Betriebs/Nebenkostenabrechnung

  • Hallo Zusammen,


    vielleicht bekomme ich hier ein paar Tipps und Hilfestellung,
    wie ich mit der Abrechnung vorgehen kann/darf.


    Habe heute meine Neben/Betriebskostenabrechnung für meine kleine 1,5 ZimmerAppartment bekommen,
    musste mich erstmal setzen, da mit so etwas absolut nicht zu rechnen war.


    Gegenüber meiner monatlichen Vorauszahlung von monatlich 75€ hat diese sich erhöht auf 155€
    mit einer Nachzahlung von 927€ somit erhöht sich auch die Miete rückwirkend von 465€ auf 545€ ab den 01.08.2014,
    und die Hausverwaltung möchte das ganze auch noch zum 01.11.2014 abbuchen, nicht nur das ich dadurch in einer finanziellen Schieflage gerade, weil damit nicht zu rechnen war, sondern mir bleibt auch keine Zeit und möglichkeit, die Abrechnung auf Fehler überprüfen zu lassen. Was kann ich tun um erstmal das ganze zu prüfen und zu regulieren. Besten Dank und viele Grüße.

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  • Hallo sockenschreck,


    leider lieferst Du viel zu wenig Infos. Daher:


    "Habe heute meine Neben/Betriebskostenabrechnung ... bekommen,"
    - Wie ist der übliche Abrechnungszeitraum dieser Immobilie?
    - Wie war Dein Nutzungszeitraum innerhalb des Abrechnungszeitraums?


    "Gegenüber meiner monatlichen Vorauszahlung von monatlich 75€ hat diese sich erhöht auf 155€"
    - Begründung?
    - Liegt eine schriftliche Berechnung vor?


    "mit einer Nachzahlung von 927€ somit erhöht sich auch die [Brutto-] Miete rückwirkend von 465€ auf 545€ ab den 01.08.2014,"
    - Nicht statthaft, sondern frühestens ab 01.01.2015.


    "die Hausverwaltung möchte das ganze auch noch zum 01.11.2014 abbuchen,"
    - "Möchte"... haha.


    "mir bleibt auch keine Zeit und möglichkeit, die Abrechnung auf Fehler überprüfen zu lassen. Was kann ich tun um erstmal das ganze zu prüfen und zu regulieren."
    - Ich würde mir von der HV die der Betriebskostenabrechnung zugrunde liegenden Originalbelege zeigen lassen. Dazu ist sie verpflichtet.


    PS: "Und relevante Teile des Mietvertrages sind die Klauseln, die sich mit den Betriebs/Nebenkosten befassen."
    - Richtig, wie der Kollege vom Main sagt. Das müssten wir gaanz genau wissen.

    Einmal editiert, zuletzt von Berny ()

  • Zitat

    erhöht sich auch die Miete rückwirkend von 465€ auf 545€ ab den 01.08.2014,


    Und das geht schon mal garnicht. Wenn eine Abrechnung der Betriebskosten ein Manko zulasten des Mieters ausweist, dann kann die zukünftige Vorauszahlung dieser Betiebskosten erhöht werden. Man beachte: die zukünftige.


    Zitat

    mir bleibt auch keine Zeit und möglichkeit, die Abrechnung auf Fehler überprüfen zu lassen.


    Das stimmt so nicht, denn du hast Zeit diese Abrechnung innerhalb von 12 Monaten auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Wobei dann Korrekturen vorgenommen werden können.


    Um einen ersten Überblick zu bekommen, solltest du diese Abrechnung und die relevanten Passagen des Mietvertrages einscannen und hochladen. Natürlich vorher Namen & Co. radieren. Und relevante Teile des Mietvertrages sind die Klauseln, die sich mit den Betriebs/Nebenkosten befassen.

  • Hallo Zusammen,


    werde die Unterlagen soweit zusammenstellen und dann einscannen,
    ich sage schonmal Danke für die Hilfe und Informationen.


    Zur Info, der Abrechnungszeitraum ist vom 01.01.2013 - 31.12.2013,
    die Wohnung wurde von erst am 01.12.2012 bezogen, daher kann ich keine
    Informationen geben, wie das in der Vergangenheit abgerechnet wurde,
    mir kommt es aufjeden Fall zu hoch vor,
    1Heizkörper + Dusche + 2 Wasserhähne (K/W)


    Viele Grüße

  • Tja, da werde ich mal meine unmaßgebliche Meinung schreiben.


    1. Dass eine rückwirkende Erhöhung der Betriebskostenvorauszahlungen nicht möglich ist, hatte ich ja schon geschrieben.


    Mietrecht: Betriebskosten Vorauszahlungen


    2. Diese Abrechnung ist eine Hausgeldabrechnung der WEG für deinen Vermieter. Da haben solche Dinge wie Kleinreparaturen, Instandhaltungen und Aufzugreparaturen nichts verloren. Das sind Dinge, die der Vermieter (Eigentümer der Wohnung) zu tragen hat.


    3. Scheint mir der geschätzte Verbrauch von 30 m³ Warmwasser und weiteren 38 m³ Kaltwasser für eine Person sehr viel. Oder sind alle deine Sportfreunde bei dir zum Duschen aufgelaufen?


    Was ich tun würde? Zuerst einmal den Dauerauftrag stornieren. Dann den Vermieter auf seine Fehler in 1. + 2. aufmerksam machen und eine Korrektur der Abrechnung verlangen. Danach erst einer Erhöhung der Vorauszahlung zustimmen. Diese Erhöhung wird um einige Euro geringer ausfallen.

