Auszug - Nebenkosten, was zahlen laut Vertrag?

  • Hallo!


    Im (Unter)mietvertrag ist folgende Klausel zum Thema Nebenkosten zu finden:


    "[...] 2a. Die Vorauszahlung beträgt monatlich 70 Euro.
    2b. Die Nebenkosten werden monatlich pauschal mit 70 Euro abgegolten [..]"


    Dabei ist ein und dasselbe Geld gemeint. (Also insgesamt 70 Euro). Es sind keine Haken oder ähnliches gesetzt.
    Wie kann das nun (bei Auszug) interpretiert werden? Ist es eine Pauschale oder Vorrauszahlung?


    Je nachdem können ja Nachzahlungen gefordert werden.


    Zum Thema Nebenkosten steht nichts weiter im Vertrag. Können dann Nachzahlungen für Internet, Betriebskosten für das Haus (in dem die Wohnung liegt) oder auch für Strom und Heizung gefordert werden, obwohl nichts davon im Mietvertrag erwähnt ist?


    Es handelt sich um eine WG, falls dies von Bedeutung ist.

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  • Zitat

    Es handelt sich um eine WG, falls dies von Bedeutung ist.


    Dann wäre es doch sinnvoller in der WG zu fragen, oder ist das zu kompliziert?

  • Hallo grünerFrosch,


    "2a. Die Vorauszahlung beträgt monatlich 70 Euro.
    2b. Die Nebenkosten werden monatlich pauschal mit 70 Euro abgegolten"
    Dürfte soweit klar sein. Hinterlistige Gedanken zu Ungunsten der Mieter werden von Gerichten m.W. regelmässig abgelehnt.


    "Wie kann das nun (bei Auszug) interpretiert werden? Ist es eine Pauschale oder Vorrauszahlung?"
    Hat mit Auszug nix zu tun, ist eine Pauschale.


    "Können dann Nachzahlungen für Internet, Betriebskosten für das Haus (in dem die Wohnung liegt) oder auch für Strom und Heizung gefordert werden, obwohl nichts davon im Mietvertrag erwähnt ist?"
    Ich schätze: Nein, ausser, Du machst irgendwelche kostenpflichtigen Blödsinn, bspw. Downloads.

  • Dann wäre es doch sinnvoller in der WG zu fragen, oder ist das zu kompliziert?


    Ja, das ist es. Und es beantwortet meine Frage leider nicht?


    Ich möchte gerne wissen, wie ich diese (doch etwas seltsame doppelte) Formulierung interpretieren kann.
    Denn höchst wahrscheinlich werden diese ehemaligen Mitbewohner auf "Vorrauszahlung" und den entsprechenden Nebenkostennachzahlungen plädieren, wenn die sich das aussuchen dürfen.

  • Hallo grünerFrosch,


    "Wie kann das nun (bei Auszug) interpretiert werden? Ist es eine Pauschale oder Vorrauszahlung?"
    Hat mit Auszug nix zu tun, ist eine Pauschale.
    [...]
    Ich schätze: Nein, ausser, Du machst irgendwelche kostenpflichtigen Blödsinn, bspw. Downloads.


    Hallo Berny,
    vielen Dank für deine Einschätzung.
    Also bestehen bei einer Pauschale auch keine Ansprüche des Vermieters auf Nachzahlungen?


    Es verwirrt mich nur, dass beides (Vorrauszahlung und Pauschale) im Mietvertrag steht. Das dürfte doch eigentlich nicht sein, oder?


    Möchte nur ungern Nachzahlungen (die definitiv nicht durch mich entstanden sind, aber das nur am Rande. mir ist klar, dass man sich in einer WG auch die Kosten teilt..) zahlen, die ich nicht zahlen muss..(aber wer möchte das schon).


    Gruß

  • "Also bestehen bei einer Pauschale auch keine Ansprüche des Vermieters auf Nachzahlungen?"
    M.E. nicht.


