Betriebskostenabrechnung von 2012 wegen Fehler in 2014 Nachzahlen, Frist?

  • Hallo liebe Leute da draußen,


    ich habe einen Brief von meiner Wohnungsgesellschaft bekommen, gucke rein und da steht. "Betriebskostenabrechnung 2012" und das jetzt Anfang Juni 2014.


    Die Abrechnung für 2012 kam im Jahr 2013. War aber anscheinend nicht korrekt! Und jetzt 2014 fällt es denen auf, und ich bzw. alle Mieter sollen einfach Nachzahlen?!


    Ich habe noch nicht bei der Wohnungsgesellschaft angerufen, aber von Nachbarn gehört, dass die Wohungsgesellschaft Fehler gemacht hat und wir jetzt für 2012 falsch abgerechnet wurden.


    Jetzt sollen wir nachzahlen. Für 2013 kommt noch ein schreiben seperat.


    Ist das rechtens? Ich kenne mich nicht so gut aus, aber ich dachte da gibt es so eine Verjährungsfrist von einem Jahr, also müsste ich wenn, dann nur für 2013 nachzahlen ...


    Ich suche noch meine alten Unterlagen von 2012 (die ich Fristgerecht bekommen und bezahlt habe) um diese mit dem Brief bzw. der Abrechnung von jetzt zu vergleichen, an welcher stelle (z.B. Müllabfuhr oder Kabelfehrnsehn) sich die Zahlen verschieben bzw. was die damals für 2012 (wahrscheinlich) vergessen haben, aber 300€ zu vergessen ist ne Menge... und schon sehr seltsam ...


    Hoffe ich habe alle nötigen Infos hingeschrieben und jemand kann mir helfen ;)


    Viele Grüße, daywalker

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  • Hal


    Die Abrechnung für 2012 kam im Jahr 2013. War aber anscheinend nicht korrekt! Und jetzt 2014 fällt es denen auf, und ich bzw. alle Mieter sollen einfach Nachzahlen?!


    Da hat der Vermieter wohl Pech gehabt. Vorausgesetzt, die Abrechnungsperiode entspricht dem Kalenderjahr, hätte er die Abrechnung bis spätestens 31.12.2013 zustellen müssen.


    Nachträglich ändern kann er sie nicht.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Da hat der Vermieter wohl Pech gehabt. Vorausgesetzt, die Abrechnungsperiode entspricht dem Kalenderjahr, hätte er die Abrechnung bis spätestens 31.12.2013 zustellen müssen.


    Nachträglich ändern kann er sie nicht.


    Genau. Außer der Mieter hätte ein Guthaben, dann muss der Vermieter dieses auszahlen.

    Zur Person:
    - Immobilienverwalter in Berlin (Wohn- und Gewerbeeinheiten, WEG-Verwaltung, SE-Verwaltung, Zwangsverwaltung)
    - Objektbuchhalter (Mietenbuchhaltung, Debitoren/Kreditorenbuchhaltung, Umsatzsteuer, Reporting, Abrechnung)
    - Ausbilder
    - freier Dozent an privaten Bildungsträgern für Rechnungswesen / WEG / Mietrecht / öff. Baurecht (Bauplanungsrecht)

  • Entschuldigt wenn ich das so Frage, aber wenn ich dann beim Vermieter bin, worauf kann ich mich dann beziehen? Weiß jemand von euch ein Gesetzestext oder Mietrecht Absatz oder sowas? Oder wie kann ich danach suchen? (Ich denke ich werde zusätzlich beim Mieterbund anrufen, aber erst Dienstag ... Heute ist niemand mehr zu erreichen ;)

  • http://dejure.org/gesetze/BGB/556.html

    Zitat

    (3) Über die Vorauszahlungen für Betriebskosten ist jährlich abzurechnen; dabei ist der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten. Die Abrechnung ist dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitzuteilen. Nach Ablauf dieser Frist ist die Geltendmachung einer Nachforderung durch den Vermieter ausgeschlossen, es sei denn, der Vermieter hat die verspätete Geltendmachung nicht zu vertreten. Der Vermieter ist zu Teilabrechnungen nicht verpflichtet. Einwendungen gegen die Abrechnung hat der Mieter dem Vermieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung mitzuteilen. Nach Ablauf dieser Frist kann der Mieter Einwendungen nicht mehr geltend machen, es sei denn, der Mieter hat die verspätete Geltendmachung nicht zu vertreten.


    Wenn der Vermieter nur einen Fehler bei der Abrechnung gemacht hat, ist er selber Schuld.

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  • ... Vorausgesetzt, die Abrechnungsperiode entspricht dem Kalenderjahr ...


    Leider verstehe ich das nicht so ganz. Klar das die Abrechnung für 2012 im Jahr 2013 kam und eigentlich erledigt war. Aber jetzt 2014 schreiben die so ein Brief vonwegen ... "Nachzahlung ..." und ich soll nach erhalt des Briefes, spätestens in 9 Tagen überweisen ...

