1,5 Jahre KEINE Vorauszahlung auf Heizkosten --> Hohe Nachzahlung

  • Hallo,


    folgender Sachverhalt bereitet mir aktuell Bauchschmerzen.


    Zum 1.1.2014 zogen wir in unsere 116qm-Wohnung in einem 4-Parteien Haus ein (3 Mietswohnungen, 1 Geschäft, wobei die dahinter stehende GmbH gleichzeitig Vermieter der 3 Wohnungen ist).


    Die 3 Wohungen wurden alle zum 1.1.2014 erstmals vermietet und dienten zuvor als Lagerräume des Eigentümers. Zu Beginn des Mietverhältnisses wurden alle Mieter darauf hingewiesen, dass aktuell keine Erfassung der verbrauchten Heizenergie möglich sei, da zunächst entsprechende Erfassungsgeräte an allen Heizkörpern installiert werden müssen. Dies geschah im Mai 2014. Danach haben wir zweimal (leider nur mündlich) darauf hingewiesen, dass wir noch keine schriftliche Benachrichtigung über monatlich zu leistende Abschlagszahlungen bekommen haben und eine solche doch gerne hätten. Dies ist bis bis vergangene Woche nicht geschehen.


    Nun kam vergangene Woche nach über einem Jahr seit Installation der Erfassungsgeräte die schriftliche Aufforderung ab Juli2015 eine mtl. Heizkostenvorauszahlung i.H.v. 200,- € zu leisten, was uns sehr viel erscheint. Des Weiteren enthielt das Schreiben eine Art "Vorwarnung", dass wir mit einer hohen Nachzahlung zu rechnen hätten, da wir bisher schließlich keine Abschlagszahlungen geleistet haben. Darüber hinaus erfolgte der Hinweis, dass die erste Heizkostenabrechnung den Zeitraum Mai 2014 - August 2015 umfassen wird.
    Für uns ergeben sich nun folgende Fragen:


    - Wäre der Vermieter verpflichtet gewesen mit uns eine mtl. Vorauszahlung zu vereinbaren?
    - Ist der mtl. Abschlag i.H.v. 200,- € welcher in keiner Form begründet/berechnet wird so von uns zu akzeptieren?
    - Ist eine Abrechnung von Mai 2014 - August 2015 überhaupt zulässig? Ich habe gelesen, dass Nebenkostenabrechnungen einen Zeitraum von 12 Monaten umfassen müssen. In Ausnahmefällen (z.B. Mieterwechsel) sind auch kürzere Zeiträume möglich, nicht jedoch längere.


    Vielen Dank für Ihre Hilfe!


    FFi

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  • Hallo,


    Zitat


    - Wäre der Vermieter verpflichtet gewesen mit uns eine mtl. Vorauszahlung zu vereinbaren?


    Was steht denn dazu im Mietvertrag? Sind dort keine Vorauszahlungen vereinbart?
    Grundsätzlich ist der Vermieter nicht verpflichtet, Vorauszahlungen zu vereinbaren.


    Zitat

    - Ist der mtl. Abschlag i.H.v. 200,- € welcher in keiner Form begründet/berechnet wird so von uns zu akzeptieren?


    Auch hier wieder die Frage nach den Vertraglichen Vereinbarungen: Habt Ihr laut Vertrag die Betriebskosten zu zahlen?
    Ansonsten könnte der Betrag von 200,00 € durchaus passen. Das sind 1,72 €/m² und somit im Rahmen.


    Euch entsteht doch hierdurch kein Nachteil, oder? Ihr zahlt ja nur den tatsächlichen Verbrauch. Alles, was Ihr an Vorauszahlungen zu viel geleistet habt, bekommt Ihr im Zuge der Betriebskostenabrechnung zurück erstattet.


    Zitat

    Ist eine Abrechnung von Mai 2014 - August 2015 überhaupt zulässig?