    "Es verwirrt mich nur, dass beides (Vorrauszahlung und Pauschale) im Mietvertrag steht. Das dürfte doch eigentlich nicht sein, oder?"
    Richtig, aber wie schon angedeutet, werden solche Formulierungen m.W. von den Gerichten zugunsten des Mieters ausgelegt. Finde ich auch gut so. Meine Mieter haben in ihren Verträgen ganz klare Klauseln, und es gab auch noch nie eine Reklamation. Es ist ja auch garnicht bei Dir definiert, WAS alles in den BK enthalten ist. Ich schätze eher, dass statt "Pauschale" (ich hatte früher auch schon mal den Ausdruck gebraucht) gemeint ist die mtl. Abschlagszahlung, also letztlich die mtl. Vorauszahlung als Teil der Bruttomiete.

  • Vielen Dank, das beruhigt mich schon ein wenig.
    Ja, der Mietvertrag ist allgemein sehr schwammig, was wohl daran liegt, dass die Vermieter (in diesem Fall ja die Ex-Mitbewohner), keine Erfahrungen diesbezüglich haben.


    Wie sollte ich denn am besten vorgehen? Ihnen mitteilen, dass ich das geforderte Geld nicht zahlen werde? Oder doch besser Rechtshilfe in Anspruch nehmen?


    Desweiteren steht im Mietvertrag " Die Kaution wird sechs Monate nach Beendigung des Untermietverhältnisses zur Rückzahlung fällig". Diese sind schon verstrichen. Gibt es da vielleicht Ansprüche für mich? Womit ich auf Rückzahlung drängen kann?

  • grünerFrosch:


    "Wie sollte ich denn am besten vorgehen? Ihnen mitteilen, dass ich das geforderte Geld nicht zahlen werde?"
    Was wird wie gefordert? Gibt es eine (schriftliche) Forderung oder reflektierst Du auf den MV?


    "Desweiteren steht im Mietvertrag "Die Kaution wird sechs Monate nach Beendigung des Untermietverhältnisses zur Rückzahlung fällig". Diese sind schon verstrichen."
    Dann vergiss' nicht, auf Deiner schriftlichen Rückzahlungsaufforderung Deine Bankverbindung anzugeben.


  • [...]


    Was wird wie gefordert? Gibt es eine (schriftliche) Forderung oder reflektierst Du auf den MV?


    Ich wurde schriftlich aufgefordert, folgende Nachzahlungen zu tätigen: Kosten eines Malers für mein Zimmer (was wie ich denke, wohl hinfällig ist, da in dem Mietvertrag nur besenrein steht und die Frist sowieso schon verjährt ist), Stromkosten, Internet, Betriebskosten für das Haus (in der die Wohnung liegt), Gas. (Was aber alles nicht im Mitvertrag aufgelistet ist)


    Und das sind Summen, die ich mir nicht erklären kann. Zudem habe ich einfach nur eine selbstgeschriebene Excell-Tabelle bekommen. Und gehe stark davon aus, dass meine Ex-Mitbewohner mich gerne noch ausnehmen möchten.


    Zudem sind wir nicht gerade in einem guten Verhältnis auseinander gegangen. Darum möchte ich nicht noch ewig mit denen kommunizieren müssen.
    Und da es anscheinend ja kein Recht auf Kopien der Rechnungen, sondern nur auf Einsicht gibt (was ja heißt, dass ich da noch mal hin muss..), wollte ich nur wissen, ob die mir überhaupt noch etwas in Rechnung stellen können.


    Gruß

  • grünerFrosch:


    "Ich wurde schriftlich aufgefordert, folgende Nachzahlungen zu tätigen: Kosten eines Malers für mein Zimmer (was wie ich denke, wohl hinfällig ist, da in dem Mietvertrag nur besenrein steht und die Frist sowieso schon verjährt ist),"
    Sehe ich auch so. War ja auch kein versteckter Mangel.


