Nebenkostenabrechnung - Fernwärme Grundbetrag auffällig hoch

  • Guten Tag,


    Ich war von 10/2021 bis 12/2022 Mieter (3 Zimmer, 82qm) in einem MFH (Bj 2019, 44 Wohnungen, 3154 qm Wohnfläche).


    Im Dezember erhielten wir die Nebenkostenabrechnung f. 2021. Anteilig für Okt.-Dez. 400 Nachzahlung (250 Heizung/Warmwasser und 150 Betriebskosten). Andere Mieter haben Nachzahlungen von teils mehr als 2000 Euro.


    Jedenfalls gab das Anlass zur Prüfung. Neben anderen Auffälligkeiten (Diverse Rechenfehlern usw) bin ich vor allem über einen Punkt verwundert & diesbezüglich wollte ich gerne mal fragen, ob hier jemand eine Idee hat:


    Den angeforderten Belegen lag die Rechnung zur Fernwärme bei. Aus dieser geht hervor, dass das gesamte Objekt 256421 Kwh Fernwärme (Warmwasser/Heizung) verbraucht hat, zu Gesamtkosten von 68374 Euro (inkl. MwSt). Nun zum Punkt, der mich wundert:


    Grundkosten: 42681 Euro

    CO2 Kosten: 1420 Euro

    Verbrauchskosten: 13355 Euro

    gesamt ohne MwSt: 57457 Euro


    Mich wundert die Höhe bzw der riesige Anteil (74%) des Postens "Grundkosten" im Vergleich zum Arbeitspreis.


    Wenn ich das mit den Heizspiegel 2022 (für Periode 2021 Vergleiche, dann kommt heraus, dass die Anzahl der kwH absolut gut/normal ist) aber der Preis pro kwH viel zu hoch (deutlich rot). Dazu kommt, dass ich überall gelesen habe, dass der Grundkostenanteil bei Fernwärme im Schnitt bei 25% und nicht wie in unserem Fall bei 74% liegt.


    Kann mir jemand hier zufällig diesen Widerspruch erklären?


    Sorry für die vielen Fragen. Toll dass es dieses Forum gibt.


    Herzliche Grüße aus Berlin


    Ich habe die Rechnung (Fernwärmeanbieter) anonymisiert angehangen. Um den Posten "Wärme Grundpreis" mit 74% Anteil an den Gesamtkosten geht es.

  • Dies sollte sich bei einer Belegeinsicht beim Vermieter nachprüfen lassen. Evtl. lassen sich auch die Konditionen des Fernwärmeanbieters auch direkt dort erfragen. Mich wundert dieser hohe Betrag auch sehr, zumal 26ct/kWh sogar für Fernwärme in 2021 sehr teuer sind.

  • Es könnte sich eventuell um einen Service Vertrag für die Heizanlage handeln (Wärme Contracting). So etwas ist zulässig, aber das Gesetz macht Einschränkungen, inwieweit der Vermieter die Kosten umlegen darf. Eventuell bleibt er auf einem Teil der Kosten sitzen. Wenn du beim Vermieter noch nach dem Vertrag für die Wärmelieferung fragst, wirst du sicherlich mehr wissen.

  • Guten Morgen,


    Mich wundert dieser hohe Betrag auch sehr, zumal 26ct/kWh sogar für Fernwärme in 2021 sehr teuer sind.


    der eingestellte Screenshot stammt aus der durch den Vermieter übersendeten Rechnung des Fernwärmelieferanten. Ich werde mal noch den dazugehörigen Vertrag im Rahmen des Widerspruchs (an dem ich grade arbeite) nachfordern. Aber ja ich finde 26ct/kWh deutlich zu hoch & ich denke nicht, dass das in dieser Größenordnung umlegbar ist.

    Es könnte sich eventuell um einen Service Vertrag für die Heizanlage handeln (Wärme Contracting).

    Müsste das nicht auch in der Rechnung so benannt sein? Oder kann der Fernwärmelieferant das einfach unter "Wärme Grundpreis" verstecken?


    Vielen Dank für Eure hilfreichen Antworten. Sehr komplex alles.


    Herzliche Grüße

  • Müsste das nicht auch in der Rechnung so benannt sein?

    Nein, das muss nicht sein. Deswegen bleibt nur, sich den Vertrag zeigen zu lassen. Ohne der Erkenntnis daraus kann man den Widersprch nicht ausreichend begründen.