Legionellenbefall durch Nichtbenutzung des Wasserhahns

  • Hallo

    Mieter benutzt aufgrund eines Defekts an seinem eigenen Wasserhahn über Jahre die Leitung nicht mehr .( Küche)

    Er hatte die Eckventile zugedreht und damit war das Thema -tropfender Wasserhahn für ihn vom Tisch .

    Er hatte nicht über Legionellen nachgedacht in der Zeit .


    Meine Fragen dazu .

    Sollte der Vermieter beweisen können durch eine Legionellenprüfung ,das nur seine Leitungen betroffen sind und er dadurch Maßnahmen ergreifen muss wie zb . Handwerker holen ,durchspülen ,kosten der Prüfungen usw.

    Kann man dann den Mieter haftbar machen ?

    . Ist der Mieter Schadensersatzpflichtig ?

    . Hat der Mieter seine Ohutspflicht verletzt ?

    . Kann man den Fall so vergleichen wie mit dem Heizen ? Wenn Mieter nicht richtig Heizen und es sich Schimmel bildet und man dies auch beweisen kann ?


    Wie geht man jetzt in dem Fall vor ?

    Wie sieht ihr die Lage ?



    Mfg

  • Es gibt meines Wissens keine vertragliche Pflicht, die Wasserleitungen regelmäßig zu spülen.


    Kurz und knapp: Es ist bei einer Leitung, in welcher Wasser zirkuliert, praktisch unmöglich, den konkreten Verursacher herauszufinden. Es ist ja nicht ausgeschlossen, dass der Mieter darunter ebenso kein Wasser in der Küche abnimmt, bzw. vielleicht nur kaltes.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Es wäre die Erdgeschosswohnung gewesen . Und darüber wohnt noch jemand .Das wars dann allerdings .Also sollte man dies doch gut herausfinden bei Prüfungen welche Leitung genaustens betroffen sind .Die Chance steht sehr gut ,das es nur in der unteren Wohnung Probleme mit Legionellen gibt .Oder siehst du das nicht so ?


    Was sagt ihr den dazu ?

    Auch ein Mieter kann durchaus trinkwasser-hygienisch mit in die Pflicht zur Bestimmungsmäßigen Nutzung genommen werden . Als Nebenpflicht aus den Mietvertrag ergibt sich für Mieter die sogenannte Obhutspflicht .Danach ist der Mieter verpflichtet die Mietsache zu der regelmäßig auch die Trinkwasserinstallation gehört-sorgfältig und pfleglich zu behandeln .Er ist verpflichtet ,alles zu unterlassen ,was einen Schaden an der Mietsache verursachen könnte (zb. übermäßiges Wassersparen oder Nichtnutzung von Teilen der Trinkwasser-Installation ). Zudem hat der Mieter Vorkehrungen zu treffen ,um voraussehbare Schäden an der Mietsache zu verhindern (hierzu zählt Beispielsweise Frostschäden durch entsprechendes beheizen zu verhindern oder einem Schimmelbefall durch ausreichendes Lüften vorzubeugen oder mikrobiologisches Wachstum durch einen regelmäßigen Wasseraustausch zu verhindern ). Kann diese Aussage stimmen ? . Verletzt der Mieter seine Obhutspflicht wenn er über lange Zeit keine Wasserleitung benutzt ? Was meint ihr dazu ?

  • Also sollte man dies doch gut herausfinden bei Prüfungen welche Leitung genaustens betroffen sind

    Alles vom Grundsatz her richtig. Aber daran wird es scheitern, denn das ist nicht so eindeutig möglich heraus zu finden, wer oder was der Verursacher des Legionellenbefalls ist. Allenfalls kann das ein Gutachten ermitteln, jedoch kostet dies mehrere tausend Euro. Das macht man also nicht mal einfach so.

  • Ein Haus mit zwei Etagen? Bist Du denn überhaupt zur einer Trinkwasserbeprobung verpflichtet?


    .Die Chance steht sehr gut ,das es nur in der unteren Wohnung Probleme mit Legionellen gibt .

    Die Wahrscheinlichkeit, dass nur eine positive Trinkwasserprobe (also mit Befall) in einer Wohnung genommen wird, liegt praktisch bei null.


    Zum einen erfolgt die Probeentnahme immer am weitesten entfernten Punkt, also in der obersten Wohnungen, zum anderen zirkuliert das Warmwasser in den Leitungen. Selbst wenn die Ursache des Befalls also in der unteren Wohnung liegt, wandern die Legionellen gleichmäßig durch den gesamten Wasserkreislauf.

    Selbst einen Befall in den Armaturen wirst Du nicht feststellen können, weil die Armaturen vor der Probeentnahme abgeflammt werden und man dort auch für einige Sekunden das Wasser laufen lassen muss.


    Verletzt der Mieter seine Obhutspflicht wenn er über lange Zeit keine Wasserleitung benutzt ?

    Nach meiner persönlichen Einschätzung, die im E-Fall aber irrelevant ist: Nein. Nutze ich eine Wasserleitung über einen längeren Zeitraum überhaupt nicht, befindet sich darin auch kein stehendes Wasser und folglich kann sich auch kein Legionellenbefall bilden.


    Mal weg vom Rechtlichen: Bevor man Bemühungen anstellt und mit großem Aufwand die Ursache ermittelt, wäre es nicht einfacher, sich mit dem Mieter an einen Tisch zu setzen und ggfs. auch zu klären, ob man den Mieter bei einem Kauf einer Mischbatterie unterstützt?

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Wenn eine Wasserleitung nicht benutzt wird befindet sich natürlich dort stehendes Wasser . Das ist eine Grundvoraussetzung für Legionellen .