    "Stromkosten, Internet, Betriebskosten für das Haus (in der die Wohnung liegt), Gas. (Was aber alles nicht im Mitvertrag aufgelistet ist)"
    Eben...


    "Und da es anscheinend ja kein Recht auf Kopien der Rechnungen, sondern nur auf Einsicht gibt"
    Richtig.


    "wollte ich nur wissen, ob die mir überhaupt noch etwas in Rechnung stellen können."
    Dazu erkenne ich keine Rechtsgrundlage. Die sollte mir der Anspruchsteller mal mitteilen.

  • Vielen Dank nochmal. Das hat mir schon sehr weitergeholfen.


    Wie würdest du mir (oder natürlich auch jemand anders) raten, weiter vorzugehen?


    In einem Schreiben mitteilen, dass ich die geforderte Summe nicht zahlen werde? (zählt Mail eigentlich auch als Schreiben? oder besser per Post? Bisher wurde per Mail kommuniziert, bis auf die Rechnung). Dort den Mietvertrag zitieren?
    Einfach nicht zahlen? Zum Herausgabe meines Mietkautionssparbuchs drängen (Frist setzen?)? Mahnverfahren? Darauf warten, dass die Vermieter ihre Forderungen einklagen? ...?


    Wäre schön, wenn sich der Weg über Anwalt und/oder Gericht vermeiden lasse.

  • Noch eine Frage (hatte ich in der Auflistung vergessen):


    Mir wurde auch die Reperatur eines Thermostatkopfes (für die Heizung in der gemeinschaftlichen Küche) in Rechnung gesetzt. Kann mir das angerechnet werden? Es gab beim Auszug kein Übergabeprotokoll.
    Bin ich in der Beweispflicht, dass ich das nicht verursacht habe? Immerhin ist es ja die gemeinsame Küche gewesen. Und war eigentlich die ganze Zeit kaputt. Und beim Auszug wurde das auch nicht erwähnt.


    Vielen Dank fürs Zeitnehmen und meine Fragen beantworten :) ich hoffe, das war jetzt die letzte.

  • grünerFrosch:


    "Wie würdest du mir (oder natürlich auch jemand anders) raten, weiter vorzugehen?"
    Das würde in Richtung verbotener Rechtsberatung abgleiten, welches mitlesenden RAe nicht so zusagen dürfte (Rechtsberatungsmissbrauchsgesetz).


    Auf Email()s würde ich nur einmal reagieren, nämlich auffordern, sich des Schriftverkehrs zu bedienen.
    Kommt eine schriftliche Forderung, würde ich dem Absender auffordern, die zu seiner Forderung gehörige Rechtsvorschrift bzw. Urteile der gefestigten Rechtsprechung zu benennen.
    Dann wird man weitersehen...


    "Zum Herausgabe meines Mietkautionssparbuchs drängen (Frist setzen?)?"
    Ja, ich würde schriftlich nachweislich auffordern mit Fristsetzung.

  • "Wie würdest du mir (oder natürlich auch jemand anders) raten, weiter vorzugehen?"
    Das würde in Richtung verbotener Rechtsberatung abgleiten, welches mitlesenden RAe nicht so zusagen dürfte (Rechtsberatungsmissbrauchsgesetz).


    Huch, so war das garnicht gemeint. Ich dachte mehr an "Tipps", dass ich hier keine Rechtsberatung bekomme, weiss ich ja.
    Ich meinte in erster Linie die Förmlichkeit. Ob es eben schriftlich (mit Unterschrift?) sein muss. Ich habe mich jetzt erstmal des elektronischen Weges bedient, da mich ja sonst jedes Schreiben auch Geld kostet. Und ich befürchte (bzw diese Personen ja recht gut kenne), dass ein Brief erstmal ungeachtet bleibt und alles noch weiter verzögert. Nun ja, meine Einschätzung und auch kein Grund zur Debatte.
    Ich werde erstmal sehen, vielleicht klappt es ja so, ansonsten muss ich wohl doch anders handeln.


    Vielen Dank und Gute Nacht!