Kündigung ohne Grund

  • Hallo,


    ich bin neu hier und brauche dringend eure Hilfe.


    Wir haben eine Kündigung von unserer Vermieterin bekommen. Inhalt der Kündigung:


    Kündigung
    Sehr geehrte ....
    hiermit kündige ich das Mietverhältnis fristgerecht zum 30.11.2013.
    MFG


    Die Kündigung ist doch nicht rechtens, oder? Leider erreiche ich unsere Vermieterin nicht. Wir wohnen jetzt knapp zwei Jahre in der Wohnung und warten schon ziehmlich lange das diverse Mängel behoben werden. Darauf hin WOLLTEN wir die Miete kürzen, was wir aber nur schriftlich "angedroht" haben. Darauf hin (denken wir) kam die Kündigung.


    Unabhänig von der Kündigung muss die Vermieterin doch ihren Pflichten nachkommen, oder?


    Ich hoffe ihr könnt mir die Angst nehmen, das ich nicht ausziehen muss :/.


    VG

  • Hallo agonites,


    gerne nehme ich Dir die Angst:


    "Kündigung
    Sehr geehrte ....
    hiermit kündige ich das Mietverhältnis fristgerecht zum 30.11.2013.
    MFG"
    - Ist wirkungslos, da ohne Begründung.
    Ich würde widersprechen, da sie den gesetzlichen Anforderungen nicht entspricht.


    "Wir wohnen jetzt knapp zwei Jahre in der Wohnung und warten schon ziehmlich lange das diverse Mängel behoben werden. Darauf hin WOLLTEN wir die Miete kürzen, was wir aber nur schriftlich "angedroht" haben."
    - Wenn die Mietsache (echte) Mängel hat, würde ich diese tabellarisch aufzählen und mit Verweis auf § 535 BGB den VM per Einwurfeinschreiben auffordern, diese zeitnah zu beheben, auch, um die Substanz der Mietsache zu erhalten und Mietminderungen zu vermeiden.

  • Hallo Benny,


    vielen Dank für deine Antwort. Der Widerspruch muss bis 30.09 bei der Vermieterin eingehen, oder?
    "Sehr geehrte...
    hiermit widersprechen wir Ihrer Kündigung vom 20.08, da diese nicht den gesetlichen Anforderungen entspicht.
    MFG"
    Wäre die Formulierung in Ordnung? Wir würden den Widerspruch persönlich einwerfen da Einschreiben-Rückscheine nicht angenommen werden und direkt zu uns zurück kommen. :(.


    Die Aufzählung der Mängel hat sie schon schriftlich bekommen. Werde dazu nochmal ein anders Thema im passenden Bereich eröffnen.


    Aber gut zu wissen, das wir "erstmal" dieses Jahr nicht mehr umziehen müssen. Trotzdem alles sehr schade...

  • "Der Widerspruch muss bis 30.09 bei der Vermieterin eingehen, oder?"
    - Nein. Auch ein unterlassener Widerspruch macht eine unwirksame Kündigung nicht rechtswirksam.


    ""Sehr geehrte...
    hiermit widersprechen wir Ihrer Kündigung vom 20.08, da diese nicht den gesetzlichen Anforderungen entspicht.
    MfG"
    Wäre die Formulierung in Ordnung?"
    - Ich halte sie für i.O.


    "Wir würden den Widerspruch persönlich einwerfen"
    - Reicht aus.


    "Trotzdem alles sehr schade..."
    - Sehe ich auch so. Aber tröste Dich: Je höher jemand steigt (oder steigen will), desto tiefer wird der Fall sein...:cool:

  • - Nein. Auch ein unterlassener Widerspruch macht eine unwirksame Kündigung nicht rechtswirksam.


    heißt das wir müssten gar nicht widersprechen?

  • Muss das Thema noch mal aufgreifen.


    Unsere Vermieterin hat sich tatsächlich gemeldet und wollte auch vorbei kommen. Nur leider ist aus dem Versprechen nichts geworden. Ich habe jedoch weiter die Miete bezahlt (ohne Abzüge).
    Jedoch habe ich keinen Widerspruch, wie ich vorhatte eingereicht, das sie ursprünglich vorbei kommen wollte *grml*.


    Ich brauche doch jetzt keine Angst haben, wenn sie am 30. November auftaucht das ich ausziehen muss, oder? Den Widerspruch habe ich nicht eingereicht da ich "dachte" wir kommen zu einer Einigung und wollte damit nicht schon wieder die Stimmung verderben.


