Nach Abmahnung: "Reparatur" mit Klebeband

  • Hallo,


    Ich habe beim lesen der anderen Beiträge festgestellt, dass man als Mieter so einiges hinnehmen muss. Aber beim folgenden habe ich doch noch meine Zweifel:
    Die Toilette war defekt und nach einigen mündlichen Aufforderungen habe ich eine Frist gesetzt (1Woche, ansonsten fristlose Kündigung). Ein paar Tage später ging die Dame dann auch in unser Bad, um die Toilette zu reparieren - mit Klebeband!


    Weil die Wohnung eh nur aus Improvisation und Sperrmüll besteht, habe ich deutlich eine Fachgerechte Reparatur gefordert. Nun frage ich mich,


    1. ob meine Frist als missachtet angesehen werden kann und ich Fristlos kündigen kann
    2. ob ich eine neue Frist setzen kann / muss
    3. ob das damit kein außerordentlicher Kündigungsgrund mehr ist... (bislang läuft schließlich kein Wasser mehr raus, und Schönheitsreperaturen werden ja in der entsprechenden Klausel auch auf den Mieter übertragen)


    (Zur Sicherheit habe ich natürlich gleich eine ordentliche Kündigung mit eingereicht.)

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  • Zitat

    3. ob das damit kein außerordentlicher Kündigungsgrund mehr ist...


    Eine undichte Toilette ist ohnehin kein Grund zur fristlosen Kündigung. Bestenfalls zur Mietminderung.


    Zitat

    (Zur Sicherheit habe ich natürlich gleich eine ordentliche Kündigung mit eingereicht.)


    Das ist gut.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
    ____________________________________________________________________________
    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • Hallo Jan Andre Rudolph,


    ich habe einen Mieter, der mal das ihm zu laute Radio seines Nachbarn gehört hatte und mir ankündigte, evtl. fristlos zu kündigen. Na, geht's noch...?


    "Ich habe beim lesen der anderen Beiträge festgestellt, dass man als Mieter so einiges hinnehmen muss."
    - Was manche Vermieter hinzunehmen haben, dürfte m.E. deutlich schlimmer sein.


    "Die Toilette war defekt und nach einigen mündlichen Aufforderungen habe ich eine Frist gesetzt (1Woche, ansonsten fristlose Kündigung)."
    - Selten so ge...lacht. Einen Mangel an der Mietsache zeigt man schriftlich an und fordert zeitnahe und dauerhafte Behebung.


    "Ein paar Tage später ging die Dame dann auch in unser Bad, um die Toilette zu reparieren - mit Klebeband!"
    - Womit und wie sie das macht, geht Dich nichts an. Einzig Resultate zählen.


    "Weil die Wohnung eh nur aus Improvisation und Sperrmüll besteht, habe ich ..."
    - ... das ja eigentlich bereits bei der Anmietung erkennen müssen, womit Reklamationsgründe diesbezgl. nicht mehr bestehen.


    "Nun frage ich mich,"
    - Hast Du von Dir (nach längeren Nachdenken) schon eine Antwort erhalten?


    "1. ob meine Frist als missachtet angesehen werden kann und ich Fristlos kündigen kann"
    - Weder Fristlos noch fristlos.


    "2. ob ich eine neue Frist setzen kann / muss
    3. ob das damit kein außerordentlicher Kündigungsgrund mehr ist... (bislang läuft schließlich kein Wasser mehr raus,"
    - (ernsthafter) Tipp: Schildere Deiner VMn den Schaden, wie er sich auswirkt und seit wann er ihr bekannt ist und fordere Sie per Einwurfeinschreiben auf, ihn zeitnah zu beheben, um weitere Schäden an der Mietsache und Mietminderungen zu vermeiden. Auch auf § 535 BGB verweisen.


    "Schönheitsreperaturen werden ja in der entsprechenden Klausel auch auf den Mieter übertragen)"
    - Mängel an der Mietsache und Schönheitsreparaturen haben miteinander nichts zu tun.


    "(Zur Sicherheit habe ich natürlich gleich eine ordentliche Kündigung mit eingereicht.)
    - Wenigstens die dürfte eigentlich wirksam sein.

    Einmal editiert, zuletzt von Berny ()

  • Hallo,


    Vorweg: Rechtschreibfehler können sie gerne suchen und behalten :P


    Sie sollten vielleicht daran denken, dass es für den Vermieter nur um Geld geht, während der Mieter mit der Situation leben muss. Und in diesem Fall ist es echt eine dreiste Ausbeutung von Studenten, die zum Studienbeginn keine andere Möglichkeit haben.


