Betriebskosten Wasser / Abwasser

  • Hallo!


    Mein Vermieter hat mir erst kürzlich die Betriebskostenabrechnung für das jahr 2011 eingereicht. Einige Positionen können nicht belegt werden aber das wurde schon geklärt...


    Meine Frage bezieht sich auf die Position Wasser / Abwasser. Ich habe mich über die Werte ziemlich gewundert, da diese stark von der Abrechnung 2010 abweichen.


    Details:


    2010 Gesamtwasserverbrauch des 3-Parteien-Hauses 234 m³ Gesamtkosten 525 € Meine anteiligen Kosten für 47 m³ 104 €


    2011 Gesamtwasserverbrauch des 3-Parteien-Hauses 215 m³ Gesamtkosten 900,31 € !!! Meine anteiligen Kosten für 54 m³ 228 €


    Die Gesamtkosten sind somit um 70% gestiegen und meine eigenen Kosten um über 110%! Ich kann mir einfach nicht erklären wie dies zustande kam.


    Natürlich habe ich die Unterlagen meines Vermieters eingesehen und komme rechnerisch von der Abrechnung der Stadtwerke (208m³=470€) und der Schmutzwassergebühr der Stadt (242m³=430€) auf die oben beschriebenen 900€.


    Nach Rückfrage bei den Stadtwerken und der Stadt sind die Preise angeblich stabil geblieben.


    Auf der Betriebskostenabrechnung taucht dann der Gesamtverbrauch von 215 m³ auf den ich aus den unterlagen nicht nachvollziehen kann und laut Hausverwalter wurden die Verbräuche von meinem Vermieter übermittelt. Darüber habe ich jedoch keine Belege. Leider habe ich auch nicht mehr die Zählerstände aus dem Jahr... :-/


    Kann der Fehler schon in der Abrechnung 2010 liegen? Wenn ich auf die 900€ komme, kann dann etwas mit den 215m³ oder den 54m³ nicht stimmen oder?


    Ich will bestimmt nicht alles anfechten/anzweifeln aber für mich ist es einfach nicht nachzuvollziehen wieso ich für 7 m³ Mehrverbrauch mehr als das Doppelte zahlen soll. Auf dem Festsetzungsbescheid der Stadt steht auch, das dieser gesenkt wurde und es ja demnach günstiger werden müsste!?


    Welche Unterlagen oder Nachweise muss/kann mir der Vermieter noch vorlegen oder wie muss er mir die Position sauber nachweisen?


    Ich würde mich sehr über Antworten freuen!


    P.S. Was ist ein angemessener Stundenlohn für die Treppenhausreinigung? Mein Vermieter verlangt für einen nicht angemeldeten Putzdienst 1200 € pro jahr ohne jegliche Belege/Nachweise bei 1 x wöchentlicher Reinigung (1 Std.)


    Sollte mein Vermieter jetzt einen offiziellen Putzdienst engagieren, haben die Mieter mitspracherecht oder müssen die zukünftigen Kosten einfach hingenommen werden (wenn diese beispielsweise noch höher ausfallen sollten?)

  • Hallo hYperMS,


    "Mein Vermieter hat mir erst kürzlich die Betriebskostenabrechnung für das jahr 2011 eingereicht."
    - Wann, genau, hast Du sie bekommen?


    Zu dem Durcheinander mit dem Wasserverbräuchen kann ich nur sagen, dass die Angaben der Originalbelege mit den Angaben der BK-Abrechnung übereinstimmen müssen, sowohl Verbräuche als auch die geleisteten Zahlungen mit den von den Mietern geforderten Zahlungen.
    Hier müsste man die erforderlichen Belege einsehen können.


    "Welche Unterlagen oder Nachweise muss/kann mir der Vermieter noch vorlegen?"
    - Grundsätzlich alle, um die Korrektheit der BK_ABr nachzuweisen.


    "Was ist ein angemessener Stundenlohn für die Treppenhausreinigung? Mein Vermieter verlangt für einen nicht angemeldeten Putzdienst 1200 € pro jahr ohne jegliche Belege/Nachweise bei 1 x wöchentlicher Reinigung (1 Std.)"
    - Max. 20€/Std.
    Es kommt aber darauf an, wieviel unter Beachtung des Wirtschaftlichkeitgebots der Putzdienst tatsächlich nachweisbar erhält (per Banküberweisung, nicht Verwandtschaftskungelei).


    "Sollte mein Vermieter jetzt einen offiziellen Putzdienst engagieren, haben die Mieter mitspracherecht oder müssen die zukünftigen Kosten einfach hingenommen werden"
    - Die Mieter müssen nur zahlen, wenn dies im Mietvertrag vereinbart wurde; wie gesagt, das Wirtschaftlichkeitsgebot ist zu beachten.

