Kündigung wegen Abriss

  • Hallo,
    ich bin vor 10 Monaten in eine Doppelhaushälfte zur Miete eingezogen. Nun habe ich gestern gehört, dass uns unsere Vermieterin kündigen möchte und zwar aus dem Grund, dass sie das Haus verkaufen möchte.
    So weit ich weiß ist das so nicht möglich, da es sich um einen unbefristeten Mietvertrag handelt und es keine Kündigung zum Eigenbedarf ist.
    Sie hat mir gesagt, dass sie mehrere Interessenten hat, die das Grundstück mit Haus kaufen möchten um dann das Doppelhaus abzureißen und ein neues Reihenhaus hinzubauen.
    Das Haus an sich ist von 1970 und bis auf einer Fassadendämmung ganz gut in Ordnung. Neue Heizung und Dach vor ein paar Jahren neu gedämmt und sonst auch kein Grund es abzureißen.


    Meine Frag dazu ist wie stehen die Chancen, dass der neue Käufer uns zum Zwecke des Neubaus kündigen kann?


    Unsere Nachbarn trifft es genauso nur das sie schon 8Jahre in dem Haus wohnen und auch sie wollen sich nicht ganz kampflos geschlagen geben.


    Ich wusste bei Einzug nichts von dem geplanten Verkauf und habe mehrere Zimmer komplett renoviert, den Garten neu gemacht und eine neue Küche gekauft.
    Ich weiß nicht in wie weit das von Bedeutung ist.


    MfG Hans

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  • Hallo,
    ich bin vor 10 Monaten in eine Doppelhaushälfte zur Miete eingezogen. Nun habe ich gestern gehört, dass uns unsere Vermieterin kündigen möchte und zwar aus dem Grund, dass sie das Haus verkaufen möchte.


    Der Verkauf ist kein Kündigungsgrund. Da seien Sie mal ohne Sorge.


    Zitat

    Meine Frag dazu ist wie stehen die Chancen, dass der neue Käufer uns zum Zwecke des Neubaus kündigen kann?


    Was der neue Eigentümer vor hat, weiß nur er, oder Sie fragen ihn. Ich werde Ihnen nichts in die Tasche lügen.


    Zitat

    Ich wusste bei Einzug nichts von dem geplanten Verkauf und habe mehrere Zimmer komplett renoviert, den Garten neu gemacht und eine neue Küche gekauft.
    Ich weiß nicht in wie weit das von Bedeutung ist.


    Ist nicht von Bedeutung. Mit besonderen Pflegen und Sorgfalt erwerben Sie an dem Mietpbjekt keinerlei Ansprüche.

  • Vielen Dank für die schnelle Antwort.


    Das der vorraussichtliche neue Eigentümer abreißen und neubauen will steht außer Frage. Das weiß ich von ihm schon.
    Meine Frage ist nur ob er das so einfach kann. Also ob dass sobald er im Grundbuch steht uns rechtmäßig kündigen kann. Da man ja bei einem Abriss und Neubau zur Vermietung nicht von Eigenbedarf sprechen kann.

  • Aber er kann das Grundstück einer besseren Verwertung zuführen.
    Tasten Sie sich schon mal vorsichtig an eine neue Bleibe heran.


    Der Eigentümer kann sein Vermögen so verwerten wie er es gern möchte. Ein Wohnrecht in diesen Haus haben Sie nur im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen.

  • Aber er kann das Grundstück einer besseren Verwertung zuführen.
    Tasten Sie sich schon mal vorsichtig an eine neue Bleibe heran.


    Der Eigentümer kann sein Vermögen so verwerten wie er es gern möchte. Ein Wohnrecht in diesen Haus haben Sie nur im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen.


    Falls du hier auf BGB § 573 (2) Satz 3 anspielst, dies ist wohl nur in sehr engen Grenzen möglich. Ich glaube, dass es sehr fraglich ist, ob drei zu vermietende Häuser statt zwei wirklich zieht, vor allem, wenn das Haus noch nicht so alt ist. Baufälligkeit oder so wäre vermutlich was anderes.


    Ich würde raten, sich nicht unter Druck setzen zu lassen durch die Noch-Vermieterin (die hat natürlich ein Interesse am Auszug, weil sie dann teurer verkaufen kann, aber keinen Kündigungsgrund), und dann schauen, was der Käufer macht, ggf. dann einen Anwalt hinzuziehen - eine Erstberatung kostet jetzt nun ja auch nicht die Welt und wenn man sich mit dem Nachbarn zusammentun kann ...

  • Danke für die Antwort so habe ich das auch gehofft.
    Jetzt habe ich von der Vermieterin gehört, dass sie uns gern kündigen möchte. Aber das geht ja garnicht, Ziel ist ja nur der Verkaufspreis zu steigern.
    Wie reagier ich am besten darauf wenn ich die nächsten Tage eine Kündigung im Briefkasten habe?

  • Falls du hier auf BGB § 573 (2) Satz 3 anspielst, dies ist wohl nur in sehr engen Grenzen möglich. Ich glaube, dass es sehr fraglich ist, ob drei zu vermietende Häuser statt zwei wirklich zieht, vor allem, wenn das Haus noch nicht so alt ist. Baufälligkeit oder so wäre vermutlich was anderes.


    Möglich.


    Nur als Ergänzung:
    Der Absatz 2 des §573 BGB zählt Gründe auf, die "insbesonders" als berechtigtes Interesse gelten (und daher als nahezu unstrittig angesehen würden, schätze ich). Doch die Aufzählung sagt nicht, dass nur ausschließlich diese Gründe zugelassen sind.


    Ein berechtigtes Interesse kann also m.E. auch unterhalb der im Paragraphen genannten Messlatte vorliegen.

    *** Das alles ist nur meine müde Meinung. Irrtümer und sonstige Dummheiten sind dabei möglich, wenn auch nicht gewollt. ***

  • Zitat

    Ein berechtigtes Interesse kann also m.E. auch unterhalb der im Paragraphen genannten Messlatte vorliegen.


    Ja der BGH hat sich schliesslich auch über den Begriff "Wohnung" hinweggesetzt und man kann als Vermieter kündigen, wenn man eine Wohnung als Büro nutzen möchte.
    Ganz einfach wird das aber nicht und es kann zu einem jahrelangen Rechtsstreit führen. Ich würde über eine vernünftige Ablösesumme nachdenken (evtl. in Abstimmung mit dem Nachbarn) und dem Vermieter/Käufer einen Aufhebungsvertrag anbieten.


  • Ein berechtigtes Interesse kann also m.E. auch unterhalb der im Paragraphen genannten Messlatte vorliegen.


    Schon, aber nach allem was man hört und liest, wird das von den Gerichten in der Praxis sehr eng ausgelegt, was faktisch darauf hinausläuft, dass nur die genannten drei Gründe möglich sind.


    Der von Dachdeckerin zitierte Fall ist immerhin ein genannter Grund ("Eigenbedarf"). Hier war es also "nur" die Auslegung, was alles Eigenbedarf ist. Glaube also, das ist nicht vergleichbar.


    Im Vermieterforum jedenfalls wird die Möglichkeit einer Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen in der Praxis so gut wie ausgeschlossen und Fragestellern (Vermietern) davon abgeraten, sich darauf zu berufen.

  • Der von Dachdeckerin zitierte Fall ist immerhin ein genannter Grund ("Eigenbedarf"). Hier war es also "nur" die Auslegung, was alles Eigenbedarf ist. Glaube also, das ist nicht vergleichbar.


    Bedarf oder Wunsch...?