Baufirma nutzt Strom und Wasser

  • In dem Miethaus, in dem ich wohne wird gerade eine große, durch die Wohnbaugesellschaft veranlasste Sanierung durchgeführt.


    Die Kosten für die Sanierung werden im Anschluss auf die Mieter umgelegt. (Die Kaltmiete erhöht sich dadurch bereits um ca 10 %)


    Wir haben nun festgestellt, dass die Baufirma die Wasser- und Stromanschlüsse im Waschkeller benutzt.
    Diese werden nicht gesondert abgerechnet.


    Wir haben für den Wasserverbrauch generell keine Einzelabrechnung. Die Kosten werden am Ende des Jahres einfach durch alle Bewohner geteilt. Darüber beschwert sich auch keiner, weil wir bislang immer ganz gut weggekommen sind und darüber hinaus keine teuren Mieten für Wasseruhren, Ablesung, Wartung etc... bezahlen müssen, da sind sich alle Mieter einig.


    Nun meine Frage:
    Darf die Baufirma die Anschlüsse ohne gesonderte Erfassung und Berechnung nutzen? Die Wohnbaugesellschaft kümmert sich nicht darum.

  • Anzeige
  • Teilen Sie diesen "Diebstahl" von Strom und Wasser Ihrem Vermieter beweisbar (Einschreiben) mit und verlangen Sie, dass der Verbrauch erfasst wird.


    Bei einer Weigerung sollten Sie den Verbrauch schätzen und den Betrag von der nächsten Betriebskostenabrechnung abziehen.

  • Um ein Sprichwort zu zitieren, wer A sagt, muss auch B sagen.....


    Ihr als Mieter habt euch in der Vergangenheit damit einverstanden erklärt, dass die Verbräuche nicht explizit erfasst sondern nach der Personenzahl abgerechnet werden. Dieses Verfahren beinhaltet nun mal ein gewisses Risiko.


    Sicherlich sind die Verbräuche durch die Baufirmen vom Vermieter zu tragen allerdings wird es hier schwierig den entsprechenden Nachweis zu führen, insbesondere wenn auch noch Änderungen in der Belegungszahl durch Mieterwechsel stattgefunden haben bzw. stattfinden.


    Ich kenne zwar die Abrechnungen Ihres Vermieters nicht. Um aber einen auch nur annähernd verlässlichen Wert für den Mehrverbrauch zu ermitteln würde ich emfehlen, den Vermieter zunächst auf den durch die Baufirmen verursachten Mehrverbrauch nachweislich hinzuweisen und die nächste Abrechnung abzuwarten.
    Wenn Ihnen die Abrechnungen aus den Vorjahren vorliegen, sollte es anhand des Gesamtverbrauches des Hauses möglich sein, den Durchschnittsverbrauch pro Person zu ermitteln und mit der neuen Abrechnung zu vergleichen. Bei erheblichen Abweichungen sollte dann das Gespräch mit dem Vermieter gesucht werden.


  • Darum denke ich, dass die Mieter, die durch die Bauarbeiten jede Menge Unannehmlichkeiten haben, nicht auch noch für diese Dinge zur Kasse gebeten werden sollten.

  • Hallo Mainschwimmer,


    Zitat

    Wo soll denn hier das Risiko sein? Welcher Mieter kann denn entscheiden, wie der Wasserverbrauch abgerechnet wird? Hier wird die Vorgabe vom Vermieter gestellt, denn der entscheidet letzendlich, ob Kaltwasseruhren für jede Mietpartei vorhanden sind, oder nicht.


    Hier hast du sicherlich recht. Beim Wasserverbrauch scheitert der Einbau von Zwischenzählern gerade bei älteren Objekten an dem damit verbundenen bautechnischen Aufwand. Dass aber eine personenmäßige Abrechnung nicht unbedingt gerecht ist, darüber bekommen wir sicherlich keine zwei Meinungen.....


    Zitat

    Wieso schwierig? Es gibt doch Zwischenzähler für Wasser und Strom und die werden in der Regel auch von Baufirmen genutzt, wenn man das als Bauherr fordert.


    So wie ich das hier verstanden habe, wird der Strom und auch das Wasser durch vorhandene Anschlüsse im Waschkeller entnommen. Bei einem Waschkeller gehe ich allerdings davon aus, dass diese Anschlüsse auch anderweitig genutzt werden. Die Verwendung von Zwischenzählern durch die Baufirmen würde in diesem Fall nur dann einen Sinn ergeben, wenn diese von Anfang an eingesetzt werden und jedesmal vor und nach der Verwendung durch die Baufirmen wieder entfernt werden. Wenn dies sichergestellt werden kann, ok. Allerdings gebe ich auch zu bedenken, dass Zwischenzähler durchaus Messungenauigkeiten aufweisen. Nicht umsonst erlaubt selbst der Gesetzgeber bei der Verwendung von Zwischenzählern in Gebäuden Abweichungen von bis zu 20 Prozent.


    Zitat

    Warum das? Hier ist von Anfang an der Vermieter gefordert, der für eine ordentliche Abrechnung des entnommenen Wassers und Stroms zu sorgen hat.


    Das ist sicherlich zutreffend. Nur wie willst du sonst den Mehrverbrauch ermitteln, wenn bislang durch die Baufirmen keine Zwischenzähler verwendet wurden?

    Einmal editiert, zuletzt von Gruwo ()

  • Könnte es sein, dass wir hier über Lappalien streiten? Man kann nicht für jeden Handwerker, der eine Bohrmaschine anschaltet, einen Zwischenzähler einbauen. Der Mehraufwand dafür würde mehr als der Strom kosten, und die Kosten würden dann doch nur der Baumaßnahme zugerechnet und mit der Mieterhöhung aufgeschlagen. Außerdem wird erfahrungsgemäß sowohl der Strom- als auch insbesondere der Wasserverbrauch durch Baumaßnahmen von Laien drastisch überschätzt.

  • Nun, ich weiß nicht wieviel Strom und Wasser und ähnliches eine Baufirma nutzt....


    Fakt ist, dass sie Kübelweise Wasser aus dem Keller geschafft haben, und fast zwei Monate lang nahezu täglich schwere Maschinen liefen. Außerdem ist den ganzen Tag lang in allen Kellergängen und Nebenräumen das Licht an (selbst wenn keiner drin ist)


    In dem letzen Haus, in dem ich gewohnt habe, fanden auch Sanierungsarbeiten statt und oh Wunder oh Wunder sind die Betriebskosten in dem Jahr um fast 40% höher gewesen als sonst. Wir mussten sogar nachzahlen, was sonst nie der Fall war. Auch da haben die Handwerker einfach Strom aus Steckdosen im Treppenhaus und Wasseranschlüsse im Keller genutzt).


    Da die Miete auch hier wieder erhöht wird, und das nicht zu knapp (immerhin ca 10% fast 60 Euro im Monat also mindestens 700 Euro im Jahr und das nachhaltig) wir also die Sanierungsarbeiten ohnehin mittragen müssen (und einige Arbeiten dienten nur dem Zweck der Schadensbehebung da nach Kellerarbeiten vor einigen Jahren die Wände anfingen Wasser zu ziehen und wir in einer Ecke des Hauses innen und außen Schimmel hatten und plötzlich feuchte Keller, sowie im Winter feuchte Außenwände und dann auch Schimmel an diesen Stellen) ist es nicht unbedingt kleinlich, sowas zu beachten. Die Wohnungsgesellschaft unterscheidet auch nicht in Anteilen, was als Sanierung und was als Erhaltung des Standards anzusehen und abzurechnen ist...