erhöhung zu Januar nicht bekommen, aber unser aktueller Versorger ruft bei Neukunden 34 ct/kWh auf. Selbst wenn es "nur" 25 ct/kWh für Bestandskunden werden, würden sich bisher 50 € Heizkosten auf 250 € erhöhen. Wenn du also in einer durchschnittlich isolierten DG-Wohnung mit 50 m² wohnst, halte ich die Erhöhung um 200 € bei einer Gasheizung (unter Berücksichtigung, dass die 500 € jetzt korrekt sind) für absolut realistisch. So hart das ist. Und Fakt ist auch, dass es nicht nur bei Preissteigerungen beim Gas bleiben wird. Die Strompreise ziehen auch gerade gut an, die ersten größeren lokalen Energieversorger gehen Richtung 60/70/80ct/kWh ab Januar. Heizungsstrom, ggf. Aufzug, Beleuchtung... wird auch erheblich teurer werden. Auch die Dienstleister müssen die erhöhten Spritkosten für die Anfahrt berücksichtigen und werden nach und nach die Preise anpassen müssen.


    Rein rechtlich kann der Vermieter nach bisheriger Rechtslage und -sprechung nicht um 200 € erhöhen, aber eine solche Situation hatten wir bisher auch noch nicht, in dem Sinne dass es jetzt schon absehbar ist, dass die Vorauszahlungen bei weitem nicht ausreichen werden, selbst wenn die Leute versuchen, einzusparen. Du hast nichts davon, wenn du auf die 42 € beharrst und dann 2000 € auf einmal nachzahlen musst. Es ist natürlich deine Entscheidung, ob du das Geld lieber behältst und selbst zurücklegst, aber letzteres würde ich auf jeden Fall tun, wenn du nicht mit der erhöhten Vorauszahlung einverstanden bist.


    Auf die sozialen Hilfen hat Grace schon verwiesen. Noch ist der Winter nicht richtig da und man kann sich zu Hilfen beraten lassen, ggf. auch zu richtigem Heiz- und Lüftverhalten und wie man wirklich effektiv Energie einsparen kann.