Nebenkostenprobleme in einer WG mit Einzelmietverträgen

  • Hallo zusammen,


    als WG-Bewohner bin ich etwas geplagt und wohl auch überfordert, was die rechtliche Einschätzung betrifft, mit einer seltsamen Nebenkostenabrechnung meines Vermieters. Vielleicht hat jemand die Muße und Erfahrung mir etwas weiterzuhelfen ;-)


    Zum Hintergrund:
    Ich wohnte zur Miete in einer Wohngemeinschaft: 4 Personen verteilt auf 5 Zimmer (jeweils pro Person ein Einzelmietvertrag mit dem Vermieter), plus Küche / Bad. In den einzelnen Zimmern sind jeweils elektronische Zähler an den Heizungen befestigt.


    Zur Nebenkostenabrechnung für 2010 haben sich folgende für mich unklare Punkte ergeben:


    1)
    Die Abrechnung der Heizkosten erfolgte durch den Vermieter nach dem Verteilerschlüssel Quadratmeterzahl (zusammen für Grund- und Verbrauchskosten). Ist dies zulässig vor dem Hintergrund, dass bei der Wohngemeinschaft Einzelmietverträge abgeschlossen wurden mit jedem Mieter und zusätzlich einzelne Heizkostenzähler in den Zimmern vorhanden sind?


    2)
    Ein Großteil der Nebenkosten wurden nach dem Verteilerschlüssel Quadratmeter umgerechnet (zum größten Teil wohl auch die Wahl des korrekten Verteilerschlüssels). Nun ergibt sich die Situation, dass ich nach Angaben des Vermieters innerhalb der Wohnung die größte (teilweise fast doppelt so viel) Quadratmeterzahl im Vergleich zu anderen Mietern besitze und dementsprechend deutlich höhere Nebenkosten zu zahlen habe. Verwunderlich in diesem Zusammenhang finde ich die Festlegung der Nebenkostenvorauszahlungen durch den Vermieter: hier zahlt jeder Mieter den gleichen Betrag. Beim Einzug wurde mir dadurch suggeriert, dass ich Nebenkosten in gleicher / sehr ähnlicher Höhe wie meine Mitbewohner zu zahlen habe. Dies grenzt für mich an eine bewusste Täuschung durch den Vermieter. Oder bin ich hier zu penibel? Was sagt denn die Rechtslage hierzu?


    3)
    Berechnung Quadratmeterzahl: laut Mietvertrag wurde mir 1 Zimmer mit der Quadratmeterzahl ca. 45 qm vermietet. Tatsächlich wurden mir de facto 2 Zimmer vermietet: mein eigentliches Zimmer (ca. 20 qm) und zusätzlich ein weiteres Zimmer (ca. 25 qm), welches aufgrund der Tatsache, dass es ein Durchgangszimmer war, nicht separat vermietet werden konnte. Dieses weitere Zimmer fungierte u.a. für die Wohngemeinschaft als Wäscheraum (in der Nebenkostenrechnung auch ersichtlich dadurch, dass vergleichsweise wenig geheizt wurde in dem Raum). Beim Mietabschluss wurde mir mitgeteilt, dass dieses Zimmer für umgerechnet 1/4 des Gesamtmietpreises meiner resultierenden Gesamtmiete durch mich mit gemietet werden könne. Aus Vereinfachungsgründen und aufgrund des niedrigen Preises entschloss ich mich für diese Variante. Ich möchte nun aber nicht akzeptieren, dass dieses „deutlich im Preis reduzierte“ Zimmer VOLL bei der Nebenkostenabrechnung angesetzt wird und durch den Verteilerschlüssel Quadratmeter meine Nebenkosten in die Höhe treibt. Ist dies begründet?



    Vielen Dank für Eure/Ihre Einschätzung!
    Bernd

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  • tt.wohnung:


    "In den einzelnen Zimmern sind jeweils elektronische Zähler an den Heizungen befestigt.
    Die Abrechnung der Heizkosten erfolgte durch den Vermieter nach dem Verteilerschlüssel Quadratmeterzahl (zusammen für Grund- und Verbrauchskosten)."
    70% der Heizkosten sind nach Verbrauch, 30% nach anteiligen Mietflächen zu berechnen.


    "Ein Großteil der Nebenkosten wurden nach dem Verteilerschlüssel Quadratmeter umgerechnet (zum größten Teil wohl auch die Wahl des korrekten Verteilerschlüssels). Nun ergibt sich die Situation, dass ich nach Angaben des Vermieters innerhalb der Wohnung die größte (teilweise fast doppelt so viel) Quadratmeterzahl im Vergleich zu anderen Mietern besitze und dementsprechend deutlich höhere Nebenkosten zu zahlen habe."
    Logisch.


    "Verwunderlich in diesem Zusammenhang finde ich die Festlegung der Nebenkostenvorauszahlungen durch den Vermieter: hier zahlt jeder Mieter den gleichen Betrag."
    Wieviel andere bezahlen, geht Dich nichts an.


    "Beim Einzug wurde mir dadurch suggeriert, dass ich Nebenkosten in gleicher / sehr ähnlicher Höhe wie meine Mitbewohner zu zahlen habe. Dies grenzt für mich an eine bewusste Täuschung durch den Vermieter. Oder bin ich hier zu penibel? Was sagt denn die Rechtslage hierzu?"
    VM dürfen Betriebskostenvorauszahlungen zu niedrig ansetzen.


    "Berechnung Quadratmeterzahl: laut Mietvertrag wurde mir 1 Zimmer mit der Quadratmeterzahl ca. 45 qm vermietet. Tatsächlich wurden mir de facto 2 Zimmer vermietet: mein eigentliches Zimmer (ca. 20 qm) und zusätzlich ein weiteres Zimmer (ca. 25 qm), welches aufgrund der Tatsache, dass es ein Durchgangszimmer war, nicht separat vermietet werden konnte."
    Es war Dein Problem beim Abschluss des MV eine falsch beschriebene Mietsache zu akzeptieren.
    Dein Ansprechpartner ist Dein VM.

  • Benny:
    "70% der Heizkosten sind nach Verbrauch, 30% nach anteiligen Mietflächen zu berechnen."
    d.h. die vermieterin muss auch in meinem Fall 70% nach Verbrauch abrechnen? Damit ist dann ja die aktuelle Abrechnung fehlerhaft in diesem Punkt.



    "VM dürfen Betriebskostenvorauszahlungen zu niedrig ansetzen."
    Prinzípiell wohl schon, aber wenn dies im direkten Vergleich so auffällige Gaps erzeugt, dann grenzt dies schon an Vorsatz?


    LG Bernd

  • tt.wohnung:


    ""70% der Heizkosten sind nach Verbrauch, 30% nach anteiligen Mietflächen zu berechnen."
    d.h. die vermieterin muss auch in meinem Fall 70% nach Verbrauch abrechnen? Damit ist dann ja die aktuelle Abrechnung fehlerhaft in diesem Punkt."
    Ja. (§ 7 HKVO 2009)


    ""VM dürfen Betriebskostenvorauszahlungen zu niedrig ansetzen."
    Prinzípiell wohl schon, aber wenn dies im direkten Vergleich so auffällige Gaps erzeugt, dann grenzt dies schon an Vorsatz?"
    1. Du als Mietpartei "kannst/darfst" garnicht mit anderen MVs vergleichen, denn die gehen Dich nix an. (Die Politesse kann, wenn ihr danach ist, von 20 falsch geparkten PKWs lediglich eines aufschreiben...).
    2. Richtig, alles, was jemand macht, IST Vorsatz. *Erkenntnis*