Wasserkosten

  • Hallo.


    Dies ist meine erste Teilnahme in einem derartigen Forum, ich bitte daher vorab um etwas Nachsicht.


    Zur Situation:
    Ich lebe mit meinem Freund in einem 6 Parteien Mietshaus (zwei Haushälften = 2x3 Wohnungen). Mein Freund wohnt seit 10 Jahren hier und ich seit 2007. Ende 2009 haben wir die Wohnungen in meine im 1. OG zusammengelegt. Lange Zeit wohnten wir in "unserer" Haushälfte allein. Sporadisch zogen gelegentlich mal ein paar Leute für max. ein halbes Jahr ein. Dabei blieb es aber auch.
    In der anderen Haushälfte wohnte bis Oktober 2011 noch ein älteres Ehepaar. Im November 2011 zog dann in "unsere" Haushälfte in die Wohnungen unter und über uns eine große Familie ein (unter uns Mutter + zwei Kinder, über uns deren ältester Sohn mit Freundin, alle südosteuropäischer Herkunft und alle keiner regelmäßigen Tätigkeit nachgehend).


    Wir hatten noch nie Probleme mit Nachbarn, aber das Verhältnis zu den neuen Nachbarn stand von Anfang an unter keinem guten Stern, da die Frau Mama unter uns gleich das Regiment des Hauses an sich zog und begann, außen wie innen im Treppenhaus alles nach ihrem belieben zu dekorieren und zu verändern. Dabei wurden auch unsere paar Dekoartikel kurzerhand einfach beiseite geräumt und uns vor die Wohnungstür gestellt. Kommunikation findet von Anfang an nur über Briefchen statt. Ständig liegen bei uns Zettel im Briefkasten mit den abstraktesten Beschuldigungen, wir seien zu Laut, unsere Katzen nerven, etc. Immer wieder die Forderung nach gegenseitiger Rücksichtnahme, die jedoch ziemlich einseitig ist, da die machen, was sie wollen und selbst keine Rücksicht an den Tag legen. Normale Gespräche sind nicht möglich, da sie immer darin enden, dass die gute Frau uns anschreit.


    Diese ganzen zermürbenden Dinge sind jedoch fast nebensächlich im Gegensatz zu unserem derzeitigen Hauptproblem:


    Wir sind beide Berufstätig und die Gehälter reichen eben so um alle laufenden Kosten abzudecken und das am Ende des Monats noch ein bisschen zu freien Verfügung bleibt. Daher leben wir auch recht sparsam. Mein Freund kann beispielsweise täglich an der Arbeit duschen. Für das ganze Haus steht eine Wasseruhr zur Verfügung und die Kosten werden laut Vertrag personenabhängig umgelegt. Bislang waren die Kosten und der Gesamtverbrauch auch auf einem "normalen" Level. Seit dem Einzug der neuen Nachbarn laufen Täglich (Mo. - So.) ob oben oder unten 2-4 (mal mehr mal weniger) Waschmaschinen. Ein solches Verhalten kann in unseren Augen nicht normal sein und daher befürchten wir in der Nebenkostenabrechnung nächstes Jahr eine extrem Hohe Nachzahlung die wir nicht willens sind zu zahlen. Aber was kann man in dieser Situation unternehmen um nicht die Verschwendung der anderen mit zahlen zu müssen?


    Für hilfrecieh Antworten danke ich vorab.
    MFG

  • Anzeige
  • Problematisch und nicht einfach zu lösen.


    Es besteht keine Verpflichtung durch den Vermieter Wasseruhren einbauen zu lassen, da beim Bezug der Wohnung keine vorhanden waren, dies wäre hier aber dringend notwendig.
    Setzen Sie ihrem Vermieter die Pistole auf die Brust und drohen Sie mit Auszug. Sie werden in dem Haus sonst nicht mehr glücklich,
    ggf. würde ich auch tatsächlich über einen Auszug nachdenken.


    Die Dekoration im Treppenhaus durch Mieter hat überhaupt nicht zu erfolgen. Hier wäre ein entsprechender Hinweis an den Vermieter sinnvoll. Ob es was bringt, fraglich.
    Die Briefchen würde ich aufbewahren und ggf. dem Vermieter als Nachweis vorlegen. Streitigkeiten und Lärm durch die Mitbewohner dem Vermieter melden und entsprechend den Tipps hier im Portal zum Thema Mietminderung vorgehen. Mängel anzeigen. Mietminderung androhen. Frist setzen....


