Teil der Kaution einbehalten wegen Streichen der Wohnung

  • Guten Tag miteinander,


    ich bin Ende letzten Monats aus meiner alten 3er-WG ausgezogen, in der ich 1,5 Jahre gewohnt habe. Die Vermieterin ist recht geschäftstüchtig und hat standardmäßig bei Auszug eines der WG-Mitglieder einen Teil der Kaution einbehalten. Dieser variierte je nach Mietdauer und Verhandlungsgeschick. Bei meinem Auszug wollte Sie nun 80 Euro dafür einbehalten, dass der Rest der Wohnung (nicht das eigentliche Zimmer!) von einem Maler mit professioneller Malerfarbe (teuer!) gestrichen werden würde und Sie dies anteilig nach Mietdauer auf die Mieter umlegt. Nun verhält es sich so, dass zum einen die sehr kleine Wohnung (max. 20 m² Wohnbereich) seit Ewigkeiten nicht mehr gestrichen würde (mindestens 3 Jahre) und zum anderen beim Auszug des nächsten WG-Mitglieds die WG aufgelöst werden soll, da sie grundlegend saniert bzw. renoviert werden soll (komplett neue Küche und Bad).
    Ich war im ersten Moment etwas überrumpelt und habe mich von ihr bequatschen lassen und sie schließlich von 80 Euro auf 60 Euro runtergehandelt. Sie hat mir irgendeinen Wisch in die Hand gedrückt, den ich ihr sogleich unterschreiben musste und da ich etwas unter Druck stand habe ich das blöderweise auch getan. Von diesem Zettel habe ich bis heute keine Kopie erhalten.


    Nach Internetrecherche und Gespräch mit meiner neuen Vermieterin bin ich nun der Meinung, dass es nicht (mehr) rechtens ist, einen Teil der Kaution hierfür einzubehalten. Ich dachte zwar im ersten Moment, dass 60 Euro für Nicht-Streichen-müssen des Zimmers okay sind aber scheinbar muss man ja selbst das nicht mehr machen als Mieter.


    Nun meine Fragen an euch Experten:
    Sollte ich die Vermieterin diesbezüglich nochmals kontaktieren oder hat sich die Sache schon erledigt, weil ich etwas unterschrieben habe? Kann dieses Formular rechtlich überhaupt wirksam sein?
    Wenn ich Sie nochmals kontaktieren sollte, wie könnte ich argumentieren bzw. welche Mittel habe ich, ohne einen Rechtsstreit anzufangen?


    Vielen Dank im Voraus und freundliche Grüße
    Yannik

  • Hallo yannik123,
    Du hast unterschrieben - ob Du eine Kopie hast oder nicht, ist rechtlich irrelevant.
    Es ist Dir selbst überlassen, wegen eines zweistelligen Eurobertags ein dreistelliges Kostenrisiko einzugehen.

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung als Mieter und Vermieter, keine Rechts- oder Steuerberatung.


    Es grüsst Berny, der keine PMs entgegennimmt..

  • Hallo,


    Zitat

    Sollte ich die Vermieterin diesbezüglich nochmals kontaktieren oder hat sich die Sache schon erledigt, weil ich etwas unterschrieben habe?


    Korrekt! Hat sich aufgrund dieser "Individualvereinbarung" erledigt.
    Hättest Du diesen Zettel nicht unterschrieben, hättest Du den Betrag theoretisch zurückfordern können. In der Praxis hätte das vermutlich nicht funktioniert, da sich vermutlich kein Richter dieser Welt mit einem Streitwert von 60,00 EUR beschäftigt.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • ich würd auch eher 60 Euro zahlen als zu streichen, auch oder grade mit Billigfarbe für 10 Euro musste eh 2 mal drüber. KOmmt noch Rolle, Pinsel, Klebeband, Abdeckfolie etc dazu. da biste paar Stunden dran, mit abkleben . einmal drüber, trockenen, dann wieder drüber.


    geh Kellnern in der Zeit die du zum streichen brauchen würdest, haste nachher sogar noch plus in der Tasche


    Gegen angehen nur per Anwalt und Gericht, lohnt in keinster Weise auch wenn du Recht bekommen solltest.