Dringende Hilfe bei Widerspruch gegen Eigennutzungsanspruch bei baldigem Jobwechsel

  • Hallo zusammen,


    unser Haus hat zwei neue Eigentümer und die haben es natürlich auf die beiden besten Wohnungen abgesehen. Die Eigennutzungsansprüche scheinen generell legitim. Jetzt habe ich mich gefragt ob ich nach § 574 BGB Widerspruch einlegen könnte. Mit folgender Begründung: Mein Problem ist, dass ich in den nächsten 6-9 Monaten aus der Stadt wegziehen werden, weil dann mein Studium zu Ende ist und ich anfange zu arbeiten (wo weiß ich jedoch noch nicht). Ich finde die Härteklausel könnte hier greifen, da ich es ein enormer Aufwand ist in meiner Wohngegen (Wohnmangel) für 3-6 Monate umzuziehen. Außerdem beträgt die Mindestmietdauer in den meisten Wohnungen ja schon 6 Monate.


    Das einzige was ich bisher dazu finden konnte ist folgendes:
    "Die Sozialklausel kann des Weiteren geltend gemacht werden, wenn der Mieter ohnehin ausziehen will, zwischen Auszugstermin aus der alten Wohnung und Einzug in die neue aber eine zeitliche Lücke klafft. Dem Mieter kann nicht zugemutet werden, sich für diesen überschaubaren Zeitraum eine Zwischenunterkunft zu suchen." mietrecht4u: Eigenbedarfsk


    Leider habe ich nirgendswo eine Definition dieses "überschaubaren" Zeitraums finden. Außerdem würde ich mich sehr über mögliche Gerichtsurteile freuen, um mich darauf zu beziehen.


    Für Eure schnelle Hilfe wäre ich Euch so sehr dankbar! Am Samstag steht bereits das nächste Treffen mit den Vermietern an und da hätte ich das gerne parat.


    Schöne Grüße
    Max

  • Hallo maxxam,


    hat es einen Grund, weshalb Du von "Eigennutzungsansprüchen" sprichst?
    Natürlich kannst Du einer Eigenbedarfskündigung widersprechen.
    Ich würde erst mal die Kündigung abwarten.

  • Zitat

    Außerdem beträgt die Mindestmietdauer in den meisten Wohnungen ja schon 6 Monate.


    Das lese ich zum ersten Mal, darum solltest du etwas näher auf diese Behauptung eingehen.

  • Da hatte ich mich wohl in der Wortwahl vergriffen, natürlich meine ich Eigenbedarfskündigung.


    Das mit der mindest Mietdauer hatte ich falsch im Kopf sind ja tatsächlich nur 3 Monate. Dennoch bleibt für mich die Frage, ob ihr irgendeine Chance seht sich auf diesen "überschaubaren" Zeitraum zu beziehen. Die Frage ist, ob die Kosten und der Aufwand innerhalb von sagen wir mal 3 Monaten zwei Mal umzuziehen einen Härtefall darstellt. Eventuell ist es hier interessant, dass dieses Problem nicht nur mich selbst, sondern auch noch 2 meiner 3 Mitbewohner treffen würde, die ebenfalls kurz vorm Abschluss stehen.


    Für weitere Hilfe wäre ich sehr dankbar.


    Schöne Grüße
    Max

  • Wenn Ihr widersprechen möchtet, würde ich mich eher darauf beziehen, dass es nicht zuzumuten ist im Klausurstress vorm Abschluß noch umzuziehen, sofern dass zutrifft. Dies ist nämlich ein klassisches Beispiel für einen Härtefall.
    Besser geht ihr aber proaktiv auf die neuen Eigentümer zu und bietet Ihnen zu dem Euch genehmen Termin einen Aufhebungsvertrag an. Dann haben die und Ihr weniger Stress und ihr braucht auch nicht mit Widerspruch und Zustimmungsklage zur Kündigung herumschlagen.
    Aber wichtig, den Aufhebungsvertrag schriftlich fixieren. Worte sind Schall und Rauch wenn es ums beweisen geht.

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung. Jeder Mensch hat ein Recht auf meine Meinung.
    Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten ist eine Konstante. Die Bevölkerung wächst.

  • Wenn Ihr widersprechen möchtet, würde ich mich eher darauf beziehen, dass es nicht zuzumuten ist im Klausurstress vorm Abschluß noch umzuziehen, sofern dass zutrifft. Dies ist nämlich ein klassisches Beispiel für einen Härtefall.


