Falsche Angaben im Mietvetrag

  • Hallo Leute,


    ich brauche einen Tipp. Ich habe ganz Internet durchgesucht und viele interessante infos gefunden, aber leider keine die genau zum meinem Fall passen. Ebenfalls habe im Forum nicht gesucht, da ich denke es ist ein ganz spezieller Fall.


    Ich habe momentan Stress mit meinem Vermieter wegen der Nebenkostennachzahlung. Ich war auch bei der Verbraucherschutzzentrale, bei einer Anwältin dort, und habe mich beraten lassen. Doch ihr ist ein Punkt nicht aufgefallen bzw. sie hat damals nichts dazu gesagt. Deswegen wollte zweite Meinung einholen. Und zwar:


    In meinem Mietvetrag gibt es eine Klausel wie die Heiz- und warmwasser und Betriebskosten bezahlt werden müssen und zwar in folgender Aufstellung:


    1. Heiz- und Warmwasserkosten als Vorauszahlung
    2. Heiz- und Warmwasserkosten als Pauschale
    3. Betriebskosten als Vorauszahlung
    4. Betriebskosten als Pauschale


    Nun sind nur Punkt 1. und 2. in meinem Vertrag angekreuzt.


    Was mich auch jetzt im Nachhinein irritiert. Da hat der Vermieter sicherlich was falsch angekreuzt bzw. angekreuzt. Da man die Heiz- und Warmwasserkosten entweder als Vorauszahlung oder als Pauschale bezahlt, nicht beides gleichzeitig.


    Was meint Ihr was ist gültig? Wie verhält es sich jetzt bei der angeforderten Nachzahlung?


    Die Anwältin hat damals gesagt, dass die Betriebskosten gar nicht angekreuzt sind und daher nicht zu zahlen sind.


    Vielen dank im Voraus


    Gruss


    BS

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  • so wie ich das sehe werden die Nebenkosten im Voraus gezahlt,
    dass da auch noch die Pauschale angekreuzt ist sagt doch nur
    aus dass der Betrag im vornherein festgelegt ist.

  • Hier der genaue Textlaut:


    Paragraf 4. Betriebskosten
    Punkt 4.7
    - Als Vorauszahlung für Heiz- und Warmwasserkosten werden derzeit 75€ veranschlagt. (angekreuzt)
    - Der Mieter zahlt eine Pauschale für Heiz- und Warmwasserkosten in Höhe von 75€ pro Monat. (angekreuzt)
    - Als Betriebskostenvorauszahlung werden derzeit (ist leer gelassen) € veranschlagt (nicht angekreuzt)
    - Der Mieter zahlt eine Betriebskostenpauschale in Höhe von (ist leer gelassen) € pro Monat/Jahr. (nicht angekreuzt)


    Bin verwirrt.


  • Nein, Sie zahlen tatsächlich nur für Heiz-und Warmawasserkosten eine monatliche Pauschale von 75 €. Nicht mehr und nicht weniger.
    Übrige Betriebskosten zahlen Sie nicht.
    Ich sehe das genauso wie die Anwältin.

  • Ok Betriebskosten werden dann laut Vertrag nicht bezahlt. Aber wie ist es jetzt mit den Heiz- und Warmwasserkosten, als Vorauszahlung oder als Pauschale, denn bei einer Pauschale darf man am Ende nicht abrechenden und bei Vorauszahlungen muss ja eine jährliche Abrechnung kommen.

  • Zitat


    ....., denn bei einer Pauschale darf man am Ende nicht abrechenden ......


    Mit einer Pauschale ist alles abgegolten, egal ob man Gewinn oder Verlust macht.

  • Das wäre ja richtig geil :-)


    Denn wie ich oben geschrieben habe, habe ich etwas Stress mit meinem Vermieter. Ich denke die Sache landet auf jeden Fall beim Anwalt und dann vor Gericht, ob jetzt von seiner oder meiner seite.


    Was meinen Sie wie wird das Gericht entscheiden, wenn das sieht dass die Heiz- und Warmwasserkosten im Mietvertrag nicht eindeutig definiert ist. Es sind ja beide Zahlarten angeben, wobei nur eine sein darf?


    Meinen Sie das Gericht wird dem Vermieter recht geben und das so begründen dass er halt in der Zeile verrutsch ist und eigentlich die Betriebskosten ankreuzen wollte?

  • "Was meinen Sie wie wird das Gericht entscheiden,.."


    Das kann Ihnen niemand vorher beantworten. Es wird wohl darauf ankommen, wer dem Richter glaubhafter erklären kann, warum es so vereinbart wurde, wie man sagt, und das jeweils andere Kreuzchen ein Versehen war.