    Nein, das dürfen nur 12 Monate sein.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • § 556 BGB Vereinbarungen über Betriebskosten
    (1) Die Vertragsparteien können vereinbaren, dass der Mieter Betriebskosten trägt.................
    (2) Die Vertragsparteien können vorbehaltlich anderweitiger Vorschriften vereinbaren, dass Betriebskosten als Pauschale oder als Vorauszahlung ausgewiesen werden. Vorauszahlungen für Betriebskosten dürfen nur in angemessener Höhe vereinbart werden.
    (3) Über die Vorauszahlungen für Betriebskosten ist jährlich abzurechnen;



    - Wäre der Vermieter verpflichtet gewesen mit uns eine mtl. Vorauszahlung zu vereinbaren?
    Nein!


    - Ist der mtl. Abschlag i.H.v. 200,- € welcher in keiner Form begründet/berechnet wird so von uns zu akzeptieren?
    Kann nicht begründet werden, da Ihr Heizverhalten nicht vorherschaubar ist.


    - Ist eine Abrechnung von Mai 2014 - August 2015 überhaupt zulässig? Ich habe gelesen, dass Nebenkostenabrechnungen einen Zeitraum von 12 Monaten umfassen müssen. In Ausnahmefällen (z.B. Mieterwechsel) sind auch kürzere Zeiträume möglich, nicht jedoch längere.
    Das ist richtig.

    2 Mal editiert, zuletzt von Kolinum ()

  • Nun kam vergangene Woche nach über einem Jahr seit Installation der Erfassungsgeräte die schriftliche Aufforderung ab Juli2015 eine mtl. Heizkostenvorauszahlung i.H.v. 200,- € zu leisten,


    Jedoch ohne detaillietre Berechnung bzw. vorausgegangener Heizkostenabrechnung?

  • Was, wenn überhaupt, ist im Mietvertrag zu Neben- und Heizkosten vereinbart?


    Bitte den exakten Wortlaut oder die entsprechende Passage des Vertrages einscannen und als Bild(er) hochladen. Bitte nicht zu klein und persönliche Daten unkenntlich machen.


    200 € Heizkostenvorauszahlung sind für 116 m² so viel nun auch nicht. Heizkosten betragen im Schnitt 1 - 1,25 € pro m², sind auch die Kosten der Wassererwärmung dabei 1,30 - 1,50 €.


    Eine Abrechnung von Mai 14 - August 15 ist nicht zulässig. Bestenfalls von Mai 14 - April 15

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • Unter Umständen ist ein einmaliger verlängter Abrechnungszeitraum zulässig (siehe BGH VIII ZR 316/10 vom 27.07.2011). Inwieweit diese Umstände im speziellen Fall gegeben sind mag ich natürlich nicht zu beurteilen.


  • Hallo,


    ich verstehe dein Problem nicht so ganz.


    Du wollstest gerne einen Abschlag zahlen, den hat der Vermieter aber nicht gefordert.
    Du hast faktisch keinerlei Nachteil, wegen der nicht verlangten Vorrauszahlung. Es hat doch doch niemand daran gehindert das Geld beiseite zu legen.


    Jetzt sollst du einen Abschlag zahlen und der ist dir zu hoch.
    Dann mach doch einen Gegenvorschlag, beschwere dich aber hinterher nicht über eine Nachzahlung.


    Der zu lange Abrechnungszeitraum ist rein rechtlich möglicherweise nicht in Ordnung.
    Aber was hast du denn davon, wenn dieser Zeitraum jetzt auf zwei Abrechnung aufgeteilt wird?
    Du könnstest allerdings vorschlagen, dass erstmal von Mai 2014 bis April 2015 abgerechnet wird.


    Und noch ein Punkt: Wie wird denn der Zeitraum vom 01.01.2014 bis 30.04.2014 abgerechnet? Hast du in der Zeit Heizkosten bezahlt?


    Ich denke hier gibt es keinen Grund für Bauchschmerzen. Auch wenn das alles nicht ganz den üblichen Abläufen entspricht, so scheint es nicht so zu sein, als würdest du über den Tisch gezogen.


    Gruss
    H H