Bürgschaft

  • Hallo,
    habe hier glaube ich ein sehr kompliziertes Problem:


    Bin Studentin und ziehe in eine Mietwohnung, bei der ich eine Kaution hinterlegen muss (2MM) UND eine Elternbürgschaft.
    Der Inhalt dieser Bürgschaft bereitet mir allerdings Kopfschmerzen, dort heißt es:
    "Wir übernehmen hierdurch freiwillig gegenüber dem Vermieter X die selbstschuldnerische, unwiderrufliche, unbefristete und unbedingte Bürgschaft für die Erfüllung des Mietvertrags vom (Datum)..."


    Man kann doch keine unbefristete Bürgschaft unterschreiben? oder gilt dies im Bezug auf den Mietvertrag? Dieser ist ebenfalls nicht befristet sondern läuft auf unbestimmte Zeit, erlischt die Bürgschaft dann mit Beendigung des Mietvertrags?


    Wenn ich mich nicht irre, darf der Vermieter gar nich 2 Sicherheiten verlangen, also Bürgschaft UND Kaution, oder?
    Diese Bürgschaft ist angeblich ein Vordruck der Firma Haus und Grund.


    Kennt sich irgendjemand mit sowas aus? Bin echt verzweifelt, muss den Vertrag eig. morgen unterschreiben, aber der Vermieter hat mir die Bürgschaft erst heute abend geschickt...:confused:

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  • Kautionen (2 Monatsbruttomieten bzw. 3 Monatsnettomieten) sind völlig normal heutzutage.
    Dass aber noch zusätzlich eine Bürgschaft gefordert wird, ist mir noch nie in den vergangenen 10 Jahren untergekommen.
    Vielleicht hat der Vermieter Gründe, soviel an Sicherheit(en) zu verlangen.
    Ich halte diese Bedingung(en) trotzdem für legal, denn wir haben Vertragsfreiheit, und sie verstösst nicht gegen gute Sitten, Menschenrechte etc.

  • Eine zusätzliche Mietbürgschaft ist durchaus nicht ungewöhnlich und wird in der Regel verwendet, wenn die Mieter einer Wohnung noch über kein oder nur geringes Einkommen verfügen.


    In der Regel wird die hinterlegte Mietkaution erst am Ende der Mietzeit eingesetzt, sofern noch Forderungen gegen Mieter in irgendeiner Form, seien es rückständige Mieten oder fehlende Renovierungsarbeiten, bestehen. Sofern die Kaution während der Mietdauer eingesetzt werden muss, ist der Mieter verpflichtet, diese wieder aufzufüllen. Nur wird dies wohl schwer möglich sein, wenn keine oder nur geringe Einkünfte vorhanden sind.


    Andererseits ist eine hinterlegte Mietkaution im Falle einer fristlosen Kündigung wegen Mietrückstand oft schon durch den entstandenen Rückstand so gut wie aufgebraucht.


    Die Mietbürgschaft dient also dem Vermieter als zusätzliche Sicherheit und ist durchaus legitim.


    Zitat

    "Wir übernehmen hierdurch freiwillig gegenüber dem Vermieter X die selbstschuldnerische, unwiderrufliche, unbefristete und unbedingte Bürgschaft für die Erfüllung des Mietvertrags vom (Datum)..."


    Durch den hier gewählten Wortlaut ist die Kaution auf den Zeitraum bis zur Erfüllung des Mietvertrages beschränkt. Sie hat also bei Beendigung des Mietverhältnisses solange Bestand, bis alle Forderungen aus dem Mietverhältnis ausgeglichen sind.