"Nachträgliche" Mieterhöhung rechtens ?

  • Hallo, ich heisse Michael, bin neu hier und möchte gleich einmal mit einer Frage "nerven" !


    Um was geht es ?


    Also : wir wohnen in einem großen Haus mit insgesamt 9 Wohnungen. Aktuell gibt es aber nur noch 6 Miet-Parteien, da 2 Wohnungen schon seit 2 Jahren leer stehen und eine weitere Wohnung seit einem Jahr leer steht.


    Anfang Dezember haben alle Mieter im Haus ihre Betriebskosten-Abrechnungen für das jahr 2010 erhalten ( kommt von unserer Hausverwaltung leider immer seeeehr spät ! ).
    Das Ulkige ist: obwohl 3 Wohnungen leer stehen, müssen alle 6 Mietparteien plötzlich 3stellige Nachzahlungen leisten. Im letzten Jahr hatte jede Mietpartei sogar noch kleine 2stellige Guthaben ausgezahlt bekommen.


    Wir Mieter vermuten nun folgendes :


    in den 3 leerstehenden Wohnungen waren sehr oft Handwerker zum Renovieren. Da 2 Wohnungen Schimmelbefall aufwiesen, standen in diesen Wohnungen auch über mehrere Tage Bautrockner. Die Handwerker verbrauchen ebenfalls Strom und es ist auch sicher keinem Handwerker zu verdenken, dass er nicht im Kalten arbeiten will, sondern eventuell auch mal die Heizung aufdreht. Soweit so gut....


    Nun hat sich bei einem Mietertreffen aber herausgestellt, dass jede Mietpartei laut Heizungsablesung weniger Verbrauch, als im Vorjahr hatte ( es haben also alle schon gespart ). Trotzdem sollen alle nun im Bereich von 150 - 300 € Betriebskosten nachzahlen !


    Wir vermuten nun, dass der Vermieter Heiz- und Stromkosten, die in diesen 3 leeren Wohnungen angefallen sind, einfach auf die übrigen Mieter umgelegt hat !


    Meine Frage nun : ist das eigentlich rechtens ?


    Dann noch ein zweiter Punkt :


    Das oben erwähnte Schreiben mit der Betriebskostenabrechnung haben alle Mieter hier am 6. oder 7. Dezember im Briefkasten gehabt.
    Das Schreiben ist laut Briefkopf aber von der Hausverwaltung bereits am 27.09. verfasst worden.
    Nun kommt es ganz ärgerlich : in diesem Schreiben wird uns Mietern mitgeteilt, dass sich die Miete zum 01.11.2011 um den Betrag xy erhöht ! Wie gesagt: wir Mieter haben dieses Schreiben von der Hausverwaltung aber erst am 6. oder 7. DEZEMBER im Briefkasten gehabt ! Wir haben also alle erst NACHTRÄGLICH erfahren, dass wir bereits seit 01.11. eine höhere Miete hätten zahlen sollen. D.h. konkret, dass bei Eingang des Schreibens am 7. Dezember, alle Mieter bereits für 2 Monate im Mietrückstand waren !


    Meiner Meinung nach gehört es doch wohl zum guten Ton, bei einer geplanten Mieterhöhung die Mieter VORHER zu informieren und nicht erst fast 2 Monate später !? Wenn die Hausverwaltung das Schreiben am 27-09 aufgesetzt hat , wir es aber erst am 7.12. im Briefkasten hatten, dann frage ich mich, warum die Hausverwaltung dieses Schreiben offensichtlich erst 2 Monate in der Schublade hat liegen lassen ?


    Das ist doch quasi eine nachträgliche Mieterhöhung ! Ist so eine Vorgehensweise überhaupt rechtens ?


    Über Meinungen/Tipps würde ich mich freuen !


    Wir Mieter im Haus hatten uns gestern alle getroffen und erst einmal beschlossen, die Hausverwaltung schriftlich aufzufordern, uns diese Betriebskostenabrechnung noch einmal genau zu erklären, auch die seltsame Praxis der "rückwirkenden" Mieterhöhung haben wir in unserem Schreiben moniert. Dazu haben wir der Hausverwaltung eine Frist von 14 Tagen gesetzt, innerhalb derer wir eine Stellungnahme erwarten. Anderenfalls würden wir uns das Recht vorbehalten, die Betriebskostenabrechnung von einem Anwalt prüfen zu lassen.


    Leider ist keiner von uns im Mieter-Schutzbund, aber 2 Mietparteien verfügen über eine entsprechende Rechtschutzversicherung, so dass wir im schlimmsten Fall evtl. so etwas wie eine "Sammel-Klage" machen könnten.
    Ich muss dazu sagen, dass eigentlich alle Mietparteinen zuvor schon jeder für sich schriftlichen Einspruch bei der Hausverwaltung eingelegt hatten, diese wurden aber sämtlich innerhalb von 4 Tagen von der Hausverwaltung mit der lapidaren Begründung "unsere Abrechnung ist korrekt" abgeschmettert.
    Wir Mieter wollen das aber nicht einfach so hinnehmen.


    Was meint Ihr dazu ?


    Danke und Gruß Michael

  • Anzeige
  • 1. Anfallender Verbrauch an Wärme, auch in den Wohnungen, in denen gearbeitet wird, muss der Vermieter bezahlen. Anhand aller Abrechnungen aus den 6 Wohnungen lässt sich ablesen, ob dies geschehen ist.


    2. Strom der leeren Wohnungen müssten über den Hausstrom gelaufen sein. Das hätte euch auffallen müssen, wenn Leitungen durchs Treppenhaus gezogen werden.


    3. Ich glaube, dass hier die Erhöhung der Betriebskostenvorauszahlung mit einer Erhöhung der Nettomiete verwechselt wird. Zu ersterer ist der Vermieter sogar gezwungen, wenn das Vorjahr eine hohe Nachzahlung, wie bei euch, ergibt.


    4. "Sammelklage" gibt es nur in Amerika. Das Deutsche Recht kennt diesen Begriff nicht.


    5. Ganz direkt gesagt. Der Brief an die Hausverwaltung war unbedacht. Mit solchen wilden Behauptungen und unbewiesenen Vermutungen von wegen rückwirkende Mieterhöhung usw. bringt man sich in eine sehr schlechte Ausgangssituation. Ihr dürft euch nicht wundern, wenn die Hausverwaltung dafür nur ein müdes Lächeln hat.

  • Würde die Abrechnung profesionell überprüfen lassen. Bei 6 Parteien dürften sich die Kosten aber im Rahmen halten. Am Ende rechnen Sie mal durch was Sie einerseits verlieren und was Sie gewinnen.