Quadratmeter richtig berechnen wg. Nebenkosten

  • Hallo Ihr Lieben, ich bin aus der Not heraus hierher gekommen.
    Ich überlege, ob ich dem Mieterschutzbund beitrete, allerdings schreckt mich die Gebühr etwas ab.


    Ich hoffe, dass Ihr mir zum ersten Teil weiterhelfen könnt.


    Frage 1.
    Ich finde die 70/30 Regelung überhaupt nicht gut.
    Ich bewohne eine Dachgeschosswohnung mit absoluten Schrägen(stellt euch ein Zelt vor). Meine Wohnung ist süß und für mich absolut toll, mit nur Dachfenstern und einer Riesenfensterfront.


    Meine Wohnung ist mit 60 qm angegeben, ich glaube das aber nicht, denn meine geraden Wände sind ca. 50 cm hoch und dann geht die Schräge los und dieses trifft sich dann in ca. 3 m Höhe.


    Könnt ihr mir sagen, wie man die Quadratmeter genau berechnet ? Bzw. wie ich an einem Gutachter für solch eine Berechnung herankomme ?


    Dann jetzt die Heizabrechnung. Für mich ist das so (wir sind 5 Wohnungen in einem Haus) dass ich jetzt (da ich ultra sparsam bin mit heizen), die A-Karte gezogen habe. Ich habe noch nie nachzahlen müssen, immer habe ich Geld wieder bekommen, in der Regel ca. 60 - 80 Euro. Nun soll ich 50 Euro zahlen.
    Es ist nicht viel, aber es geht mir um das Prinzip. Die 4 Parteien sind gute Heizer, (alles ältere Leute), ich arbeite den ganzen Tag und friere abends lieber ein bissel und geh dann zu Bett. Ich zahle doch jetzt für die anderen Mieter mit ?


    Dann kommt dazu, ist es richtig:


    Grundsteuer: Gesamtes Objekt: 654,65 Euro und dann ist mein Anteil: 130,93 Euro. Ist das richtig, dass wir (die Mieter) die Grundsteuer komplett alleine zahlen ?


    Entschuldigt meine 1000 Fragen, aber ich muss ehrlich sagen, dass die Nase jetzt gestrichen voll habe.


    Ferner: muss ich Kabelgebühren zahlen, wenn ich keinen TV hätte ? (ich überlege ernsthaft meinen TV abzuschaffen).


    LG und vielen vielen Dank schon mal vorab.


    Esprit

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  • Hallo Esprit,


    für die Frage, wie man die Wohnfläche genau berechnet gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Verfahren, nämlich die Berechnung nach DIN 277 und die Berechnung nach der Wohnflächenverodnung.


    Wonach die Berechnung in Deinem Fall erfolg sollte sich aus dem Mietvertrag ergeben.


    Nach der Wohnflächenverordnung zählen nur Flächen mit einer Raumhöhe über 200cm in vollem Umfang zur Wohnfläche. Flächen mit einer Raumhöhe von 100cm bis 200cm zählen zu 50%, Flächen mit einer Raumhöhe von unter einem Meter werden nicht gezählt. Im oben verlinkten Text zur Wohnflächenberechnung findest Du auch eine entsprechende Darstellung als Skizze.


    Die Berechnung kann man in einfach Fällen grundsätzlich selbst vornehmen, das verschafft schonmal einen ersten Überblick. Sofern es aber zu einem Streit um die tatsächlich gegebene Wohnfläche kommen sollte wird man um einen entsprechenden Gutachter nur schwer herumkommen.


    In diesem Fall sind die Mietervereine im großen und ganzen eine gute Alternative. Man bekommt hierüber nicht nur für relativ kleines Geld einen geeigneten Gutachter zur Wohnflächenberechnung sondern genießt in der Regel auch die Vorzüge einer Mietrechtschutzversicherung, die oftmals in der Mitgliedschaft enthalten ist.


    Zum Thema Grundsteuer: Die Umlage der Grundsteuer ist grundsätzlich zulässig.


    Zum Thema Kabelgebühren: Auch diese Gebühren sind grundsätzlich umlagefähig. Es kommt auf die Vereinbarung im Mietvertrag an, ob Du tatsächlich ein TV-Gerät besitzt oder nicht ist unerheblich.


    Gruß


    Philipp