    Ich kann Ihnen da leider nicht viel Hoffnung machen. Schön, dass wir sowas mit unseren Steuergeldern noch finanzieren. Nicht.

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung. Jeder Mensch hat ein Recht auf meine Meinung.
    Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten ist eine Konstante. Die Bevölkerung wächst.


  • Das vergessen wir hier mal ganz schnell !


    Zitat

    Für das ganze Haus steht eine Wasseruhr zur Verfügung und die Kosten werden laut Vertrag personenabhängig umgelegt. Bislang waren die Kosten und der Gesamtverbrauch auch auf einem "normalen" Level. Seit dem Einzug der neuen Nachbarn laufen Täglich (Mo. - So.) ob oben oder unten 2-4 (mal mehr mal weniger) Waschmaschinen. Ein solches Verhalten kann in unseren Augen nicht normal sein und daher befürchten wir in der Nebenkostenabrechnung nächstes Jahr eine extrem Hohe Nachzahlung die wir nicht willens sind zu zahlen. Aber was kann man in dieser Situation unternehmen um nicht die Verschwendung der anderen mit zahlen zu müssen?


    Aus "Mietrechtslexikon":
    Der Mieter in einem Mehrfamilienhaus darf auf seine Kosten nachträglich einen Kaltwasserzähler in der Wohnung einbauen lassen. Der Vermieter kann dem nicht widersprechen.
    Der Vermieter ist nach dem Einbau verpflichtet, die Wasserkosten für diese Wohnung verbrauchsabhängig abzurechnen.
    Dazu ist natürlich Voraussetzung, dass der Zähler ordnungsgemäß abgelesen wird. Der Vermieter muss dabei die Richtigkeit der Zählerstände jeweils bestätigen bzw. ein neutraler Zeuge muss die Ablesung vornehmen und bestätigen. Der Zähler muss gegen Manipulationen des Mieter und Vermieters gesichert sein. (Urteil) Quelle: Grundeigentum 2003, 396-397


    Auch nach der Mietrechtsreform 2001 gibt es keine gesetzliche Verpflichtung des Vermieters Wasseruhren einzubauen um den Verbrauch jeder Wohnung genau zu ermitteln. Wird für bestimmte Betriebskosten, die von einem Verbrauch abhängen, dieser Verbrauch jedoch vom Vermieter erfasst (vor allem bei Installation von Wasseruhren) und sind keine spezielle Vereinbarung getroffen, so ist der Vermieter gesetzlich dazu verpflichtet, dem Mieter gegenüber nach dem festgestellten Verbrauch auch abzurechnen.


    Wenn der Vermieter Wasseruhren installiert hat und daher eine Abrechnung der Betriebskosten nach Verbrauch möglich ist, so ist ein anderer Umlageschlüssel auch dann nicht zulässig, wenn dies im Mietvertrag vereinbart ist.


    Sind Wasseruhren installiert, so besteht auch eine Verpflichtung diese Positionen nach dem angefallenen Verbrauch abzurechnen, ies soll nach einem Urteil des AG Köln (Amtsgericht Köln, Urteil vom 31.12.2012 - 212 C 38/12) auch gelten, wenn im Mietvertrag eine verbrauchsunabhängige Umlage vereinbart wurde.


    Wenn also Wasseruhren vorhanden sind, dann muss auch nach dem Verbrauch abgerechnet werden ( § 556 a BGB).


    Ist nichts vereinbart und es wird weder der Verbrauch, noch die Verursachung vom Vermieter erfasst, gilt die Wohnfläche als Umlagemaßstab § 556 a Abs 1 BGB.
    Das führt in vielen Fällen zu Ungerechtigkeiten. Kann aber meines Erachten auch in krasseren Fällen nicht als "unangemessenen Benachteiligung" gem § 242 BGB korrigiert werden, da eine eindeutige gesetzliche Regelung entgegensteht.

  • Minenfeld. Hatte den Fall, 5 Wohnungen Zähler, 1 Wohnung kein Zähler


    5 Wohnungen auf der Uhr 200 m3 -> Stadtwerke Zähler 400 m3


    der eine ohne hat also mit 2 Personen soviel verbraucht wie alle anderen zusammen ... hüstel


    viel Spass ...

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung. Jeder Mensch hat ein Recht auf meine Meinung.
    Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten ist eine Konstante. Die Bevölkerung wächst.

