ca. 10% weniger Wohnraum als im Mietvertrag angegeben. Miete?

  • Ich lese gerade, dass unbeheizbare Abstellräume z.B., nur zur Hälfte berechnet werden.


    Weißt Du, Leipziger, ab das aktuell noch so stimmt?


    jetzt geht es wohl um cm


    deine Speisekammer gehört zu Wohnfläche dazu


    kleiner Balkon ist ein relativer begriff
    cm zählen.


    welche nischen hast du in der Wohnung noch ausser acht gelassen?

  • Anzeige
  • Das ist alles recht unübersichtlich.
    Es gibt eine Verordnung, die 2004 herauskam. Wenn der Mietvertrag jedoch vor 2004 abgeschlossen wurde, zählt die alte Verordnung, nach der (wenn ich das richtig gelesen habe) nicht beheizbare Abstellräume zur Hälfte berechnet werden. Ich habe den Reiter, wo ich das las, leider geschlossen und finde die Stelle nicht wieder.


    Außerdem bleiben bei meinem winzgen Balkon ca. 0,3qm übrig (nach der neuen Verordnung).


    Ich finde leider nirgends eine Aussage zur alten Verordnung.


    Weiterhin habe ich jede Menge Nischen in meiner Wohnung, die ich noch überhaupt nicht berücksichtigt habe. Ich habe gestern zunächst sehr grob gemessen, um einen Überblick zu bekommen.


    Jedenfalls drängt sich mir recht massiv der Eindruck auf, dass ich hier wahrscheinlich unter 50qm wohne. Das würde mich eigentlich nicht weiter stören. Da ich aber nicht ausziehen möchte, könnte mich das retten. Bis 10% weniger Wohnraum ist (gesetzlich) legitim. Alles was über 10% geht, ist nicht mehr in Ordnung und kann, wenn der Mieter das einfordert, zu einer geringeren Miete führen.


    Um 17.00 werde ich eine Anwältin vom Mieterverein dazu interviewen. Mal sehen, was die sagt.


    Ich vermute, dass ein unabhängiger Sachverständiger herangezogen werden muss, richtig?

  • Gemäß der WoFlV wird die Grundfläche folgender Räume als Wohnfläche gewertet.
    •Badezimmer
    •Dielen und Flure
    •Esszimmer
    •Kinderzimmer
    •Küchen
    •Nebenräume, wie beispielsweise Abstellkammern
    •Schlafzimmer
    •Toilettenräume
    •Wohnzimmer



    in der heizungsnische:
    ist da etwas verbaut, was vom boden 150cm hoch ist.


    Balkon:
    vertrag vor 2004 = die hälfte.

  • Modernisiertwohntnoch,


    da Deine unklaren Angaben im Ergebnis unter oder über 10,000% Abweichung bedeuten könnten, sind hier EXAKTE Werte dringend erforderlich.


    "Weiß vielleicht auch jemand, zu wieviel Prozent der balkon,"
    - Als rundherum freier Balkon 50%.


    "Heikörpernischen mitberechnet werden?"
    - Nein - Ist es zuviel verlangt von Dir, die Wohnflächenverordnung richtig zu lesen?


    "Es gibt irrsinnig viele Sonderregelungen, wenn es um das berechnen von Wohnraum geht. Ich habe das soeben in Erfahrung gebracht."
    - Ich streite das ab. und habe eher den Eindruck, dass Du nicht zu den fleissigen Zeitgenossen gehörst.


    "Es zählt nicht jeder cm der Wohnung als volle qm Fläche."
    - Richtig, denn ein qm hat alleine schon zehntausen qcm.


    "Ach ja, weiß jemand, wie man die Fläche dieses (nichtmal) Halbkreises berechnet?"
    Du wolltest ja Deine RAin konsultieren... Google ist auch hier Dein Freund, sofern Du nicht zu träge bist zum Suchen.

  • Zitat

    Wenn der Mietvertrag jedoch vor 2004 abgeschlossen wurde, zählt die alte Verordnung, nach der (wenn ich das richtig gelesen habe) nicht beheizbare Abstellräume zur Hälfte berechnet werden.