  • Entschuldigt wenn ich das so Frage, aber wenn ich dann beim Vermieter bin, worauf kann ich mich dann beziehen? Weiß jemand von euch ein Gesetzestext oder Mietrecht Absatz oder sowas?


    § 556 (3) BGB


    Zitat

    Ich denke ich werde zusätzlich beim Mieterbund anrufen, Heute ist niemand mehr zu erreichen


    ...und erneut stelle ich fest, dass ich mir den falschen Arbeitgeber herausgesucht habe...


    Zitat

    Klar das die Abrechnung für 2012 im Jahr 2013 kam und eigentlich erledigt war.


    Der Vermieter kann auch anders abrechnen. Mir sind durchaus Fälle bekannt, wo die Betriebskosten für den Zeitraum 01.06. bis 30.05. abgerechnet worden sind.
    In Deinem Fall scheint das aber nicht so zu sein.

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  • ...und erneut stelle ich fest, dass ich mir den falschen Arbeitgeber herausgesucht habe...


    Warum das denn? Anwalt? Ich bin auch am überlegen zum Anwalt zu gehen ... Man überlegt nur als Mensch was es für Möglichkeiten gibt.


    1. Verbraucherzentrale
    2. Anwalt
    3. Mieterbund


    Wer kann mir am besten(und überhaupt) helfen ...


    Und was kosten mich am meisten ... :) Wahrscheinlich für die meisten am wichtigsten.



    Wenn ich eine Forderung von 300€ habe, und zum Anwalt gehe, der möchte erstmal 100€ Betratung und 150€ das er den Brief schreibt, und dann kommt raus das es nichts geholfen hat. Dann zahle ich 300+100+150 ... Dann wahrscheinlich doch lieber direkt nicht riskieren sondern lieber die 300€ bezahlen und nicht mit Leuten anlegen die wahrscheinlich genug Anwälte in der Hinterhand haben, die auf Arbeit warten ... Ist nur meine Meinung ... Ich bin ein einfacher Durchschnittsbürger der sonst eigentlich wenig Stress mit irgendwem, vor allem Behörden oder halt Vermietern hat ... Deswegen auch keine Erfahrung was man da macht ... Aber (Entschuldigung für den Ausdruck) verarschen will ich mich auch nicht lassen :)

  • Anwaltskosten können auch vereinbart werden.


    Wäre natürlich super ... Ich hab das Gefühl ich werd eh einen brauchen... Ich schreibe der Gesellschaft das ich nicht zahle, das ich die Rechnung 2013 beglichen habe und das die kein Recht mehr im jahr 2014 auf diese Forderung haben ... Die werden sicher vor Gericht gehen ... Sagt mir mein Gefühl...

  • Warum das denn? Anwalt?


    Weil ich auch gern bereits am Freitag Vormittag das Wochenende begrüßen würde.
    Wäre ich Anwalt, würde ich hier nicht schreiben, sondern am hauseigenen Pool liegen und mir Cocktails bringen lassen.


    Zitat

    Wer kann mir am besten(und überhaupt) helfen ...


    Sprich doch erst mal mit dem Vermieter bevor Du dir den Kopf über andere Sachen zerbrichst. Vermutlich geht der Vermieter hier nur auf dummfang.


    Die Verbraucherzentrale wird dir nicht helfen. Dann lieber der Mieterbund (auch wenn ich von dem nichts halte). Anwalt könnte Sinn machen, wenn die Selbstbeteiligung der Rechtsschutzversicherung gering ist.

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    Einmal editiert, zuletzt von Leipziger82 ()

  • daywalker


    Guckst Du hier (klick), Abschnitt "Nach Ablauf der Abrechnungsfrist: Was jetzt noch korrigiert werden kann"


    Weiteres Futter findest Du mit Suche bei Herrn Guugel nach "betriebskosten korrektur".


    Ich gehe davon aus, dass Du nichts finden wirst, was dem Vermieter eine Nachbelastung zu Deinen Ungunsten nach Ablauf der Abrechnungsfrist erlaubt.

    *** Das alles ist nur meine müde Meinung. Irrtümer und sonstige Dummheiten sind dabei möglich, wenn auch nicht gewollt. ***

  • Wenn es dennoch gerichtsanhängig werden sollte, können Sie immer noch einen Anwalt nehmen. Abwarten und Tee trinken.

  • Zitat

    Die werden sicher vor Gericht gehen ... Sagt mir mein Gefühl...


    Verlass dich nicht auf dein Gefühl, das belügt dich. Wenn dein Vermieter in der Abrechnung einen Fehler gemacht hat, dann ist der Drops gelutscht, die Messe gelesen. Einzige reguläre Möglichkeit wäre der Umstand, dass der VM die Nachberechnung nicht zu vertreten hat, weil z.B. die Stadtwerke oder das städtische Rechnungsamt eine Nachbelastung vorgenommen hat.


    Wenn aber feststeht, dass der VM sich nur verrechnet hat, dann bist du auf der sicheren Seite und musst dich nicht von deinem Geld trennen.