    Ich persönlich kenne es von zuhause so, dass man mit den Vermietern auch mal über eine hochwertige Neuausstattung der Bäder reden kann, während ich hier für eine Reparatur der Toilette drohen muss. Aber vielleicht sind die Karlsruher es ja gewohnt so zu leben, oder man ist hier besonders egoistisch.


    Wie auch immer, die Frage war ja schon nach dem ersten Post geklärt ;)


  • Na, wollen wir mal ehrlich sein: Sie gehen ja auch nicht in den Supermarkt und sagen: "Die Ware kaufe ich für 80 % des Preises, weil Sie haben da ja Ihre Gewinnmarge eingerechnet". Jeder, der eine Ware anbietet, will an ihr einen Gewinn machen.
    Genauso ist es auch mit der Mietwohnung. Die vermieten Sie ja auch nicht zum Selbstkostenpreis, sondern wollen da einen Gewinn rausholen. Nur mit dem Unterschied: Von der Kaltmiete gehen noch Kosten ab, die nicht auf den Mieter "abgewälzt" werden können:
    - Finanzierungskosten
    - kurzfristige Instandhaltung (z. B. der klassische Klempner)
    - langfristige Instandhaltungen (sehr kostspielig wie Dachreparaturen, Austausch Fenster, Austausch Heizung, etc.)
    - Verwaltungskosten
    - Leerstandskosten (Die Betriebskosten wie Grundsteuer, Müll, Heizung, Wasser, etc. laufen ja weiter, aber in dem Fall muss der Eigentümer die Kosten tragen)
    - Wertverlust (Abschreibung)
    - Verwaltungskosten
    - Sonstige Wagnisse wie Rechtskosten


    Während der Industrielle mit Margen auf seine Produkte mit bis zu 150 % rechnen kann (Herstellkosten --> Verkaufspreis des Herstellers) (natürlich je nach Produkt), liegt die Rendite bei Immobilien bei 3 - 5 %. Dazu kommt noch die Belastung, weil Immobilien stets mit einer hohen Kapitalbindung einhergehen.

    Zur Person:
    - Immobilienverwalter in Berlin (Wohn- und Gewerbeeinheiten, WEG-Verwaltung, SE-Verwaltung, Zwangsverwaltung)
    - Objektbuchhalter (Mietenbuchhaltung, Debitoren/Kreditorenbuchhaltung, Umsatzsteuer, Reporting, Abrechnung)
    - Ausbilder
    - freier Dozent an privaten Bildungsträgern für Rechnungswesen / WEG / Mietrecht / öff. Baurecht (Bauplanungsrecht)

  • Da sage ich auch wirklich nichts gegen, und in den meisten Fällen ist ja auch alles in bester Ordnung.
    Das ändert aber nichts daran, dass es Fälle wie dieses Haus gibt.
    Wenn wir schon beim Supermarkt sind: wenn ich da aus versehen schimmelige Wust kaufe, so kann ich die auch zurückgeben.
    Aber hier wurde mir eine schimmelige Wurst verkauft, bei der das Etikett überklebt wurde und die das doppelte von der normalen Wurst kostet, die leider gerade ausverkauft war.


    Mein Punkt ist nicht, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht stimmt, sondern dass es einfach verboten werden müsste, solche Löcher an Menschen zu vermieten. Und dafür deutlich mehr Miete zu verlangen, als in der Gegend üblich, das finde ich schon dreist; Und das ist nur dem Umstand geschuldet, dass es immer wieder Studenten gibt, die keine andere Möglichkeit haben.


    Aber das geht nun langsam etwas am Thema vorbei :D

  • @ Jan Andre Rudolph


    Wem wollen Sie eigentlich dafür verantwortlich machen, daß Sie sich keine ordentliche bzw. moderne Wohnung leisten können?

  • Banane, lies doch bitte vor dem Kommentieren.


    Wie ich bereits erwähnt habe, habe ich hier inzwischen eine vernünftige Wohnung, die zudem günstiger ist. Und ich rede nicht von unmodern, sondern von unzumutbar.


    Aber vielleicht bin ich tatsächlich verwöhnt, wenn mein Anspruch auch nur ein Stück höher ist, als der bloße Ausschluss einer konkreten Gesundheitsgefährdung. Ich meine, wer lebt nicht gerne mit einer Toilette, die von einem Stück Klebeband zusammengehalten wird?


    Da meine Frage aber schon mit dem ersten Post geklärt wurde, ist dies meine letzte Antwort zu diesem Thema.

  • Wie ich bereits erwähnt habe, habe ich hier inzwischen eine vernünftige Wohnung, die zudem günstiger ist.



    Ach da liegt der Hund begraben.:rolleyes:

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
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    Gruß anitari