Neuer Vermieter = höhere Nebenkosten?

  • Hallochen,



    wie viele andere, habe auch ich dieser Tage meine Betriebskostenabrechnung für das Jahr 2011/12 bekommen.
    Leider habe ich von der ganzen „Materie“ keine Ahnung. Das, was ich im Internet finde, lässt mich aber mittlerweile an mir zweifeln: Entweder ist der Vermieter extrem dreist, oder ich habe noch viel weniger Ahnung als ich dachte.
    Ach ja, verzeiht mir bitte schon mal den folgenden Roman!


    Was im Vorfeld noch wichtig sein könnte:


    Abrechnungszeitraum: 01.10.2011-30.09.2012.
    Nutzungszeitraum: 01.10.2011-21.10.2011 (Zum Monatsende bin ich damals ausgezogen. Schlüsselabgabe war der 27.10.).
    In den 11 Monaten nach meinem Auszug hat mein Vermieter gewechselt (Von einer priv. Verwaltungsgesellschaft mbH zu einer priv. ImmobilienManagement GmbH). Vermutlich weil ich ohnehin ausgezogen war, wurde mir das nicht mehr mitgeteilt (ist an sich sicherlich ok).



    1.) Stark gestiegene Nebenkosten


    Ich möchte nur die größten Steigerungen zum Abrechnungszeitraum 2010/11 mal aufzählen Wichtig noch: Alles was ich schreibe, bezieht sich auf die Gesamtkosten für „mein“ Haus (Insg. 209 Wohnungen, von 1-Raum bis 4-Raum; also nicht erschrecken bei den Zahlen!).


    Also:


    a)
    -Hausmeisterdienst 2010/11 = 20.507,18€
    -Hausmeisterdienst 2011/12 = 34.380,95€


    (Könnte am neuen Eigentümer liegen? Neues oder mehr Personal?)



    b)
    -Gemeinschaftsantenne (Ich brauchte mir keinen TV-Anbieter suchen. Die Nutzkosten hierfür gingen über die Nebenkosten) 2010/2011 = 24.810,26€
    -Kabel-TV (Nach meinem Auszug muss der neue Vermieter das Haus auf Kabel umgestellt haben) 2011/2012 = 37.05,08€


    (Keine Ahnung, ob ich hierüber hätte informiert werden müssen, dass die Kosten steigen. Ich hatte noch über Antenne geschaut, das ganze mietvertraglich geregelt bei dem „ersten“ Vermieter)



    c)
    -Rauchwarnmelder 2010/11 = 50,08€
    -Wartung BMA/RWA 2011/2012 = 4.229,74€


    (Keine Ahnung, warum das a) jetzt anders heißt und b) so teuer geworden ist)




    Das sind jetzt die allergrößten Kostentreiber. Alle anderen Nebenkosten sind zwar auch gestiegen, aber das lässt sich mit höheren Strom- und Wasserkosten erklären und ist im normalen Bereich.


    Die Frage ist: Auch wenn sich die höheren Kosten durch den Vermieterwechsel ergeben, so ist dieser Wechsel erst nach meinem Auszug entstanden. Also müsste ich doch auch nach den Konditionen des alten Vermieters abgerechnet werden, oder?




    2.) Umlagen


    Im Internet liest man, dass Kosten für leerstehende Wohnungen nicht (oder von Fall zu Fall nur teilweise) auf die Mieter übertragen werden dürfen.


    Laut meiner Betriebskostenabrechnung ist für jeden Nebenkostenposten im Gesamtverteilschlüssel (nach qm), die Wohnfläche des gesamten Hauses angegeben, obwohl bis heute etwa ein drittel der Wohnungen leerstehen und es zu meiner Zeit etwa 50% waren...


    Ist das rechtens?


    Folgende Rechnung liegt dabei zugrunde: Gesamtkosten : Gesamtverteilschlüssel x Einzelverteilschlüssel.





    Schon mal vielen lieben Dank für´s bis hierher lesen und noch viel mehr Dank im Vorfeld für eure Antworten!!!

  • Anzeige
  • Versteh ich das richtig, dass die Wohnung nur 20 Tage bewohnt wurde und anschließend 11 Monate leer stand? Ging der Mietvertrag wirklich bis zum 30.09.2012?

  • Zitat

    01.10.2011-21.10.2011


    Solch eine kurze Mietzeit von 20 Tagen kann schon mal nicht stimmen, denn die Kündigungsfrist dürfte in diesem Fall wohl auch 3 Monate betragen, oder?

  • Hallo southwestern,


    den Nutzungszeitraum von 01.10.2011-21.10.2011 kennen wir nun, jedoch würde auch die exakte Mietvertragsdauer (von-bis) interessieren.

  • Oh, für das Missverständnis möchte ich mich entschuldigen!


    Tatsächlich habe ich die Wohnung von Mitte 2009 an bewohnt und natürlich mit Fristwahrung der üblichen drei Monate zum 30.10.2011 das Mietverhältnis gekündigt (sprich: Mitte Juli 2011 habe ich die Kündigung eingereicht, die dann Ende Oktober wirksam wurde).
    Seit Ende August 2011 stand die Wohnung leer, da ich mittlerweile in der neuen Wohnung lebte. Wann die Wohnung nach dem Oktober 2011 neu belegt wurde, vermag ich nicht zu sagen. Als ich letzten am Haus vorbeigefahren bin, war aber jemand drin.


    P.S.: Die Betriebskostenabrechnung für 2010/2011 ging noch über „meinen“ Vermieter. Erst die Betriebskostenabrechnung 2011/2012 ging über den neuen Vermieter, der wie gesagt, erst nach meinem Auszug das Haus übernahm.