    Komm wir essen Opa
    --- Satzzeichen können Leben retten! ---

  • Zitat

    denn bei einer Pauschale darf man am Ende nicht abrechenden und bei Vorauszahlungen muss ja eine jährliche Abrechnung kommen.


    Da eine Pauschale bei den Heizkosten schon seit etlichen Jahren nicht mehr möglich ist, es muss individuell der Verbrauch von Wärme und Warmwasser erfasst und abgerechnet werden, solltest du dich nicht zu früh freuen.

  • Wie lange haben Sie dort schon gewohnt und wie oft gab es eine Nebenkostenabrechnung die Sie beglichen haben?

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung. Jeder Mensch hat ein Recht auf meine Meinung.
    Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten ist eine Konstante. Die Bevölkerung wächst.

  • Kosten für Heizung und Warmwasser dürfen laut Heizkostenverordnung nicht als Pauschale berechnet werden.
    Ich glaube hier ist das Kreuzchen vom Vermieter einfach falsch gesetzt worden ( bei Pauschale für Heizkosten statt Betriebskosten) und meiner Meinung nach würde jedes Gericht auch so sehen

  • Linus .. ich glaube darüber sind wir uns alle einig, dass es sich um ein Versehen handelt, denn es macht ja so gar keinen Sinn.


    Der Autor möchte natürlich aus dem Fehler Kapital schlagen, was ich befürchte nicht gelingen wird, wenn er z.B. die Abrechnungen der letzten 4 Jahre mehr oder weniger anstandslos akzeptiert hat und selbst wenn es die erste Abrechnung wäre, hätte ich noch so ein bisschen Vertrauen in die Gerichte, dass er damit nicht durchkommt. Aber da sieht man mal wieder, Holzauge sei wachsam beim Ausfüllen von Mietverträgen.

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung. Jeder Mensch hat ein Recht auf meine Meinung.
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  • Hey Leute vielen dank schon mal,


    Also die Sache sieht so aus:


    - Einzug Mitte Nov 2009
    - Erste Abrechnung vom vermieter zwischen Tür und Angel mündlich Nov 2011, da habe ich was schriftliches verlangt
    - Woche später kam eine Mail vom Vermieter mit einer formlosen Aufstellung, tatsächliche Kosten minus wie viel bisher vorausbezahlt = Nachzahlung (und das nicht zu wenig, knapp 1500€) Wobei 2009 ja schon raus ist, da die ein Jahresfrist verstrichen ist.
    - auf weitere Anforderung von mir, mir die Nebenkostenabrechnung zuzuschicken, schickte er mir nur die 2te Seite der Abrechnung von der Hausverwaltung (mit der Nebenkostenaufstellung), die anfangs an ihn gesndet wurde, per Mail zu.
    - auf weitere Anforderung von mir, mir auch die restlichen Seiten (wo evtl. Einige der folgenden daten angegeben sind - der zählerstand, verbrauch, umlageschlüssel USW.), sagte er mir - ich soll mich an die Hausverwaltung wenden. Die hausverwaltung lehnte meine Bitte ab und verwies mich an den Vermieter. Und dann stand ich da.
    - dann ging ich zu der Verbraucherzentrale. Und da hat mir die Anwältin folgendes gesagt:
    1. Nachzahlung für 2009 nicht mehr gültig, da Frist nicht eingehalten
    2. Die Nachzahlungsaufforderung (wie z.b. falsch adressiert) ist formal falsch und daher auch nicht gültig, und da keine Korrektur für die Nachzahlungaufforderung für 2010 in der Frist eingereicht wurde, ist die nachzahlung für 2010 ebenfalls nicht mehr wirksam
    3. Im Mietvertrag sind keine Angaben zu den Betriebskosten angegeben und müssen somit nicht bezahlt werden, so dass sogar die 75€ für Heiz- und Warmwasserkosten ausreichen würden und sogar was zurück bekommen könnte.
    - jetzt hat der Vermieter angerufen und wollte, dass ich alles nachzahle sonst geht er zum Anwalt. Da ich keine vernüftige erklärung zu den kosten bekommen habe, kriegt er erstmal kein cent von mir. Deswegen bleibt mir nichts anderes übrig als mich zu informieren und auf den anwaltsschreiben zu warten :)


    Laut der Nebenkostenaufstellung sind auch die Verbrauchsdaten nicht nachvollziehbar, da ich in einem 7 Parteienhaus lebe und allein meine Heiz- und Warmwasserkosten 25% des Gesamtverbrauchs betragen. Ob die Daten falsch sind will ich nicht in frage stellen, aber hätte schon gerne wenigsten die zählerstände und die verbrauchspreise (kein Zähler in der Wohnung)


    Ich will kein Kapital schlagen, sondern nur Aufklärung und Gerechtigkeit.


    Danke für die vielen Antworten