    Ich hoffe mir kann jemd. ganz sicher die Angst nehmen oder hat noch einen weitern Tipp für mich.


    VG

  • BGB § 574 Widerspruch des Mieters gegen die Kündigung


    (1) Der Mieter kann der Kündigung des Vermieters widersprechen und von ihm die Fortsetzung des Mietverhältnisses verlangen, wenn die Beendigung des Mietverhältnisses für den Mieter, seine Familie oder einen anderen Angehörigen seines Haushalts eine Härte bedeuten würde, die auch unter Würdigung der berechtigten Interessen des Vermieters nicht zu rechtfertigen ist. Dies gilt nicht, wenn ein Grund vorliegt, der den Vermieter zur außerordentlichen fristlosen Kündigung berechtigt.


    (2)......


    (3) Bei der Würdigung der berechtigten Interessen des Vermieters werden nur die in dem Kündigungsschreiben nach § 573 Abs. 3 angegebenen Gründe berücksichtigt, außer wenn die Gründe nachträglich entstanden sind.


    (4)......

  • BGB § 574 Widerspruch des Mieters gegen die Kündigung
    (1) Der Mieter kann der Kündigung des Vermieters widersprechen und ...


    Dann genügt es doch eigentlich, um Mieter's Rechtsposition deutlich zu machen, wenn er schreibt: "Ich widerspreche der Kündigung unter Verweis auf § 574 BGB."

  • Das Widerspruchsrecht in §574 BGB bezieht sich imho auf eine rechtskonforme Kündigung.


    Ich würde begründen dass die Kündigung nicht §573 (3) BGB entspricht da keine Begründung angegeben ist.


    (3) Die Gründe für ein berechtigtes Interesse des Vermieters sind in dem Kündigungsschreiben anzugeben.


    Eine Kündigung ohne Gründe ist von sich aus nichtig und kann auch einfach ignoriert werden. Passieren wird dadurch nichts, der Vorteil wäre, wenn der VM dann doch einen Grund findet (z.B. Eigenbedarf) , beginnt die gesetzliche Kündigungsfrist wieder ab dem Zugang der begründeten Kündigung.


    Aber hier scheint es sich um eine naive Vermieterin zu handeln oder sie hofft auf genauso naive Mieter, welche die Kündigung einfach hinnehmen.

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung. Jeder Mensch hat ein Recht auf meine Meinung.
    Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten ist eine Konstante. Die Bevölkerung wächst.

    2 Mal editiert, zuletzt von Vermieter ()

  • Also, muss ich doch reagieren. :confused:. Nicht das es hinter heißt wir haben das "stillschweigend" akzeptiert!?


    Jedoch gem. §574 BGB (#10 von Kolinum) "kann" der Mieter der Kündigung widersprechen. Das verstehe ich dann so das wir die Kündigung quasi auch wegwerfen könnten.


    Oh man was so ein DIN A4 Zettel auslösen kann.
    Danke für eure Antworten!

  • "..."kann" der Mieter der Kündigung widersprechen"


    Ja, einer rechtsgültigen Kündigung kann man widersprechen, wenn eine gewisse Härte (Behindertes Kind o.ä.) vorliegt.
    In diesem Fall wurde aber gar keine rechtsgültige Kündigung ausgesprochen.


    Du hast also lediglich ein bedrucktes Blatt Papier bekommen, dass du zum Ofen-Anzünden benutzen kannst (natürlich nicht wirklich. Aus Beweisgründen solltest du das Schreiben natürlich gut aufheben.)
    Die Frage ist also eigentlich nur: Willst du deinen Vermieter darauf aufmerksam machen, damit er nicht so viel Zeit verliert und dir schnell eine korrekte Kündigung schreiben kann, oder wird er schon merken, wenn du nicht ausziehst und soll sich dann blamieren, wenn er damit Räumungsklage einreichen will?

    Komm wir essen Opa
    --- Satzzeichen können Leben retten! ---

  • Die Frage ist also eigentlich nur: Willst du deinen Vermieter darauf aufmerksam machen, damit er nicht so viel Zeit verliert und dir schnell eine korrekte Kündigung schreiben kann, oder wird er schon merken, wenn du nicht ausziehst und soll sich dann blamieren, wenn er damit Räumungsklage einreichen will?


    Du sagst es. Manche Zeitgenossen sollte man wirklich voll gegen die Wand laufen lassen...:mad::p