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung als Mieter und Vermieter, keine Rechts- oder Steuerberatung.


    Es grüsst Berny, der keine PMs entgegennimmt..

    Einmal editiert, zuletzt von Berny ()

  • :)Hallo auch hier,


    Kurz und bündig, die Kosten für Frisch- und Abwasser, laut Rechnung der Stadtwerke, also 228 m³ = 470 €, muß der VM nach Verbrauch, da ja alle Wohnungen eine Wasseruhr haben, nach Verbrauch umlegen. Was bei Deinen 54 m³ ca. 111 € wären.


    Die Schmutzwassergebühren der Stadt (430 €). Müssen, wenn nicht anders vereinbart, nach Wohnfläche umgelegt werden.


    Und nicht zusammen mit den Frisch- und Abwasserkosten nach Verbrauch. Das entspräche einem Kubikmeterpreis von fast 4 €.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
    ____________________________________________________________________________
    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • also wenn das wirklich stimmt, dass abwasser etwas anderes als schmutzwasser ist und das abwasser mit dem frischwasserverbrauch der stadtwerke abgerechnet wird dann sieht das wieder ganz anders aus :)


    mich macht nur stutzig das bei den stadtwerken glaube ich nichts von abwasser zu finden ist!?


    aber es klingt logisch das schmutzwasser die kanalgebühren und versiegelte flächen etc sind!


    dann hätte ich (wenn ich die schwarzarbeit der treppenhausreinigung mit rausrechne, ihm evtl doch einen anteiligen betrag von 9€/Std. berechne) keine nachzahlung von 278 € sondern eine gutschrift von 300€ :D


    ich hoffe das mit dem abwasser und schmutzwasser ist wirklich so!


    dann wäre die sache endlich vom tisch und gut is! :)


    vielen dank!

  • Wie ich Dir an anderer Stelle schon schrieb, jede Kommune gibt dem Kind einen anderen Namen. Eine nennt es Kanalgebühr, die nächste Regenwassereinleitungsgebühr und bei Dir eben Schmutzwassergebühr.

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    Gruß anitari

  • Zitat

    Von der Rechtssprechung wird in der Konsequenz nunmehr von allen Städten und Gemeinden gefordert, Abwassergebühren getrennt nach bezogenem Frischwasser
    (Schmutzwassergebühr) und nach an die öffentliche Kanalisation angeschlossener, bebauter oder
    künstlich befestigter Grundstücksfläche (Niederschlagswassergebühr) zu erheben.
    Die Schmutzwassergebühr wird verbraucherbezogen nach dem Frischwasserbezug über Ablesen
    der Werte an der Wasseruhr berechnet.


    das habe ich gerade noch gefunden!?


    ist das abwasser dann doch = schmutzwasser???????

  • hYperMS:


    "also wenn das wirklich stimmt, dass abwasser etwas anderes als schmutzwasser ist und das abwasser mit dem frischwasserverbrauch der stadtwerke abgerechnet wird dann sieht das wieder ganz anders aus :)


    mich macht nur stutzig das bei den stadtwerken glaube ich nichts von abwasser zu finden ist!?


    aber es klingt logisch das schmutzwasser die kanalgebühren und versiegelte flächen etc sind!"


    Jetzt fällt mir dazu etwas ein (Langzeitgedächtnis:eek:):
    Vorab: Grundsätzlich fällt Schmutzwasser in der gleichen Menge an wie Frischwasser.
    Früher wurde das Regen-(oder Oberflächen)-abwasser auch von der Gemeinde abgerechnet, nicht vom EVU. Das macht seit etlichen Jahren in der Stadt, wo meine Immobilie steht, nun jedoch das EVU.

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  • ist das abwasser dann doch = schmutzwasser???????


    Wie Anita schreipte: "Kanalgebühr, Regenwassereinleitungsgebühr und bei Dir eben Schmutzwassergebühr." Dann gibbet noch Oberflächenwasser ...:eek:

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  • ja ich hab jetzt gelesen (s.o.) das schmutzwasser doch das gleiche wie abwasser und nicht nur kanalgebühren und versiegelte flächen sind???


    430€ können doch nicht nur die versiegelten flächen und kanalgebühren sein oder?


    mich nervt das sooo tierisch jede gemeinde machts anders.... darf das schmutzwasser jetzt zu meinem frischwasserverbrauch dazugerechnet werden oder muss das nach qm-Wohnfläche abgerechnet werden????

  • Ich denke, ich bin der Lösung näher gekommen:


    - Aus Deinem Erstposting: "Natürlich habe ich die Unterlagen meines Vermieters eingesehen und komme rechnerisch von der Abrechnung der Stadtwerke (208m³=470€) und der Schmutzwassergebühr der Stadt (242m³=430€) auf die oben beschriebenen 900€."
    - Da dürften nicht 242m³ Schmutzwasser gemeint sein, sondern Regen-/Oberflächenabwasser für eine Grundstücks-(bzw. Berechnungs-)grösse von 242m².
    Regen- und Schmutzabwasser berechnet bei mir übrigens die Gemeinde, das EVU macht lediglich dafür das Inkasso.

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  • Ich denke, ich bin der Lösung näher gekommen:


    - Aus Deinem Erstposting: "Natürlich habe ich die Unterlagen meines Vermieters eingesehen und komme rechnerisch von der Abrechnung der Stadtwerke (208m³=470€) und der Schmutzwassergebühr der Stadt (242m³=430€) auf die oben beschriebenen 900€."
    - Da dürften nicht 242m³ Schmutzwasser gemeint sein, sondern Regen-/Oberflächenabwasser für eine Grundstücks-(bzw. Berechnungs-)grösse von 242m².
    Regen- und Schmutzabwasser berechnet bei mir übrigens die Gemeinde, das EVU macht lediglich dafür das Inkasso.


    ok also habe ich den Verbrauch von 208 m³ der stadtwerke nach verbrauch zu zahlen und die schmutzwassergebühren nach qm-Wohnfläche???

  • Zitat

    Der VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat am 15.07.2009 (VIII ZR 340/08) entschieden, dass der Vermieter die Kosten für Frischwasser und die Entwässerung bei der Betriebskostenabrechnung jedenfalls dann in einer Summe zusammenfassen und einheitlich abrechnen darf, wenn die Umlage dieser Kosten einheitlich nach dem durch Zähler erfassten Frischwasserverbrauch vorgenommen wird.


    Und jetzt?


    Also da bei mir bei den Stadtwerken nur Wasser draufsteht wird das Abwasser bei mir "Schmutzwasser" heißen! Somit ist die Abrechnung nach Verbrauch und deren Zusammenfassung richtig!?


    Nur die Frage bleibt dann immernoch wieso es so teuer geworden is :-/

  • ok also habe ich den Verbrauch von 208 m³ der stadtwerke nach verbrauch zu zahlen und die schmutzwassergebühren nach qm-Wohnfläche???


    yes, Deine Wohnfläche anteilig der Gesamtwohnfläche der Immobilie.

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    Es grüsst Berny, der keine PMs entgegennimmt..

  • Zieh Dich doch nicht an den Bezeichnungen Schmutz- oder Abwasser hoch.


    Das eine, bei Dir als Schmutzwasser bezeichnet, ist eine Gebühr der Gemeinde/Stadt. Diese wird dem Eigentümer/Vermieter nach versiegelter Fläche des Grundstücks auferlegt.

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    Gruß anitari

  • Zitat

    Diese wird dem Eigentümer/Vermieter nach versiegelter Fläche des Grundstücks auferlegt.


    So sollte es sein, wird aber nicht von allen Komunen auch so berechnet.
    Daher auch der Begriff Niederschlagwasser.

  • So sollte es sein, wird aber nicht von allen Komunen auch so berechnet.
    Daher auch der Begriff Niederschlagwasser.


    Das alles versuche ich Fragesteller schon den ganzen Tag, nicht nur in diesem Forum, zu erklären.


    Mal davon abgesehen ist es für die Umlage/den Mieter völlig irrelevant wie die Kommune das dem Vermieter berechnet.

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    Gruß anitari

  • Zitat

    Mal davon abgesehen ist es für die Umlage/den Mieter völlig irrelevant wie die Kommune das dem Vermieter berechnet.


    Das schon, nur wird der VM das in gleicher Form in der NK-Abr. weitergeben.
    Zudem muss W und AW immer getrennt aufgeführt sein, allein wegen der 7% MwSt.


    In einem meiner Nachbarlandkreise wird Niederschlagwasser in m³ berechnet.
    Die holen sich angeblich beim Wetteramt, die Niederschlagsmengen und rechnen das in m³ um.
    Das ist lt. Verwaltungsgericht erlaubt.
    Die Grundsteuer dagegen zu erhöhen und dafür das Abwasser reduzieren (wäre die einfachste aller Abrechnungsmethoden) wurde vom Verwaltungsgericht verboten.

  • Nochmal danke für eure Antworten!


    Die Position Niederschlagswasser steht aber separat auf dem Bescheid der Stadt! Das wurde laut den gesetzlichen Vorgaben ja auch getrennt und hat mein VM auch getrennt abgerechnet!