Ehemahliger Vermieter macht zu spät Schlussabrechnung und behält Kaution

  • Hallo zusammen,
    Einiges konnte ich durch Internet-Recherche bereits ermitteln. Allerdings bin ich mir in manchen Punkten nicht sicher und möchte daher nochmal ganz unbefangen bei den ExpertInnen fragen.

    Mein ehemaliger Vermieter schreibt nach 1-Jahr, 5-Monaten eine "Schlussabrechnung" mit einer Erklärung warum die 700€ Kaution noch einbehält, mit den Folgenden Kostenpunkten:

    • 50% der Maler-Kosten: 465€
    • Putz- & Reinigungsmittel: 35€
    • Putzkraft 6,5h: 169€
    • Nachzahlung Nebenkosten: 105€

    Macht insg. 774€, also eine Nachzahlung von 74€.
    Ich muss gestehen ich hatte die Kaution total aus den Augen verloren und ehrlicher Weise einfach damit gerechnet, dass diese sicherlich auf dem Ursprungs-Konto zurück ist, da ich während meiner Studi-Zeit ein sehr unkompliziertes Mietverhältnis hatte.

    Mein Mietvertrag besagt dazu:


    Zitat von Mietvertrag: Zustand, evtl. Renovierungsbedürftigkeit der Mietsache

    Die Mietsache wird in sauberem Zustand übergeben. Nach dem Mietzeit-Ende muss die Mietsache in renoviertem Zustand übergeben werden. Die Renovierung und Endreinigung wird in Absprache mit dem Mieter abgestimmt u. bauseits durchgeführt. Evtl. anfallende Entkalkungs- und Reinigungskosten trägt der Vermieter.


    Meine Recherche Ergebnis:


    - NK-Abrechnung erfolgte nicht innerhalb eines Jahres und ist daher ungültig

    - Eine Kaution hat eine Rückzahlungsfrist von 3-6 Monaten

    - In dieser Zeit wurden keine weiteren Mängel gültig gemacht.- Vor dem Streichen muss eine Rücksprache gehalten werden(wie selbst in seinem Vertrag erwähnt). Der Mieter muss die Chance haben etwaige Mängel selbst auszubessern bzw. einen eigenen Fachbetrieb zu konsultieren.


    Das Streichen hatte ich Ihm persönlich angeboten, wurde aber vom Vermieter abgelehnt, da es dieser "professionell"/"bauseits" durchführen lassen wolle.

    Bei der Reinigung bin ich mir nicht sicher, da eine Endreinigung nicht bis nur bedingt notwendig, da ich die Wohnung in sauberem Zustand verlassen habe. Die komplette Reinigung von mir tragen zu lassen ist fast schon absurd, wobei die Nachmieterin bei Schlüsselübergabe noch gefragt hat "was hier den geputzt werden müsse, da es so sauber sei"


    Entschuldigt den langen Beitrag -
    Vielen dank für's Lesen und mitdenken <3:!:

    • Sind meine bisherigen Annahmen korrekt?
    • Ist die Klausel, so wie im Mietvertrag angegeben zulässig?
    • Was ist bereits verjährt/ überhaupt zulässig?
      • Nebenkosten
      • Streichen (Renovierungskosten)
      • Evtl. Reinigungskosten

    Dabei sollte ich noch sagen, dass ich am 30.04.2021 ausgezogen bin wobei die betroffene Schlussabrechnung am 28.09.22 ankam.
    Lg!

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    • Offizieller Beitrag

    Es ist zulässig, im Mietvertrag eine Vereinbarung zur Endreinigung zu treffen. Jedoch muss in dieser Vereinbarung klar geregelt werden, was genau zu reinigen ist und wie gründlich. Und zweitens muss man als Mieter auch die Möglichkeit haben, die Reinigung selbst durchzuführen. Das fehlt in dem von dir eingebrachten Text, weshalb der Vermieter damit vermultich bei Gericht nicht durch kommen dürfte.


    Für die Renovierung ist es zunächst mal erforderlich, dass man als Mieter im Vertrag dazu wirksam(!) verpflichtet wurde. Dazu müsstest du im Vertrag nachlesen. Wenn ja, und man der Pflicht nicht nachgekommen ist, muss der Vermieter erst mal eine Frist setzen, in der man das nachholen muss, bevor er Geld verlangen kann.


    Die Nebenkostenabrechnung kann erst nach Ende des Abrechnungszeitraums erstellt werden. So können durchaus 1,5 bis 2 Jahre nach dem Auszug vergehen, bis diese fertig ist. Allerding musst du für eine Nachforderung erst mal die Abrechnung bekommen haben um sie prüfen zu können. Davon hast du nichts erwähnt.


    Die Verjährung zur Rückforderung der Kaution sind 3 Jahre. Du liegst also noch in der Zeit damit wenn ich mich nicht verrechnet habe.