Vermieter will Abflußrohr aus Nachbarwohnung durch Badezimmer legen.

  • Bei uns im Mietshaus wird die Wohnung über uns renoviert. Heute klingelt einer von der Sanitätsfirma um uns mitzuteilen, das umfangreiche Renovierungsarbeiten auch in unserem Bad ausgeführt werden müssen (Rohre u. Steigleitern). Da die Toilette in der obigen Wohnung neu plaziert wird, muß die Decke von oben durchbrochen werden und das Abflußrohr quer durch unser Badezimmer verlegt werden wegen dem Gefälle zum Abflußschacht.
    Deswegen soll unsere Badezimmerdecke abgehängt werden; vermutlich ca. 60-80 cm.


    Das alte Rohre ausgetauscht werden ist ja ok, aber bin ich als Mieter verpflichtet, einzuwilligen, das ein Abflußrohr durch unser Bad gelegt werden soll, und die Decke tiefer gehängt wird, nur weil oben die Toilette versetzt wird.
    Ich bin eigentlich nicht damit einverstanden, das unser Badezimmer verkleinert wird.


    Da es hellhörig im Haus ist, dürften wir das Abflußrohr wahrscheinlich hören, außerdem besteht im Bad die Gefahr, das wenn die neu eingezogene Decke nicht richtig versiegelt wird, es zu Feuchtigkeit u. Schimmel führen kann.


    Unser Vermieter hat uns überhaupt nicht informiert. Wir wurden praktisch vor vollendete Tatsachen gestellt.
    Es gibt doch bestimmt auch Fristen, in welchem Zeitraum solche Maßnahmen angekündigt werden müssen.


    Wie soll ich mich jetzt am besten verhalten? Die Firma meint, wenn wir nicht zustimmen, könnte die Wohnung nicht rechtzeitig fertiggestellt werden.


    Für eine rasche Antwort wäre ich dankbar


    Vielen Dank


    Paul

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  • Grundsätzlich besteht für den Mieter eine Duldungspflicht, sofern der Vermieter eine Modernisierungsmaßnahme rechtzeitig ankündigt (3 Monate vorher), siehe dazu § 554 BGB. Die Ankündigungsfrist von 3 Monaten dient dem Mieter dazu, sich entweder auf die Modernisierungsmaßnahme einzustellen oder den Mietvertrag zu kündigen, da er bei erheblichen Eingriff in die Mietsache von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen kann. Diese Duldungspflicht "verpflichtet" den Mieter, alles zu unterlassen, was die Modernisierung gefährden würde. Es müssen also Handwerker ins Haus gelassen werden etc.


    Hat der Vermieter die rechtzeitige Ankündigung versäumt, so unterliegt der Mieter nicht der Duldungspflicht. Er kann also die Arbeiten insofern stoppen, als dass er die Handwerker nicht in die Wohnung lässt. Auch ein Stoppen der Arbeiten wäre hier per einstweiliger Verfügung in Extremfällen möglich. Um die Maßnahmen weiter fortzuführen, müsste der Vermieter dann auf die Duldung klagen, was die Baumaßnahmen verzögern würde.

  • Das hat der Vermieter eindeutig versäumt, uns zu informieren. Ich bin ja froh, wenn die alten Rohre ausgetauscht werden. Allerdings habe ich nicht zugestimmt, das ein Abflußrohr aus der oberen Wohnung durch unser Bad gelegt wird und die Decke tiefer gehängt wird. Dazu bin ich wohl auch nicht verpflichtet. Jetzt soll wohl dafür eine andere Lösung gefunden werden.