Vermieter mahnt nach über 3 Jahren Mietrückstände an...

  • Der Fall ist sehr speziell. Ich hatte bis 31.12.2011 einen Gewerbemietvertrag über diverse Räumlichkeiten. Alle Räume sind geräumt worden bis auf eine Fläche in einer Halle, die untervermietet war an eine Bauunternehmung als Baulager. Durch Undichtigkeiten im Dach der Halle gab es beträchtliche Wassereinbrüche im Baulager (alles stand unter Wasser), wodurch alle Werkzeuge und Materialien zerstört worden sind. Da es zwischen Hausverwaltung und Mieter (Bauunternehmer, der auch mein Lebenspartner ist) zu keiner Einigung gekommen ist, was die Beschädigung des Lagers anbelangt, wurde dieses nicht geräumt; es gab hierzu eine mündliche Vereinbarung zwischen Hausverwaltung und Bauunternehmer; Räumung nach Lösungsfindung. Nun habe ich im April 2015 eine Mahnung über Mietrückstände von über 7000 Euro per normalem Brief geschickt bekommen. Mein Partner hat daraufhin eine Rechnung über die zerstörten Materialien und Werkzeuge gestellt. Der Vermieter reagiert nicht auf die Rechnung und das Schreiben meines Partners, sondern schreibt weiter Mahnungen an mich und droht nun mit Inkasso. Ich habe keinen Mietvertrag mehr mit dem Vermieter, da ich zu Ende 2011 gekündigt hatte. Darf der Vermieter das?
    Hatte jemand schon mal einen ähnlichen Fall?

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  • Nun, wenn nicht die gesamte Fläche zum 31.12.2011 an den Vermieter zurückgegeben wurde, kann er ab dem 01.01.2012 Nutzungsentschädigung verlangen. Forderungen für das Jahr 2012 verjähren erst mit Ablauf des 31.12.2015. Insofern kann eine Nutzungsenschädigung für die Räumlichkeiten für 2012 noch geltend gemacht werden, wenn Sie die Räumlichkeiten nicht komplett zurückgegeben haben. Ob Sie die Räumlichkeiten an irgendjemanden untervermietet haben spielt da keine Rolle, da Sie der Hauptmieter waren und die Räumung zu verantworten haben.

    Zur Person:
    - Immobilienverwalter in Berlin (Wohn- und Gewerbeeinheiten, WEG-Verwaltung, SE-Verwaltung, Zwangsverwaltung)
    - Objektbuchhalter (Mietenbuchhaltung, Debitoren/Kreditorenbuchhaltung, Umsatzsteuer, Reporting, Abrechnung)
    - Ausbilder
    - freier Dozent an privaten Bildungsträgern für Rechnungswesen / WEG / Mietrecht / öff. Baurecht (Bauplanungsrecht)

  • Hallo AndreasC1977,
    Vielen Dank für Ihre natürlich für mich nicht erfreuliche Antwort. Spielt es denn gar keine Rolle, dass durch unzureichende Pflege der Mietsache durch den Vermieter das Inventar des Lagers komplett zerstört worden ist?
    Muss man als Mieter sich das so gefallen lassen?
    MfG bpa.

  • Nur wenn der Vermieter Dein Inventar vorsätzlich hat zerstören lassen, hast Du Anspruch auf Entschädigung.
    Ansonsten ist für das Inventar der Mieter bei Wohnraum deren Hausratversicherung, bei Gewerbe deren Inventarversicherung zuständig. hat der Mieter so eine Versicherung leichtsinnigerweise nicht, muss er mit den Konsequenzen leben.


    Man muss dem Vermieter also grob fahrlässiges oder vorsätzliches Handeln nachweisen können, um einen Schadensersatz zu erhalten. Z. B. wenn Sie ihm nachweislich (Einschreiben, Botensendung) mitgeteilt haben, dass das Dach undicht ist und Mangelbehebung gefordert haben, er jedoch nicht reagiert hat. Da könnte man aber auch wiederum gegenargumentieren, dass, wenn Sie von dem Zustand des Daches gewusst hatten, Sie das Inventar nicht in Sicherheit gebracht haben (Schadensminderungspflkicht).


    Ich tendiere deshalb dazu, dass Sie den Schaden an Ihrem Inventar selber zu verkraften haben.

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