    Nur wenn Du in dem nicht beheizbaren Raum ein Schwimmbad oder einen Wintergarten eingebaut hast.


    Zitat

    Das ist alles recht unübersichtlich.


    Eigentlich nicht. Noch eindeutiger geht es kaum.


    Zitat

    Ich vermute, dass ein unabhängiger Sachverständiger herangezogen werden muss, richtig?


    Kann sein. Der kostet aber eine ordentliche Stange Geld. Im Übrigen: Ein Sachverständiger ist nicht mehr unabhängig, wenn Du diesen beauftragst. Schließlich seid ihr dann ja Geschäftspartner.


    Ein unabhängiger Gutachter kann immer nur von einem Gericht bestellt werden.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Zitat

    Im Übrigen: Ein Sachverständiger ist nicht mehr unabhängig, wenn Du diesen beauftragst. Schließlich seid ihr dann ja Geschäftspartner.


    Ein unabhängiger Gutachter kann immer nur von einem Gericht bestellt werden.


    Du scheinst mir ja ein richtig Drolliger zu sein. Sorry! Aber vielen Dank für die Hilfe!


    Ich verstehe so viel Aufregung manchmal nicht ganz.


    Was ein unabhängiger Gutachter ist, weiß i.d.R. jeder.
    Also, dann bis später.

  • Was ist denn mit Heizörpernischen? Ich habe in der Küche eine Nische mitgemessen, die mindestens 80cm breit und 40cm tief ist, weiß aber nicht, ob die miteinbezogen werden muss/soll.


    Falls Du auch hier zu faul zum Suchen sein solltest, klicke auf diesen Link: https://www.google.de/search?hl=de&source=hp&q=wohnfl%C3%A4chenberechnung+heizungsnischen&gbv=2&oq=wohnfl%C3%A4chenberechnung+heiz&gs_l=heirloom-hp.1.4.0l2j0i22i30l8.1500.19000.0.23359.26.13.0.13.13.0.172.1484.1j12.13.0.msedr...0...1ac.1.34.heirloom-hp..0.26.1921.uoCosSMh37w

  • Also zunächst bist du da leider nicht allein, geschätzt ist die Wohnfläche jeder zweiten Wohnung im Miet- oder Kaufvertrag falsch angegeben, und entgegen mancher Kommentare hier finde ich schon, dass es der Rede wert ist. Bezüglich Berechnung:
    "[...]nach DIN-Norm 283/277 wird die Grundfläche einer Eigentumswohnung erfasst. Dabei fließen auch Balkone, Kellerräume, Terrassen und Dachbodenanteile in die Berechnung ein." Zitat Immobilienkauf: Wohnfl DIN 283/277 Enthält dein bisheriger Vertrag eine verbindliche Wohnflächenangabe nach Wohnflächenverordnung? (Neben der Fläche nach der genannten Norm)

  • Zitat

    Enthält dein bisheriger Vertrag eine verbindliche Wohnflächenangabe nach Wohnflächenverordnung? (Neben der Fläche nach der genannten Norm)


    Diese DIN 283 ist aktuell mal wieder außer Kraft gesetzt. Was zählt ist ausschließlich die Wohnflächenverordnung.


    Zitat

    entgegen mancher Kommentare hier finde ich schon, dass es der Rede wert ist.


    Gegenteiliges wurde auch nicht behauptet. Was zählt ist die Höhe der Abweichung von der vertraglich angegebenen Wohnfläche. Sind das weniger als 10%, liegt kein Mangel vor.


    Zitat

    geschätzt ist die Wohnfläche jeder zweiten Wohnung im Miet- oder Kaufvertrag falsch angegeben


    und genau aus dem Grund sollten sich die Vermieter hier gar nicht so weit aus dem Fenster lehnen. In meinen Verträgen steht meist nur eine ca. Angabe, bzw. gar nichts von der Wohnungsgröße.


    Je nach Änderung der DIN, bzw. Verordnung ist eine genaue Angabe der Wohnfläche eigentlich gar nicht möglich.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • In meinem Vertrag, das habe ich einige Posts vorher bereits mitgeteilt, steht eine genaue qm Zahl. Und zwar 57qm.