  • Das unterstreicht die Richtigkeit, das bei einen Einbau von Wasserzählern alle Wohnungen Berücksichtigung finden müssen.
    Die Summe aller Zähler liegt normalerweise unter dem Wert des Hauptwasserzählers. Die Differenz ist dann entsprechend der Wohnfläche aufzuteilen.

  • Hallo.


    Schonmal Danke für die zahlreichen Antworten.


    Der Vermieter ist so der Typus "Hauptsache die Miete wird gezahlt", ansonsten kümmert er sich um nahezu nix was seine Pflichten und seinen Grund und Boden betrifft. Separate Wasseruhren möchte er aber nicht haben, ist ja ein Kostenfaktor.
    Zitat "Ein Zähler kostet ja 100€ - 150€ und bei den vielen Zapfstellen..." "Ich kann denen ja nicht vorschreiben, wie oft sie zu waschen haben" ...


    Ich verstehe das bislang nach wie vor so, dass es keine Handhabe unsererseits gibt...


    MFG

  • Ich wollte kein neues Thread öffnen, denn hier in diesem geht es irgendwie um die Sache, die ich auch gerne klären möchte.


    Ich wohne in einer zwei-Zimmer-Wohnung. Ich wohne allein.
    Im Haus wohnen Familien mit Kindern. Klar, ihe Wohnfläche ist etwas größer als die meiner Wohnung, aber auch in den Wohnungen mit der gleichen Wohnfläche wohnen mindest zwei Personen.
    Letztes Jahr war ich über 5 Monate bei meiner Freundin.
    Also ich verbrauche definitiv weniger Wasser als die anderen Mieter des Hauses, trozdem bezahle ich -sozusagen- für den gesamten Verbrauch mit.
    So wie ich verstanden habe, ist der Vermieter nicht verpflichtet einen extra Wasserzähler in die Wohnung montieren zu lassen, aber was ist, wenn ich dies selber veranlassen möchte? DArf ich? Wieviel kostest das und habe ich dann Anspruch darauf, dass mein Wasserverbrauch individuell nach meinem Wasserzähler gemessen wird?
    Wäre euch sehr dankbar für kompetente Beratung bezüglich dieser Angelegenheit.
    Grüße

  • patruni:


    "Ich wohne in einer zwei-Zimmer-Wohnung. Ich wohne allein.
    Im Haus wohnen Familien mit Kindern. Klar, ihe Wohnfläche ist etwas größer als die meiner Wohnung, aber auch in den Wohnungen mit der gleichen Wohnfläche wohnen mindest zwei Personen."
    Soweit verstanden (Worum es jetzt gehen wird, ist mir schon längst klar...)


    "Letztes Jahr war ich über 5 Monate bei meiner Freundin."
    Macht nichts.


    "Also ich verbrauche definitiv weniger Wasser als die anderen Mieter des Hauses, trozdem bezahle ich -sozusagen- für den gesamten Verbrauch mit."
    Ist rechtlich korrekt.


    "So wie ich verstanden habe, ist der Vermieter nicht verpflichtet einen extra Wasserzähler in die Wohnung montieren zu lassen,"
    Richtig.


    "was ist, wenn ich dies selber veranlassen möchte? DArf ich?"
    Nein, ist nicht Dein Haus.


    "Wieviel kostest das ..."
    Die fristlose Kündigung und Schadenersatzforderungen.


    "und habe ich dann Anspruch darauf, dass mein Wasserverbrauch individuell nach meinem Wasserzähler gemessen wird?"
    Njet.
    Nur, wenn für jede Wohnung der Wasserverbrauch durch Zähler gemessen wird, ist entsprechend abzurechnen.

    Einmal editiert, zuletzt von Berny ()

  • danke für die Antwort!
    Also das heißt, dass nur wenn in jeder Wohnung einen Zähler gibt, wird der Verbrauch entrsprechend berechnet?
    Also, es würde nichts bringen, wenn ich einen Zähler bei mir montieren lasse?

  • danke für die Antwort!
    Also das heißt, dass nur wenn in jeder Wohnung einen Zähler gibt, wird der Verbrauch entrsprechend berechnet?
    Also, es würde nichts bringen, wenn ich einen Zähler bei mir montieren lasse?


    War ich undeutlich?

  • Wenn dein Vermieter damit einverstanden ist, müsstest du aber in allen Wohnungen Wasseruhren installieren. Ob sich das dann rechnet, bezweifel ich sehr stark.

  • Zitat

    Ich wollte kein neues Thread öffnen,


    Solltest Du aber.


    Kompetente Beratung bekommst Du bei einem Anwalt, hier lediglich Laienmeinungen.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari