Darf der Vermieter eine Küchenübernahme behindern?

  • In unserer Ex-Wohnung ist eine Einbauküche. Ein Nachmieter ist gefunden, dessen Kontaktdaten wir nicht haben. Es könnte also sein, daß dieser Nachmieter die Küche gerne übernehmen würde. Der Vermieter verlangt jedoch die Entfernung der Küche und will den Nachmieter nicht darauf ansprechen.


    Das ganze ist die aktuelle Eskalationsstufe einer Menge bösen Blutes, daher ist mit diplomatie nichts mehr zu erreichen. Was mich also nur noch interessiert: Kann ich verlangen, daß dem Nachmieter eine Übernahme angeboten wird? Schließlich entsteht erheblicher finanzieller Schaden ohne Notwendigkeit, u.U. für uns *und* den Nachmieter.

  • Anzeige
  • Wenn die Wohnung bei Mietbeginn ohne Einbauküche von Ihnen übernommen wurde, so ist hier der Vermieter leider im Recht.

  • Die Küche haben wir damals vom Vermieter übernommen, sie war schon eingebaut gewesen. Unser Vormieter hatte sich damals aus dem Staub gemacht und der Vermieter war dadurch u.a. in den Besitz der Küche gelangt.

  • Es wäre zuerst zu klären, ob die Küche


    - Ihnen mitvermietet wurde oder
    - Ihnen übereignet wurde


    Wenn das klar ist, dann wäre im
    1. Fall die Küche zugehöriger Gegenstand der Wohnung und müsste dort verbleiben. Im
    2. Fall müssen Sie die Küche mitnehmen.

  • Es wäre zuerst zu klären, ob die Küche
    - Ihnen mitvermietet wurde oder
    - Ihnen übereignet wurde


    ... welches unser Fragesteller zu beweisen hätte (Mietvertrag, Übergabeprotokoll).

  • Wenn der Vermieter darauf besteht, dass Sie die Küche entfernen, können Sie nichts dagegen tun. Er kann rein rechtlich darauf bestehen, dass die Wohnung in den Zustand zurück versetzt wird, in den er damals an Sie übergeben wurde.


    Bieten Sie ihm € 100 oder ähnlich, damit er sich überzeugen lässt. Ansonsten müssen Sie die Küche wohl ausbauen, was natürlich schade und auch ärgerlich ist, da verstehe ich Sie.


    Man kann auch schauen, dass man die Küche für diese Zeit ausbaut, und danach wieder einbaut. Das ist zwar bisle doof so, aber wenn es sich lohnt, dann geht das schon. Man muss ja nicht immer alles auseinander bauen.

  • Wenn der Vermieter darauf besteht, dass Sie die Küche entfernen, können Sie nichts dagegen tun. Er kann rein rechtlich darauf bestehen, dass die Wohnung in den Zustand zurück versetzt wird, in den er damals an Sie übergeben wurde.


    .


    und genau deswegen können Sie darauf bestehen, dass die Küche drin bleibt. Weil wie bereits in einem Vorpost geschrieben, haben Sie die Küche vom Vermieter übernommen, dass heisst die Wohnung wurde "mit Küche" übergeben.

  • Vollkommen richtig, sorry, hat Rudolpho Recht, habe ich nicht richtig gelesen. Ist dem Vermieter sein Problem. Wenn er die Küche raus haben will, dann muss er das machen, nach dem Auszug sogar.

  • Also die Küche war drin als wir einzogen.


    Gleichzeitig haben wir sie aber vom Vermieter abgekauft, ab da gehörte sie uns. Der Vermieter kann mit seiner Wohnung machen, was er will, er kann auch die -- ja nun fremde -- Küche weghaben wollen (nach Beedigung des Mietverhältnisses). Soweit glaube ich nicht, daß wir was machen können.


    Andererseits kann er dem Nachmieter nicht vorschreiben, diese Küche nicht drinhaben zu wollen. Außer mit sehr guten Gründen, aber die hat er gewiß nicht.


    Ich kann auch verstehen, daß Datenschutzgründe es verbieten, daß man uns die Kontaktdaten des Nachmieters gibt. Ich brauche die ja auch nicht.


    Nur wird jetzt hier vom Vermieter ohne Grund eine triviale Vermittlung unterbunden, die seine beiden Vertragspartner hunderte von Euro sparen würde. Ich stehe in einem vertraglichen Zwang zum Vermieter, den dieser ausnutzt, um mir finanziellen Schaden zuzufügen, ohne daß das vertraglich so vereinbart war, oder es irgendwem einen Vorteil verschafft, oder die Vermittlung nicht zumutbar wäre. Es gibt kein Gesetz gegen Arschlöchrigkeit, das ist mir schon klar, dennoch interessiert mich, ob man das hinnehmen muß. Manchmal gibt es ja doch ganz interessante Urteile ...

  • muss der Nachmieter nicht nochmal in die Wohnung zum z. B. Ausmessen oder so solange ihr noch da wohnt?? DANN hast du die Gelegenheiet

  • Zitat

    Mußte er wohl nicht, und nun sind wir da auch endgültig raus.


    Und warum jammerst du denn jetzt noch rum. Fakt ist doch, dass jeder Vermieter von seinen Mietern verlangen kann, dass die ihre Plünnen komplett mitnehmen. Da es die Rückbaupflicht gibt, muss auch nichts im Vertrag vereinbart werden.

  • Und warum jammerst du denn jetzt noch rum.


    Vielleicht weil es um einiges an Geld geht?


    Fakt ist doch, dass jeder Vermieter von seinen Mietern verlangen kann, dass die ihre Plünnen komplett mitnehmen. Da es die Rückbaupflicht gibt, muss auch nichts im Vertrag vereinbart werden.


    Danke, damit hast du das, was ich bereits geschrieben habe, schön paraphrasiert. Hast du auch was belastbares zu meiner Frage zu sagen?

  • Zitat

    Hast du auch was belastbares zu meiner Frage zu sagen?


    Gib mal den Begriff "Rückbaupflicht des Mieters" bei Google ein, dann wirst du fündig. Oder hast du gedacht, dass ich dir für lau die §§ und Aktenzeichen liefere?

  • Tja, dumme Sache. Ich glaube nicht, dass man da was machen kann. Auch wenn Sie die Kontaktdaten vom Nachmieter haben würden, könnte der Vermieter drauf bestehen, dass Sie "Ihr Eigentum" raus räumen.


    Ich würde die Küche raus bauen und gut. Ich wüsste nicht, wie Sie dem Vermieter hier etwas könnten. Er kann eine leere Wohnung verlangen, Sie können nicht auf die Kontaktdaten bestehen und das vertragliche Verhältnis zwischen Ihnen beiden hat mit einem neuen vertraglichen Verhältnis nichts zu tun. Ob Sie oder der Nachmieter Geld sparen oder nicht, braucht den Vermieter nicht wirklich zu interessieren, salopp ausgedrückt.


    Schließen Sie damit ab und vergessen Sie die Sache, das wäre mein Tipp.

  • Ja, besser so. Zumal die Zeit davonlief. Die Sache ist seit gestern Abend erledigt. Es gab dann noch ein insofern versöhnliches Ende, als daß die Küche -- wenn auch verschenkt -- an eine nicht so wohlhabende junge Familie ging.


    Man muß als Mieter bei Vertragsabschluß aufpassen, daß bei übernommenen großen Einbaugegenständen (die dann mir gehören) eine Übernahme durch den Nachmieter versucht wird. Kann man ja auch einem Extrawisch recht formlos machen. Ich bin als Mieter immer zu defensiv gewesen. Anderenfalls kommt es zur Katastrophe, wenn es am Ende böses Blut gibt. In den allermeisten Fällen passiert es ja eh mit der Übernahme so.


    Was jetzt die rechtliche Seite angeht, kann wohl jeder im Forum -- inklusive mir -- nur mutmaßen, und es ist ja jetzt ohnehin nur noch theoretisch. Für mich ist sicher, daß es Nötigung wäre, wenn ein Vermieter sagen würde "wenn Sie nicht xxx machen, werde ich verlangen, daß sie die Küche rausreißen". Aber xxx hat hier gefehlt. Es war eine reine "Bestrafungsaktion". Naja.

  • Naja, ist gut dass Sie es beendet haben. Man lernt halt nie aus. Man sollte es als Lehrgeld verbuchen und gut ist. Na dann, viel Erfolg bei Ihrem nächsten Vermieter, vielleicht ist er ein Netter/ eine Nette.....

  • Naja, ist gut dass Sie es beendet haben. Man lernt halt nie aus. Man sollte es als Lehrgeld verbuchen und gut ist. Na dann, viel Erfolg bei Ihrem nächsten Vermieter, vielleicht ist er ein Netter/ eine Nette.....


    Hallo Bronger,
    oben zitierter User ist hier als Seelsorger tätig. Also, bitte beachte seine Worte.:rolleyes:

  • Also die Küche war drin als wir einzogen.
    Gleichzeitig haben wir sie aber vom Vermieter abgekauft, ab da gehörte sie uns.


    Damit ist die Küche Ihr Eigentum und müssen diese bei Räumung der Wohnung mitnehmen.
    Der Vermieter ist in keiner Weise verpflichtet, Ihnen beim Verkauf der Küche an einen Interessenten behilflich zu sein.