Ständige Umzüge innerhalb eines Hauses

  • Ich bin im April 2008 in die Mietwohnung gezogen, in der ich gerade lebe. Das Haus befindet sich fast im Zentrum einer süddeutschen Kleinstadt. Ich bin auf eine zentrale Wohnung angewiesen, weil ich aus gesundheitlichen Gründen nicht Auto fahren darf und somit auf die Nähe zum Bahnhof angewiesen bin. Hier ein paar Daten:


    Größe: 37,5 qm
    Zimmer: 1,5
    Lage: Erdgeschoss
    Beschaffung: Altbau, insgesamt 8 Wohnungen auf 4 Etagen


    Als ich damals in meine Wohnung einzog, gehörte das Haus einer Frau aus Norddeutschland. Wegen der großen räumlichen Entfernung und dem Zeitmangel dank Vollzeitjob, Ehemann und Kindern entschloss sie sich 3 Jahre später, das Haus zu verkaufen. Der jetzige Vermieter ist ein Mann in meinem Alter (Ende 30), stammt aus einem anderen Kulturkreis und führt ein anderes Leben, als die Meisten von uns es gewohnt sind. Schon mit Mitte 30 ließ er sich von seinem ehemaligen Arbeitgeber mit einer Abfindung abspeisen, nahm Kredite für insgesamt drei Häuser hier im Umkreis auf und lebt nur noch davon. Er selbst wohnt ca. 10 km von hier entfernt.


    Das Problem ist, dass der Mann dieses Haus ständig renovieren und umgestalten möchte, wie es ihm gerade in den Kram passt. Im Dachgeschoss wurde früher die nasse Wäsche sämtlicher Hausbewohner aufgehängt. Seit das Haus den Besitzer gewechselt hat, müssen wir die Wäsche in unseren Wohnungen trocknen lassen. Der Vermieter redet seit langer Zeit von seinem Wunsch, oben im Dachgeschoss zwei neue Wohnungen einzubauen - passiert ist bisher noch nichts.


    Einige Mieter mussten in den letzten 3,5 Jahren innerhalb des Hauses in andere Wohnungen ziehen, weil der Vermieter ihre Wohnungen renovieren wollte. Das hat er dann auch getan, aber sie konnten später nicht wieder zurück in ihre alten Wohnungen. Ein älteres Ehepaar, welches schon seit Anfang der 70er-Jahre hier wohnt, musste in den letzten 3 Jahren schon 3x die Wohnung wechseln. Die Beiden verbringen den Großteil ihrer Freizeit in ihrer südeuropäischen Heimat und sind nur noch unregelmäßig hier in Deutschland, bezahlen aber jeden Monat pünktlich ihre Miete. Einmal kamen sie unerwartet früher aus der Heimat zurück und mussten entsetzt feststellen, dass der Vermieter während ihrer Abwesenheit ihre Sachen in eine andere Wohnung gestellt hatte und fleißig am Renovieren war. Sie mussten dann notgedrungen eine Weile bei Freunden übernachten. Die neue Wohnung war längst noch nicht fertig. Die Frau meinte mal zu mir, dass sie monatelang keine Küche hatte und an Kochen nicht zu denken war.


    Vor ein paar Tagen merkte ich, dass ich kein warmes Wasser in der Wohnung hatte. Nach einigen Telefonaten mit diversen Personen rief ich meinen Vermieter an, der 3 Tage lang nicht ans Handy ging und auch nicht zurückrief (aber wehe man geht nicht ran, wenn er mal was will…). Als ich ihm gestern Abend in einer SMS schrieb worum es geht, stand er wenige Sekunden später an meiner Haustür und klopfte. Ich hatte ihm noch nicht einmal mein Problem geschildert, als er mich fragte ob ich in 1-2 Monaten die Wohnung über mir im 1. Stock beziehen möchte. Er würde gerne aus meinem halben Zimmer einen Raum für die Mülltonnen machen und mein ganzes Zimmer an eine andere Person vermieten. Darauf habe ich absolut keine Lust, denn ich war schon mal in der Wohnung im 1. Stock, als ein anderer Mieter noch dort wohnte (der wurde inzwischen in den 3. Stock umgezogen). Ich kenne die Mängel der anderen Wohnung und habe keinen Bock auf eine Bude mit Bad/Dusche auf dem Gang.