  • Wenn die Leitung durch das Eckventil abgedreht wird, befindet sich auf der Strecke zwischen Eckventil und Mischbatterie kein Wasser. Nur dahinter.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Ich meinte Wasserleitung wie oben beschrieben . Das der kleine Abschnitt zwischen Eckventil und Mischbatterie kein Wasser enthält ,das sollte klar sein . Das stellt auch kein Problem dar . Die nicht benutzte Leitung vom Wasserspeicher bis zum Eckventil ,da ist das Problem ;)

  • Hallo!


    Es wäre die Erdgeschosswohnung gewesen . Und darüber wohnt noch jemand .Das wars dann allerdings


    Zwei- oder Mehrfamilienhaus? Bitte Frage beantworten! Bei Mehrfamilienhaus

    sieht die Trinkwasserverordnung den Vermieter in der Pflicht.


    Gerne erneut ergänzende Informationen und Lesen empfohlen:


    Trink was - Gesundheitliche Aspekte der Trinkwasser-Installation - Informationen und Tipps für Mieter, Haus-und Wohnungseigentümer


    Trinkwasserverordnung (TrinkwV) - Gesetze im Internet


    Der Vermieter hat in Mehrfamilienhäusern sicherzustellen, dass das Trinkwasser

    in seinem Haus nicht kontaminiert wird. Die regelmäßige Überprüfung des

    Trinkwassers auf Legionellen ist Aufgabe des Vermieters.


    Gruß

  • Es ist schlicht nicht möglich, einen klaren Nachweis zu erbringen, dass die Legionellen sich durch den Mieter vermehrt haben. Deshalb wird es scheitern, den Mieter für irgend was haftbar zu machen.

  • Das sehe ich anders . Es ist ein 2 Parteienhaus . Unten wurde über Jahre die Warm und Kaltwasserleitung im Küchenbereich nicht benutzt . Prüfer kommt .Prüft die obere Wohnung und unten . Wollen wir wetten wo die Legios gefunden werden ? ;) In Hochhäusern und Häusern mit noch mehr Bewohnern bekommt man dies auch ganz gut raus . Da sind auch nur einzelne Wohnungen befallen und nicht alles .

  • Wollen wir wetten wo die Legios gefunden werden ?

    Und was macht dich so sicher, dass überhaupt welche gefunden werden?

    Offenbar wurde ja noch gar keine Probe genommen und untersucht. Man sollte vielleicht der Reihe nach vorgehen.

  • Naja wenn man sich etwas informiert wegen Legionellen dann weis man ,das diese sich nach einigen Wochen sich schon in erhöhten Zahlen bilden können zb wenn man eine Lange Reise unternimmt oder mal zb 3 Monate bei der Freundin wohnt usw . Hier reden wir aber über JAHRE . Das ist dann wohl oder übel eine ganz andere Hausnummer .


    Meine Frage war ja auch ,wenn welche nachweislich gefunden werden sollten -Wer haftet dann . Und ob der Mieter seine Obhutspflicht verletzt hat . Man soll ja seine Mietwohnung pfleglich behandeln und nicht schädigen .Dazu gehört mit Sicherheit auch bestimmt das man keine Legionellen züchtet ?


    Es gibt lokale und systemische Belastungen . Einmal nur in den Leitungen die halt belastet sind und einmal der systemische Befall .Da ist dann alles befallen und erhöht vom Warmwasserspeicher angefangen bis zum letzten Zipfel sage ich jetzt mal . Also bei einem lokalen Befall kann man schon ganz genau rausfinden welcher Mieter schuld hat ,gerade bei dem wo die Leitungen dann so lange nicht benutzt wurden . Also kann man ihn sehr wohl dafür haftbar machen denke ich mir .

  • Erledigt ? Meine Fragen wurden nicht beantwortet . Eigentlich haben wir uns nur über Legionellen unterhalten . Aber nicht über die Obhutspflicht . Und ob man den Fall vergleichen kann mit Heizen usw . Sehr Schade . Irgendwie bin ich genauso schlau wie vorher und ich habe keine befriedigende Antworten bekommen . Naja vielleicht gabs son Fall hier noch nicht . Man kann in Foren nicht alles wissen .Schade.

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    • Offizieller Beitrag

    Hallo!


    Irgendwie bin ich genauso schlau wie vorher und ich habe keine befriedigende Antworten bekommen . Naja vielleicht gabs son Fall hier noch nicht . Man kann in Foren nicht alles wissen .Schade.


    Was sehr irritierend ist, weil Sie ausreichend Informationen bekommen haben.

    Sie haben sich leider dazu entschlossen Alles zu ignorieren und das ist

    wirklich sehr schade. Sie werden einen einzelnen Mieter nicht haftbar machen

    können. Aber es steht Ihnen frei sich einen Anwalt zu nehmen. Dieser wird Sie

    dann beraten. Eine Rechtsberatung ist einem Forum nicht gestattet.


    Erledigt ? Meine Fragen wurden nicht beantwortet .


    Es wurden alle Fragen beantwortet, aber Sie haben die Antworten

    und Informationen leider ignoriert. Abschließend noch diese

    Informationen: Legionellen-Prüfung und Trinkwasserverordnung


    Gruß

  • Hallo .


    Wenn jemand eine Wohnung ohne Küche mietet . Nix drin im Raum außer die Eckventile für Wasser.

    Muss er den Raum als Küche nutzen oder kann er dieses auch als Abstellraum nehmen ? ( Mieter isst regelmäßig auswärts oder bei Mutti.)

    Ist der Mieter verpflichtet zb eine Spüle ran zubauen zwecks Wassernutzung ?

    Oder steht ihm das völlig frei was er mit dem Raum macht ?


    VG


    Beitrag verschoben, da zu diesem Thema gehörend