Eigenbedarfskündigung während meiner Privatinsolvenz

  • Guten Abend,


    ich lebe seit 7 Jahren in meiner Wohnung, bisher gutes Verhältnis mit dem Vermieter. Gestern erhielt ich die schriftliche Ankündigung vom Vermieter, dass er im Sommer 2015 die Wohnung selber beziehen will - ist wahrscheinlich erst einmal ein Vortasten, die schriftliche Kündigung soll noch folgen.


    Jetzt zu meinem Problem, ich befinde mich noch für zwei Jahre in der Privatinsolvenz. Die Aussicht eine andere Wohnung mit der Schufa zu finden ist so gut wie aussichtslos, von den Kosten des Umzuges mal ganz abgesehen. Wäre ich im Sinne des BGB ein Härtefall? Was könnte ich sonst noch tun?


    Danke für alle Antworten

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  • Richtig. Und der Wunsch des VM, die Wohnung selbst zu beziehen, ist keine Begründung.


    Danke für die Antwort. Wieso ist der Wunsch die Wohnung selbst zu beziehen keine Begründung? Er lebt selber zur Miete, verdient mittlerweile in seinem Job so viel, das er auf Mieteinnahmen zur Finanzierung der Wohnung nicht mehr angewiesen ist. Er hat mir auch angeboten beim Umzug zu helfen.


    Ich hatte noch keinen Kontakt zu ihm, ist wie beim Schach, Gegner erst einmal verunsichern durch Nichtreaktion.


    Danke Amedia

  • das beste wäre wohl man würde die Zeit nutzen was neues zu suchen?


    im Normalfall ja, mit grottenschlechter Schufa und trotz geregelten Einkommen fast unmöglich. Habe mal in diversen Schuldenforen gelesen, Menschen in gleicher Situation suchen seit Ewigkeiten. Da gibt es halt große Vorurteile, und gerade Insolvenzler dürfen keine neuen Schulden machen, sonst ist das ganze Verfahren geplatzt. Aber welcher Vermieter sieht das schon. Der persönliche Lerneffekt ist jedoch groß, ich will nie mehr einen Dispo, Kreditkarte oder Bankkredite nach diesem Verfahren. Entweder man spart im Vorfeld, oder verzichtet eben.


    Sorry, war jetzt etwas ausschweifend in Richtung Privatleben

  • im Normalfall ja, mit grottenschlechter Schufa und trotz geregelten Einkommen fast unmöglich.


    Ich weiß nicht wie §574 (2) BGB genau auszulegen ist, denn meine Phantasie reicht da für einige Interpretationsspielwiesen aus. Aber wenn tatsächlich und nachweislich die Suche nach einer gleichwertigen Nachfolgewohnung ständig ohne Erfolg bleibt, dann könnte meiner bescheidenen Ansicht nach genau das zu einem Härtefallgrund werden. Oder was könnte der betreffende Absatz in dem Paragraphen denn sonst bedeuten ...?


    Siehe dazu auch hier: http://www.mietrechtslexikon.de/a1lexikon2/h1/haertefall2.htm

    *** Das alles ist nur meine müde Meinung. Irrtümer und sonstige Dummheiten sind dabei möglich, wenn auch nicht gewollt. ***

    Einmal editiert, zuletzt von AjaxMH ()

  • im Normalfall ja, mit grottenschlechter Schufa und trotz geregelten Einkommen fast unmöglich. Habe mal in diversen Schuldenforen gelesen, Menschen in gleicher Situation ....


    Ich hab auch gelesen.


    4 Jahre bereits geschaffft, in einem Jahr noch eins übrig.


    Imerhin der Weg zeigt doch einen positiven Trend.:D

  • Ich weiß nicht wie §574 (2) BGB genau auszulegen ist, denn meine Phantasie reicht da für einige Interpretationsspielwiesen aus. Aber wenn tatsächlich und nachweislich die Suche nach einer gleichwertigen Nachfolgewohnung ständig ohne Erfolg bleibt, dann könnte meiner bescheidenen Ansicht nach genau das zu einem Härtefallgrund werden. Oder was könnte der betreffende Absatz in dem Paragraphen denn sonst bedeuten ...?


    Siehe dazu auch hier: Die H


    Danke Ajax, sehe ich mittlerweile auch so. Ich werde es versuchen, wenn es nur Absagen gibt ist es ein Härtefall. Auf die Straße setzen kann er mich jedenfalls nicht.

  • Ich hab auch gelesen.


    4 Jahre bereits geschaffft, in einem Jahr noch eins übrig.


    Imerhin der Weg zeigt doch einen positiven Trend.:D


    Ja, der Weg zeigt einen positiven Trend. Die finanzielle Situation ist geklärt, und danach fängt ein neues Leben an.

  • Wunsch ist kein (Eigen-)Bedarf.


    Danke Berny, habe ich heute durch Recherchen auch festgestellt. Der Wunsch alleine reicht nicht aus, er muss in der Eigenbedarfskündigung auch die Notwendigkeit bekannt geben, sowie mich als Mieterin auf eine Widerspruchsfrist hinweisen. Daneben wußte ich auch nicht, dass er ja eine sechsmonatige Kündigungsfrist einhalten muss - wegen Mietvertrag über fünf Jahre. War bisher der Meinung, die drei Monate gelten für beide Seiten. Die einzige Notwendigkeit wäre bei ihm die bessere Qualität der Wohnung, er lebt zurzeit in einer kleinen 1-Raum Wohnung. Jetzt heißt es einfach abwarten.