    Was würdet Ihr an meiner Stelle machen? Eigentlich habe ich im Oktober Urlaub geplant, aber noch nichts gebucht. Jetzt überlege ich ernsthaft, ob ich den Urlaub verschieben soll… ich möchte nicht die Erfahrung machen, dass ich zurückkomme und meine Sachen nicht mehr hier sind. Ohne meine Zustimmung ist ein Umzug nicht rechtens, hat er selbst gesagt. Aber bei dem älteren Ehepaar hat er das auch gemacht, ohne sie vorher zu fragen. Hmmm….

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  • Was würdet Ihr an meiner Stelle machen? Eigentlich habe ich im Oktober Urlaub geplant, aber noch nichts gebucht. Jetzt überlege ich ernsthaft, ob ich den Urlaub verschieben soll… ich möchte nicht die Erfahrung machen, dass ich zurückkomme und meine Sachen nicht mehr hier sind. Ohne meine Zustimmung ist ein Umzug nicht rechtens, hat er selbst gesagt. Aber bei dem älteren Ehepaar hat er das auch gemacht, ohne sie vorher zu fragen. Hmmm….


    Ich verstehe Deine Sorgen.


    Und um Deine Frage direkt zu beantworten:
    Ich würde dann dem Vermieter ein Schreiben überreichen. Das würde vor einem Zeugen geschehen (kann ja eine Freundin sein, die mit dabei ist und dann aber im Streitfall auch belegen kann, was in dem Umschlag drinsteckt). In diesem Schreiben würde ich Bezug nehmen auf das Gespräch wegen Umzug bla bla. und würde schreiben, dass ich zwecks Vermeidung etwaiger Missverständnisse hier nochmal schriftlich mitteile, dass ein Umzug für mich nicht in Frage kommt. Damit kann sich im Extremfall niemand mehr auf eben irgendwelche Missverständnisse berufen.


    Dann würde ich überlegen, ob ich Wertgegenstände bzw. persönliche Sachen sicherheitshalber während meines Urlaubs auslagern sollte. Dann würde ich mir ggf. etwas einfallen lassen, mit dem ich nach meiner Rückkehr feststellen kann, ob jemand in der Wohnung war oder gar noch ist. Sollte das tatsächlich passiert sein oder noch der Fall sein, würde es dann rund gehen!


    Ich würde ggf. auch zusätzlich (und damit sicherheitshalber) den Schließzylinder in der Wohnungstür austauschen. Man sollte dabei aber den alten Zylinder zwecks Rücktausch nach Mietende aufbewahren.


    Während längerer Abwesenheit sollte der Vermieter jedoch einen Ansprechpartner für Notfälle erhalten, der dann die Wohnung öffnen kann. Das sollte aber sowieso so sein - ganz unabhängig davon, wer nun welche Wohnungstürschlüssel zu welchem Schließzylinder besitzt.

    *** Das alles ist nur meine müde Meinung. Irrtümer und sonstige Dummheiten sind dabei möglich, wenn auch nicht gewollt. ***

  • Den Austausch der Schließzylinder hatte ich auch schon ins Auge gefasst. Ich habe aber keine Lust, mich vor dem Vermieter diesbezüglich zu rechtfertigen. Außerdem gibt es keinen Dienstleister, der sonntags arbeitet. Mein Vermieter kommt derzeit Montag bis Samstag täglich gegen 6-7 Uhr und fährt selten vor 21, 22 Uhr wieder nach Hause. Er ist fast durchgehend hier im/am Haus, macht irgendwas oder redet mit seinen Arbeitern (das sind alles Schwarzarbeiter, da bin ich mir sicher).


    Mittlerweile ist mir aufgefallen, dass unsere Keller gar nicht mehr wirklich existieren. Mein Vermieter hat sämtliche Gegenstände (bei mir u. a. eine Orgel und ein altes Fahrrad) herausgenommen und lagert dort fast ausschließlich Holz. Ich habe keine Ahnung, wo die Sachen abgeblieben sind und werde alles zurückverlangen bzw. ihn anzeigen, sobald ich eine andere Wohnung gefunden habe.

  • Sternschnuppe:


    "Den Austausch der Schließzylinder hatte ich auch schon ins Auge gefasst. Ich habe aber keine Lust, mich vor dem Vermieter diesbezüglich zu rechtfertigen."
    - Brauchte auch nicht.


    "... redet mit seinen Arbeitern (das sind alles Schwarzarbeiter, da bin ich mir sicher)."
    - Ich würde mal das Gewerbeaufsichtsamt oder den ZUll anrufen.


    "Mittlerweile ist mir aufgefallen, dass unsere Keller gar nicht mehr wirklich existieren. Mein Vermieter hat sämtliche Gegenstände (bei mir u. a. eine Orgel und ein altes Fahrrad) herausgenommen..."
    - Sich die Keller lt. MV mitgemietet?