    Außerdem kann man die Wohnfläche, die ein Vermieter letztlich meint, zumindest in Schreiben, die Mieterhöhungen betreffen, oder bei BKA herauslesen.

  • Was hat denn deine genaue Messung nun ergeben?

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Ich muss zunächst nicht weiter messen. Ich bin ziemlich sicher, dass diese Wohnung sogar weniger als 50qm Wohnraum aufweist.
    In ca. 30 Min. habe ich deswegen eine Unterredung mit einem Anwalt.


    Dann werde ich weiter sehen.


    Falls möglich werde ich dann eine Erniedrigung der Miete und eine anteilige Rückzahlung für die vergangenen drei Jahre einfordern.

  • Zitat

    Ich bin ziemlich sicher, dass diese Wohnung sogar weniger als 50qm Wohnraum aufweist.


    Im Zweifel will aber ein Richter nicht wissen, wie sicher Du dir bist. Hier zählen nur die Zahlen. Weiterhin benötigst Du für eine Berechnungsgrundlage der Mietminderung die tatsächliche Wohnungsgröße.


    Zitat

    und eine anteilige Rückzahlung für die vergangenen drei Jahre einfordern.


    Die Forderung dürfte ins Leere laufen. Rückwirkende Mietminderungen sind nicht möglich.


    http://www.mietminderung.org/mietminderung-rueckwirkend/


    Siehe 3. Absatz.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

    Einmal editiert, zuletzt von Leipziger82 ()

  • Zitat

    Rückwirkende Mietminderungen sind nicht möglich.


    Tja, sorry Ihr Lieben...



    Meine Anwältin behauptet Gegenteiliges.


    Es können eine Minderung der Miete, als auch Teilrückzahlungen für die vergangenen 3 Jahre geltend gemacht werden.


    Doch zunächst muss die HV unterrichtet werden. Falls die so freundlich sind und einen Gutachter beauftragen, geht der auf deren Kosten, falls eine qm Zahl gemessen wird, die die 10% Marke unterschreitet.

  • Zitat

    Tja, sorry Ihr Lieben


    Sorry wofür?


    Zitat

    Meine Anwältin behauptet Gegenteiliges.


    Da irrt Deine Anwältin.


    Hast Du Dir den Link überhaupt angeschaut? Die Behauptung, dass eine rückwirkende Mietminderung nicht möglich ist, habe ich mir nicht ausgedacht, sondern ist ein Urteil des Bundesgerichtshof (BGH ZMR 2007, 484) und stellt somit eine höchstrichterliche Entscheidung dar.
    Oder anders: Dieses Urteil ist geltendes Recht, egal was deine Anwältin behauptet.


    Oder noch anders: Nicht alles, was Anwälte behaupten, ist auch richtig. Vergiss bitte niemals, dass eine Anwältin Geld mit Dir verdienen möchte. Sie wird Dich kaum vom Hof jagen, in dem sie Dir unrecht gibt.


    Hast Du Dir tatsächlich eine Fachanwältin für Mietrecht gesucht?
    Allein die Tatsache, dass ihr dieses Urteil nicht bekannt ist, halte ich für höchst bedenklich.


    Als Ergänzung:


    Zitat

    Falls die so freundlich sind und einen Gutachter beauftragen


    So "blöd" werden die nicht sein. Du musst nachweisen, dass die tatsächliche Wohnfläche von der angegebenen abweicht und nicht umgekehrt.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

    Einmal editiert, zuletzt von Leipziger82 ()

  • Zitat

    Zigarettchen?


    Danke, hatte ich gerade. Warum?


    Wenn Du keinen Rat möchtest, kannst Du dich hier gern abmelden oder das geschriebene ignorieren.
    Ich weise nur darauf hin, dass Anwälte keine unfehlbaren Götter sind.


    Ich persönlich vertraue zwei Arten von Menschen nicht:
    1. Politiker
    2. Anwälte (nicht einmal meinem eigenen)

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

    Einmal editiert, zuletzt von Leipziger82 ()