Nachtrag mietvertrag

  • hallo ihr lieben, folgende frage. ich hab eine wohnung ersteigert und sie gleich durch sonderkündigungsrecht gekündigt. weil: die mieterin zu wenig zahlt und es für mic sonst günstiger ist, in die neue wohnung umzuzihen oder die miete zu erhöhen auf wenigstens mietspiegel. ich habe der mieterin einen neuen mietvertrag angeboten: mit höherer miete, befristet und so weiter. sie sagt jetzt, sie ist damit einverstanden, aber sie möchte keinen neuen vertrag, sondern nachtrag zum alten. gibt es da einen haken für mich? und noch was. man darf ja die mieter um 15% innerhalb von 3 jahren erhöhen. wenn wir jetzt doch diesen nachtrag mit höherer miete machen, zählt das bereits als mieterhöhung oder nicht? danke euch. bitte schreiben, wenn jemand wirklich ahnung hat.

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  • Zitat

    und sie gleich durch sonderkündigungsrecht gekündigt


    Welches Sonderkündigungsrecht nimmst du denn für dich in Anspruch. Das dürfte nur in Polen und Bulgarien funzen, aber nicht in Deutschland.

  • ich beglückwünsche jetzt schon mal die Mieterin für den tollen Eigentümer :mad:


    Ich hoffe die Mieterin sucht sich einen fähigen Anwalt, der den von dir praktizierten Unsinn (noch falscher kann man nicht agieren) stoppt.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • ich beglückwünsche jetzt schon mal die Mieterin für den tollen Eigentümer :mad:
    Ich hoffe die Mieterin sucht sich einen fähigen Anwalt, der den von dir praktizierten Unsinn (noch falscher kann man nicht agieren) stoppt.


    Eigentlich bräuchte die Mieterin gar keinen fähigen Anwalt. Mit etwas Courage bzw. Beharrungsvermögen könnte sie m.E. diesem Möchtegernprotzer gut Paroli bieten.

  • @ Mainschwimmer: Bei Zwangsversteigerungen hat der Ersteigerer tatsächlich ein Sonderkündigungsrecht, als Anreiz dafür, dass eine Zwangsversteigerung erfolgreich ist und es Bieter gibt.
    Somit ist die Kündigung rechtens.


    Und auch wenn Profitwillen nicht gern gesehen wird, aber wir arbeiten in der Immobilienwirtschaft, und da steckt das Wort wirtschaften drin. Wenn eine Mieterin für nen Appel und nen Ei eine Wohnung belegt, wo ich eine marktgerechte Miete erzielen könnte, würde ich das Sonderkündigungsrecht wahrscheinlich auch wahrnehmen. Man muss die Wohnung ja auch finanzieren und es soll ja eine gewisse Marge übrig bleiben... Wir sind ja keine Franziskaner, die sich der Armut verschrieben haben.


    Meiner Meinung nach ist ein Nachtrag zu einem Mietvertrag zu bewerten wie ein neuer Vertrag und nicht wie eine Mieterhöhung. Aber ich muss da wirklich an einen Fachanwalt verweisen, denn 100% sicher bin ich mir da nicht.
    Zu prüfen ist aber, ob die Befristung rechtens ist... da gibt es strenge Anforderungen.

    Zur Person:
    - Immobilienverwalter in Berlin (Wohn- und Gewerbeeinheiten, WEG-Verwaltung, SE-Verwaltung, Zwangsverwaltung)
    - Objektbuchhalter (Mietenbuchhaltung, Debitoren/Kreditorenbuchhaltung, Umsatzsteuer, Reporting, Abrechnung)
    - Ausbilder
    - freier Dozent an privaten Bildungsträgern für Rechnungswesen / WEG / Mietrecht / öff. Baurecht (Bauplanungsrecht)

  • Das Sonderkündigungsrecht nach § 57a ZVG bringt - wenn ich das Gelesene alles richtig verstehe - dem Ersteigerer im Prinzip lediglich Vorteile bei der Kündigungsfrist. Er bräuchte demnach, wie sonst auch, einen Kündigungsgrund gemäß § 573 BGB. "Habe zwangsersteigert" reicht da nicht.


    Dem Threadersteller scheinen seine Gründe selbst nicht so klar zu sein, wenn er davon spricht, dass er wahlweise mehr Miete kassieren oder da selbst einziehen will. :rolleyes:


    Und wenn ein Vermieter erst kündigt und danach dem Mieter einen neuen Mietvertrag anbietet, muss man sich eh nicht weiter drüber unterhalten ...

    *** Das alles ist nur meine müde Meinung. Irrtümer und sonstige Dummheiten sind dabei möglich, wenn auch nicht gewollt. ***

  • AjaxMH - Hast Recht... den wichtigen Kündigungsgrund habe ich unterschlagen. Aber da der Schreiberling die Wohnung ja, wenn ich ihn verstehe, sowieso in absehbarer Zeit nutzen möchte, und dies sogar zeitnah (O-Ton: "es für mic sonst günstiger ist, in die neue wohnung umzuzihen"), dürfte er wohl kündigen.... aber ich denke du hast Recht, dass er gar nicht weiß, was er wirklich will.

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  • Das Sonderkündigungsrecht nach § 57a ZVG bringt - wenn ich das Gelesene alles richtig verstehe - dem Ersteigerer im Prinzip lediglich Vorteile bei der Kündigungsfrist. Er bräuchte demnach, wie sonst auch, einen Kündigungsgrund gemäß § 573 BGB. "Habe zwangsersteigert" reicht da nicht.
    Dem Threadersteller scheinen seine Gründe selbst nicht so klar zu sein, wenn er davon spricht, dass er wahlweise mehr Miete kassieren oder da selbst einziehen will. :rolleyes:
    Und wenn ein Vermieter erst kündigt und danach dem Mieter einen neuen Mietvertrag anbietet, muss man sich eh nicht weiter drüber unterhalten ...


    So isses, meinte seinerzeit J.v.d.Lippe. (Änderungs-)Kündigung zum Zwecke der Mieterhöhung kenne ich nur aus dem Gewerbemietrecht.

    Einmal editiert, zuletzt von Berny ()