Undichte Gasleitung - Wer muss zahlen?

  • Hallo,


    mein Freund, unser Sohn (5 Monate) und ich wohnen in einer Mietwohnung über einer Firma.
    Am Mittwoch Abend ist dem Niederlassungsleiter der Firma aufgeallen, dass es nach Gas riecht. Der Niederlassungsleiter wollte niemanden anrufen, sondern nur lüften und uns auf dem Pulverfass sitzen lassen, da es schon öfter zwischen der Firma und dem Vermieter zu Streiterein kam, weil niemand Kosten übernehmen möchte. Nach einer eher angeregten Diskussion, in der mir dann auch erzählt wurde, dass die Anlage seit 15 Jahren nicht mehr gewartet wurde, haben wir dann erstmal jemanden von der REWAG kommen lassen, da der Vermieter nicht zu erreichen war. Die haben dann festgestellt, dass mehrere Stellen undicht sind und direkt an den Austrittstellen bereits 50% Explosionsgefahr bestand.
    Jetzt wollen die heute nur die undichten Stellen reparieren und dann hat sich für die wieder erledigt.
    Da ist aber immer noch das Thema, wer die Kosten für diese Reparatur überhaupt bezahlen muss. Kann das an uns als Mieter hängen bleiben?
    Und kann ich noch so einer langen Zeit, wo die Anlage nicht überprüft wurde, darauf bestehen, diese warten zu lassen? Und wer muss dann die Kosten dafür tragen. Wenn niemand den Gasgeruch bemerkt hätte, und von uns hätte das sicher niemand, weil ja die Wohnung über der Firma ist, hätte es für uns sehr gefährlich werden können, laut den Fachmännern.
    Das ist doch fahrlässig, oder?!?


    Es wäre nett, wenn uns jemand weiterhelfen könnte.

  • Für Reparaturen ist verantwortlich der Vermieter.
    Da Sie allerings bei Gefahr im Verzuge handelten und der Vermieter nicht erreichbar war, können Sie trotzdem den Notdienst bestellen.


    BGB § 536 a Schadens- und Aufwendungsersatzanspruch des Mieters wegen eines Mangels
    (1) Ist ein Mangel im Sinne des § 536 bei Vertragsschluss vorhanden oder entsteht ein solcher Mangel später wegen eines Umstands, den der Vermieter zu vertreten hat, oder kommt der Vermieter mit der Beseitigung eines Mangels in Verzug, so kann der Mieter unbeschadet der Rechte aus § 536 Schadensersatz verlangen.
    (2) Der Mieter kann den Mangel selbst beseitigen und Ersatz der erforderlichen Aufwendungen verlangen, wenn
    1. der Vermieter mit der Beseitigung des Mangels in Verzug ist oder
    2. die umgehende Beseitigung des Mangels zur Erhaltung oder Wiederherstellung des Bestands der Mietsache notwendig ist.



    Damit ist alles klar. Führen Sie über die Maßnahme akribisch Buch. Man klann njie wissen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Kolinum ()

  • Corinna K.:


    "haben wir dann erstmal jemanden von der REWAG kommen lassen, da der Vermieter nicht zu erreichen war. Die haben dann festgestellt, dass mehrere Stellen undicht sind und direkt an den Austrittstellen bereits 50% Explosionsgefahr bestand."
    Etwas komisch... Ich kenne es so, dass bspw. bei meinem Haus ein Gasspürtrupp des örtlichen Versorger kam ("halten Sie die Haustür offen, warten sie vor dem Haus, niemand soll Treppenhauslich bzw. Klingeln betätigen") und nach erfolgreichem Schnüffeln die Gasversorgung absperrte und verplombte, dem Hauseigentümer einen Mängelbericht übergab mit Hinweis, dass nach erfolgter Instandsetzung durch einen zugelassenen Fachbetrieb der Versorger zu informieren sei.
    Es wurde dann nicht geflickt, sondern die komplette Leitung zw. Gasuhr und Unterverteilung ausgewechselt.

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung als Mieter und Vermieter, keine Rechts- oder Steuerberatung.


    Es grüsst Berny, der keine PMs entgegennimmt..