    P.P.S.: Bitte seht es mir nach, dass ich wegen einem einzigen Monat frage. Aber ich frage auch für andere Mieter / Ex-Mieter (die man noch kennt). Wenn ich überlege, dass ich in dem einen Monat Nebenkosten von rund 89€ verursacht haben soll (die geforderte Nachzahlung beträgt tatsächlich nur 30€), dann ist das erschreckend, was andere nachzuzahlen haben!


    Also. Vielen Dank für´s Nachfragen und nochmals Verzeihung für das Missverständnis!

  • Ach Gottchen. Noch ein kleiner Fehler von mir:


    Der in der Betriebkostenabrechnung angegebene Nutzungszeitraum dauerte vom 01.10.2011 - 31.10.2011!


    Auch das bitte ich zu entschuldigen!

  • Ach Gottchen. Noch ein kleiner Fehler von mir:


    Der in der Betriebkostenabrechnung angegebene Nutzungszeitraum dauerte vom 01.10.2011 - 31.10.2011!


    Auch das bitte ich zu entschuldigen!


    Meine Frage in#4 wurde nicht beantwortet.

  • Hallo southwestern,


    mit exakter Wiedergabe von Zahlen und Daten scheinst Du es wohl nicht soo genau zu nehmen..., sind ja schliesslich nur geschwärztes Papier. Somit von mir auch nur einige Allgemeinbemerkungen:


    "Hausmeisterdienst 2010/11 = 20.507,18€
    Hausmeisterdienst 2011/12 = 34.380,95€"
    - Dir steht Einsicht in die Originalunterlagen zu.


    "Gemeinschaftsantenne 2010/2011 = 24.810,26€
    Kabel-TV 2011/2012 = 37.05,08€"
    - Meinst wohl 37.x05,08€. - Da dürfte wohl das Leistungsangebot entsprechend gestiegen sein. Diese Art von "Wohnwertverbesserung" hat der Mieter zu dulden.


    "Rauchwarnmelder 2010/11 = 50,08€
    Wartung BMA/RWA 2011/2012 = 4.229,74€"
    - Dir steht Einsicht in die Originalunterlagen zu.


    "Auch wenn sich die höheren Kosten durch den Vermieterwechsel ergeben, so ist dieser Wechsel erst nach meinem Auszug entstanden. Also müsste ich doch auch nach den Konditionen des alten Vermieters abgerechnet werden, oder?"
    - Grundsätzlich hat sich ein reiner VM-Wechsel nicht auf die Betriebskostenberechnungen auszuwirken.


    "Im Internet liest man, dass Kosten für leerstehende Wohnungen nicht (oder von Fall zu Fall nur teilweise) auf die Mieter übertragen werden dürfen."
    - Leerstände von Wohnungen dürfen sich nicht auf die vorhandenen zahlenden Mieter negativ auswirken.


    "Laut meiner Betriebskostenabrechnung ist für jeden Nebenkostenposten im Gesamtverteilschlüssel (nach qm), die Wohnfläche des gesamten Hauses angegeben, obwohl bis heute etwa ein drittel der Wohnungen leerstehen und es zu meiner Zeit etwa 50% waren...
    Ist das rechtens?"
    - Antwort wie vor.


    "Folgende Rechnung liegt dabei zugrunde: Gesamtkosten : Gesamtverteilschlüssel x Einzelverteilschlüssel."
    - Ist normal.

  • Da bin ich wieder.


    Zu aller erst einmal vielen Dank für die Antworten!


    Jetzt bringen mich diese allerdings in ein „gefühltes“ Dilemma. Wenn ich es richtig verstanden habe, scheint zumindest prinzipiell alles seine Richtigkeit zu haben. Ich werde mich aber auch an den Tipp halten und Einsicht verlangen.


    Und dennoch habe ich ein mulmiges Gefühl. Es geht mir hier nicht darum, mich ums Bezahlen zu drücken. Wenn Kosten entstehen, gehören die auch ausgeglichen. Keine Frage.


    Und trotzdem. Irgendetwas stimmt hier nicht.


    Nicht nur, dass die Kosten nach dem Vermieterwechsel gestiegen sind.


    Es ist auch die Rechnung an sich. Auf der Betriebskostenabrechnung steht außer dem Firmennamen und einer Postadresse nichts. Keine Name/Ansprechpartner, keine Telef.nr., keine eMail-Adresse, kein Handelsregister, keine Steuernummer. Mir sind 4 Wochen Widerspruchsfrist eingeräumt, wo es doch 12 Monate sein müssten. Nirgends steht eine Kontoverbindung. Und die Erläuterung zur Rechnung ist über und über mit Paragraphen übersät, die mir erklären, was ich alles muss und vor allem nicht darf.


    (Ich könnte ja mal eine Kopie hier rein stellen. Firmenname würde ich vorher schwärzen. Aber sonst glaubt das ja kaum einer ;) )


    Wenn ich einem unserer Kunden so einen Brief überreiche, würde mich mein Chef ganz schnell einen Kopf kürzer machen.


    Nu ja. Nochmals: Vielen Dank!

  • Zitat

    Mir sind 4 Wochen Widerspruchsfrist eingeräumt, wo es doch 12 Monate sein müssten.


    Ist es nicht eher so, dass du eine Zahlungsfrist von 30 Tagen hast? Dein Recht, Einwände gegen die Abrechnung innerhalb eines Jahres vorzubringen, kann dir niemand nehmen. Hier haben nämlich Gesetze Vorrang vor Vermieterphantasien.