Heizkostenabrechnung

  • Hallo,


    ich habe gestern die erste Nebenostenabrechnung bzw. Heizkostenabrechnung meines Lebens erhalten und dies hat sich nicht gerade positiv auf meine Stimmung ausgewirkt.


    Die Heizkörper meiner Wohnung sind mit diesen Verdunstungsmessröhrchen von Kalorimeta ausgestattet. Diese wurden im März dieses Jahres abgelesen. Ich bin im August letzten Jahres eingezogen, habe den Vermieter darauf hingewiesen, dass eine Zwischenablesung stattfinden muss.


    Ich habe mich daraufhin mit Kalorimeta zwecks Terminfindung in Verbindung gesetzt. Da ein Terminvorschlag meinerseits nicht klappte, wurde mir gesagt, sie würden sich bei mir melden. Nichts passierte und dummerweise habe ich auch nicht mehr daran gedacht. Also, keine Zwischenablesung.


    In der Heizkostenabrechnung wird daher mit Gradtagszahlen gerechnet (das scheint mir dann auch korrekt zu sein, zumindest stimmt der Nutzungszeitraum).


    Ich habe gestern den Vermieter zur Rede gestellt, der teilte mir mit, dass er es nicht einsehen würde eine Zwischenablesung zu bezahlen. Das wäre ja Sache meiner Vormieterin gewesen. Die hat aber Mietschulden bei ihm...


    Ich stelle mir nun einige Fragen:
    1. Wann wurde überhaupt das letzte Mal abgelesen? Gibt es gesetzliche Regelungen, wie viel Zeit zwischen den Ablesungen liegen darf?


    2. Warum wurde bei den anderen Parteien im Haus bereits im Dezember abgelesen und bei mir erst im März? Ist doch klar, dass ich dann viel höhere Verbrauchswerte habe als die anderen und anteilmäßig auch mehr zahlen muss.


    3. Warum stimmen die Ablesewerte auf der Heizkostenabrechnung nicht mit denen auf meinem Ablesebeleg überein (die Werte auf der Heizkostenabrechnung sind geringer...).


    4. Und vor allem - kann man 440€ in 5 Monaten verheizen (65qm, im WZ ca. 22°C, in allen anderen Räumen steht Heizung auf 1).


    Vielleicht wisst ihr einen Rat und könnt mir etwas weiterhelfen, da ich morgen ein Gespräch mit einer Mitarbeiterin der besagten Messfirma habe.


    Vielen Dank

  • Anzeige
  • Was die Kosten und Beauftragung der Zwischenablesung angeht, irrt Ihr Vermieter gewaltig. Diese Kosten uss der Vermieter tragen, so entschied der BGH: Berliner MieterGemeinschaft e.V.- BGH-Urteil: Kosten der Verbrauchserfassung (Zwischenablesung) bei Mieterwechsel


    Da Ihr Vermieter auch der Vertragspartner von Kalorimeta ist, hätte er auch den Auftrag dazu erteilen müssen.


    Alle anderen Fragen wird Ihnen der Mitarbeiter von Kalorimeta besser beantworten können.

  • Hallo Mainschwimmer,


    vielen Dank für deine Antwort. Ich wollte mich gerade über die gute Nachricht freuen, da finde ich im Mietvertrag die Klausel " Neben Nettomiete sind folgende Kosten vom Mieter zu tragen [...] Gebühren für die Zählerablesung bei Auszug".

  • Gegenfrage. Wenn diese Klausel formularmäßig (in allen Mietverträgen) eingetragen ist, dann ist sie laut BGH nicht mehr gültig. Anders sähe es aus, wenn diese Vereinbarung nachträglich oder per Hand in den Mietvertrag aufgenommen und Sie mit dem Vermieter darüber diskutiert hätten.


    Klartext: Ein Mietvertrag, in dem solche oder auch andere Klauseln von vornherein enthält (weil er vorgedruckt ist, oder vom Vermieter entworfen und für alle seine Wohnungen genommen wird) ist bei Änderungen der Gesetzeslage in doiesen Punkten nicht mehr gültig. Das galt z.B. für die Verkürzung der Kündigungsfristen auf einheitlich 3 Monate und auch für die starren Renovierungsfristen.

  • Wenn diese Klausel formularmäßig (in allen Mietverträgen) eingetragen ist, dann ist sie laut BGH nicht mehr gültig.


    Hallo Mainschwimmer,
    bezieht sich diese BGH-Rechtssprechung nicht eher auf die Renovierungsklauseln?

  • Nö, nicht nur. Das gilt auch für solche Klauseln wie die mit der Zwischenablesung. Sollte vor längerer Zeit ein Vermieter solch eine Klausel einzelvertraglich in seine AGB (Mietvertrag) aufgenommen haben, dann hätte sie auch trotz des BGH Urteils weiterhin Bestand.


    Da das aber sicherlich sehr selten passiert ist, solche Dinge standen/stehen wohl eher in Mietverträgen der Interessenverbände (z.B. Haus & Grund) und wären damit ungültig.


    Auf dem gleichen Wege wurden 99,9% aller (vorgedruckten) Kündigungsfristen auf 3 Monate gleich geschaltet, egal, was im Mietvertrag geschrieben steht. Und das gilt auch für sogenannte Altverträge.