  • Mein Ergebnis deckt sich mit meinem Vorschreiber. Scheint, als ob Ihr Vermieter die Rechnung nur durchgereicht hat.
    Sonst dürften Reparaturkosten div. Art sowie Abrechnungskosten nicht auftauchen. Also reklamieren, da wirds auf alle Fälle schon mal etwas moderater.
    Noch eins. Bedenken Sie, das mit jeden Tropfen aus der Dusche auch 1 Cent mittropft.

  • Hallo,


    vielen vielen lieben Dank für die Tipps, Hinweise und Hilfe.
    Hat es doch meinen Verdacht bestätigt, das die Abrechnung nicht stimmen kann,
    und ich wohne alleine, es kommt keine Fussballmannschaft zum Gruppenduschen,
    auch keine Waschmaschine dreht ihr runden in der Wohnung, sondern im Waschsalon.
    Werde ich den ganzen Widersprechen und eine Korrektur verlangen, und das ganze noch von
    Mieterbund überprüfen lassen. VG.

  • Knack- und Angelpunkt sind der utopische WW-Verbrauch und megautopischen Aufbereitungskosten von 25 € pro m³.



    30 m³ entsprechen fast dem Gesamtwasserverbrauch einer Person in einem Jahr.


    Liegt der Abrechnung auch diese "Anlage Vorverteilung" bei?


    Und wurde inzwischen denn der nicht drehende WW-Zähler ausgetauscht?

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
    ____________________________________________________________________________
    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • anitari: alle die mir zu Verfügung gestellten unterlagen, habe ich in der Dropbox als download gestellt.
    mir ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht bewusst gewesen, das sich ein Zähler nicht gedreht haben soll,
    es wurden in der Wohnung dreimal ein Termin gemacht, in dem der Heizungszähler, KW Zähler und WW Zähler getauscht wurden.
    Bei Einzug der Wohnung, wurde alle Zählerstände im Übergabeprotokoll notiert. Es liegt auch kein Anlage Vorverteiler vor,
    jedenfalls wurde diese mir nicht zugesandt.

  • Zitat

    mir ist bis zum heutigen Zeitpunkt nicht bewusst gewesen, das sich ein Zähler nicht gedreht haben soll,


    Seite 9 Warm-Wasserverbrauch steht unter Bemerkung Zähler läuft nicht.


    Warum WW- und Heiz-Verbrauch nur geschätzt wurde ist nicht nachvollziehbar.


    Zitat

    es wurden in der Wohnung dreimal ein Termin gemacht, in dem der Heizungszähler, KW Zähler und WW Zähler getauscht wurden.


    Hast Du dazu die Tauschprotokolle?


    Mir ist die ganze Heiz- und WW-Abrechnung mehr als suspekt. Trotz meiner kaufmännischen Ausbildung und langjähriger Erfahrung mit Betriebs- und Heizkostenabrechnungen steige ich da nicht so recht hinter.


    Zu einer ordentlichen und nachvollziehbaren Heiz- und WW-Abrechnung gehört auch, so jedenfalls nach meiner Erfahrung mit einer anderen Abrechnungsfirma, die genaue Übersicht der Gesamtheizkosten.


    Auch mein Rat der Abrechnung, weil in keinster Weise nachvollziehbar, widersprechen.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    Gruß anitari

  • anitari; nein es liegen keine Tauschprotokolle der Zähler vor und auch sonst keine weiteren Unterlagen. Es wird dem ganzen widersprochen, dann darf die HW, dem Mieterbund und mir einiges Erklären. Dann mal schaun wie es ausgeht. Für mich ist diese Abrechnung absurd und abenteuerlich.

  • Also ist schon schräg die Abrechnung. Zwei Dinge kann ich aber anmerken:
    1. die Liftwartung ist auf jeden Fall umlagefähig, die musst du zahlen
    2. https://www.energieberaterkurs.de/export/sites/default/de/Dateien_Kennwerte/kennwerte_wasserverbrauch.pdf Seite 1 oben, Seite 3 mitte sind interessant. Die 30m³ kommen hin, wenn man die höchsten Werte annimmt aus Seite 3 mitte (Brauchwasser bei 60° 80L*365=29200L=29,2m³), wenn man aber nach Seite 1 oben, 3. Spalte (MFH) geht kommt man auf deutlich weniger: 10,95m³


    Was nicht so richtig aus der Abrechnung hervorgeht ist, auf welcher Grundlage geschätzt wurde. Soweit ich weiß lässt die Heizkostenverordnung jedoch nur einen Vergleich mit anderen Abrechnungszeiträumen oder ähnlichen Räumen bzw. Wohnungen zu. Frag also einen Nachbarn, wie viel er im gleichen Zeitraum verbraucht hat, der Wert abzgl 15% sollte dir dann berechnet werden.


    dazu aus http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/heizkostenv/gesamt.pdf:


  • "Knack- und Angelpunkt sind der utopische WW-Verbrauch und megautopischen Aufbereitungskosten von 25 € pro m³."


    ich kann das nicht finden mit den Aufbereitungskosten, wo soll auf meiner Abrechnung stehen, sitze nämlich gerade, über das Schreiben für meine HW.?!


  • ich kann das nicht finden mit den Aufbereitungskosten, wo soll auf meiner Abrechnung stehen, sitze nämlich gerade, über das Schreiben für meine HW.?!


    SEITE 8 ElBlindi


    Ihre Abrechnung


    lesen mußte schon selber.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    Gruß anitari