    Überhaupt nicht.

  • Hallo zusammen,


    also meine Befürchtung ist eingetreten: Wir haben uns heute mit den beiden neuen Eigentümern (zwei Familien) getroffen, die uns gesagt haben, dass sie es gerne selbst nutzen möchten. Generell muss man sagen, dass die unser 4 stöckiges Haus mit jeweils 1 Wohnung pro Stock kernsarnieren und jeweils zwei Wohnungen über Durchbrüche verbinden (sind dann ca. 250qm pro Familien). Die Gründe für den Eigenbedarf sind bei der einen Familie ein neues Kind, das im nächsten Sommer geboren wird. Bei der anderen Familie scheint es generell Alterswohnsitz ("für die nächsten 30 Jahre") und auch die Einrichtung einer Kindertagesstätte zu sein. Natürlich habe ich gesagt, dass ich das gerne alles noch mal schriftlich hätte.


    Nachdem wir denen unsere Problematik beschrieben haben, sind sie uns auch entgegen gekommen und würden uns einen Monat länger als gesetzlich verpflichtet hier wohnen lassen (bis Ende März). Davon würden sie uns den letzten Monat wegen der Bauarbeiten die anstehen mietfrei geben. Dieser zusätzliche Monat würde das Problem von meinen beiden Mitbewohnern die ebenfalls betroffen sind lösen. Meine Problematik jedoch nicht. Ich wäre in der Zeit evtl. im Praktikum hier mit 70 Stunden die Woche arbeiten. Deswegen würde ich mir den Umzugsstress (noch dazu für vielleicht gerade mal 2-3 Monate bevor ich wieder umziehen müsste) gerne ersparen.


    Meine Frage liegt darin, wie lange man den Auszug durch das Einlegen eines Widerspruchs evtl. hinauszögern könnte. Außerdem würde ich gerne Eure Meinung zu dem Monat mietfrei haben. Meiner Meinung nach ist das eine relativ geringe Entschädigung verglichen mit über 1 Millionen € Kaufpreis und Umbaukosten. Soll heißen, wenn ich auf mein Widerspruchsrecht verzichten sollte und mir den Stress antue, würde ich eigentlich gerne erheblich mehr Entschädigung sehen. Meine ganze Situation wird vorallem durch eine anstehende Auslandsreise von Mitte September bis Mitte Januar extrem erschwert.


    Vielen Dank erneut für Eure Hilfe
    Max

  • Meine Frage liegt darin, wie lange man den Auszug durch das Einlegen eines Widerspruchs evtl. hinauszögern könnte. Außerdem würde ich gerne Eure Meinung zu dem Monat mietfrei haben. Meiner Meinung nach ist das eine relativ geringe Entschädigung verglichen mit über 1 Millionen € Kaufpreis und Umbaukosten. Soll heißen, wenn ich auf mein Widerspruchsrecht verzichten sollte und mir den Stress antue, würde ich eigentlich gerne erheblich mehr Entschädigung sehen. Meine ganze Situation wird vorallem durch eine anstehende Auslandsreise von Mitte September bis Mitte Januar extrem erschwert.


    Hallo,
    wie wäre es mit einem Mietaufhebungsvertrag?

  • Hi,
    den hat er uns ja angeboten. Ursprünglich für Ende Februar (was der mindest Kündigungsfrist entspräche). Im Gegenzug dafür wollte er uns einen Monat mietfrei anbieten, da er sich Anwaltskosten spart. Nach der Schilderung unserer Probleme haben sie gesagt, dass auch Ende März in Ordnung wäre. Allerdings löst der Aufhebungsvertrag mein Problem nicht, dass ich gerne erst noch später raus würde.

  • Hi,
    den hat er uns ja angeboten. Ursprünglich für Ende Februar (was der mindest Kündigungsfrist entspräche). Im Gegenzug dafür wollte er uns einen Monat mietfrei anbieten, da er sich Anwaltskosten spart. Nach der Schilderung unserer Probleme haben sie gesagt, dass auch Ende März in Ordnung wäre. Allerdings löst der Aufhebungsvertrag mein Problem nicht, dass ich gerne erst noch später raus würde.


    Dann biete doch Ende April an, die letzten zwei Monate jedoch nur Betriebskostenübernahme.