Nebenkosten geteilt trotz Zähler!!

  • Hallo Leute,


    habe letztens eine Nachzahlung von 525€ bekommen, was meiner Ansicht nicht sein darf. Das Problem ist auch, dass die Nebenkosten auf QM bzw. Personen geteilt werden. In meiner Wohnung habe ich aber als einziger in dem Haus einen Wasserzähler. Habe ich also kein Recht darauf nur meinen Teil zu zahlen?


    Bin ich außerdem dazu verpflichtet für den Steuerberater zu zahlen?
    Danke im voraus!


    MFG volkan92

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  • Das Problem ist auch, dass die Nebenkosten auf QM bzw. Personen geteilt werden.


    Es gibt Nebenkostenarten, die - wenn möglich - nach Verbrauch abgerechnet werden sollten (manche auch müssen). Wasserverbrauch gehört dazu. Allerdings gibt es viele mögliche legitime Gründe, warum das nicht gemacht wird.


    Ist bei Nebenkostenarten die verbrauchsbasierte Abrechnung nicht gefordert oder eben nicht möglich (s. o.), so wird deren Aufteilungsschlüssel im Mietvertrag vereinbart. Ist im Mietvertrag dazu nichts vereinbart, muss nach Wohnfläche aufgeteilt werden.


    Aufteilung nach Personen ist nichts ungewöhnliches.


    In meiner Wohnung habe ich aber als einziger in dem Haus einen Wasserzähler. Habe ich also kein Recht darauf nur meinen Teil zu zahlen?


    Gerade weil nur Du einen Zähler hast, ist das nicht möglich.


    Es würde dann Dein Verbrauch vom Gesamtverbrauch abgezogen werden und die Differenz den anderen Wohnungen zugerechnet werden. Genau so eine Differenzmessung ist zu Abrechnungszwecken bei Wasser m.W. nicht gestattet.

    Zwei Beispiele dazu:
    Wenn Dein Wasserzähler wegen eines Defekts zu wenig zählt, zahlen die Anderen automatisch mehr (was nicht sie verbraucht haben, sondern Du).
    Wenn hinter dem Hauptwasserzähler ein Leck entsteht, geht das einseitig zu Lasten der Anderen (denn Deine Uhr zählt das abfliessende Wasser ja nicht).


    Der Vermieter kann alle Wohnungen mit gleichartigen, geeichten Wasserzählern ausstatten. Wenn er das tut, muss er nach diesen Zählern abrechnen. Einen Zwang das zu tun, gibt es aber nicht.


    Bin ich außerdem dazu verpflichtet für den Steuerberater zu zahlen?


    Wenn Du einen beauftragst - klar. :)
    Wenn Du damit meinst, dass Steuerberaterkosten des Vermieters in der Nebenkostenabrechnung auftauchen - nein, das wäre mir neu, dass das umlegbar ist.

    *** Das alles ist nur meine müde Meinung. Irrtümer und sonstige Dummheiten sind dabei möglich, wenn auch nicht gewollt. ***

  • Nach tatsächlichem Verbrauch muß der Vermieter nur abrechnen wenn alle Wohnungen mit geeigneten Meßgeräten (Zählern) ausgestattet sind.


    Nach Personen darf der VM übrigens nur abrechnen wenn das vertraglich vereinbart ist.


    Den Steuerberater des Vermieters, der vermutlich die Abrechnung erstellt hat, mußt Du natürlich nicht zahlen. Das fällt unter Verwaltungskosten und die dürfen nicht umgelegt werden.


    Hohe Nachzahlungen für das Jahr 2013 sind übrigens keine Seltenheit. Langen und kalten Winter schon vergessen?


    Apro Pos, Heizung? Werden die Heizkosten auch zu 100 % nach der Wohnfläche abgerechnet? Wenn ja wäre das nur rechtens wenn es ein 2FH ist in dem Du gemeinsam mit dem VM wohnst.


    Ansonsten ist der Vermieter verpflichtet nach der Heizkostenverordnung abzurechnen. Tut er das nicht darf der Mieter die Jahresheizkosten aus der Abrechnung um 15 % kürzen.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • Erstmal vielen Dank für eure Antworten.


    Zitat

    Nach Personen darf der VM übrigens nur abrechnen wenn das vertraglich vereinbart ist.


    Im Mietvertrag steht nichts von Pro-Kopf Abrechnung. Also dürfte das der Vermieter nicht?