Eigene Wohnung zu klein für Mietspiegel?

  • Hallo zusammen,
    meine Miete (kalt) in Hamburg soll von 305 auf 312 Euro erhöht werden. Das ist 5 Jahre nach dem Einzug die erste Erhöhung. Ich weiß, ist gering, aber: Die Wohnung hat insgesamt nur 20,8qm, derzeit sind das 14,6 Euro/qm, es sollen 15 Euro/qm werden. Laut Hamburger Online-Mietspiegel sollte eine Wohnung in meiner Straße (gleiches Baujahr, ab 25qm) maximal 10 Euro/qm kosten. Der Mietspiegel weist aber nur Zahlen für Wohnungen ab 25qm aus, meine Wohnung ist ja kleiner. Kann ich die Erhöhung dennoch ablehnen, mit der Begründung, dass das laut Mietspiegel bereits jetzt eindeutig zu teuer ist?


    Der Vermieter begründet damit, dass es im gleichen Wohnhaus drei andere gleichgroße Wohnungen gibt, die bereits 15 bzw. sogar 15,6 Euro/qm bringen..


    Danke für eure Einschätzung! Mein Plan derzeit ist, diese Erhöhung abzulehnen, mit Verweis auf Mietspiegel..


    Daniel


    PS: Erneuert hat der Vermieter bei mir noch nie irgendwas. Die Fenster sind seit dem Bau in den 70ern zB nie erneuert worden, etc.. der Vermieter ist ein dänisches Immobilienunternehmen.

  • Zitat

    Der Vermieter begründet damit, dass es im gleichen Wohnhaus drei andere gleichgroße Wohnungen gibt, die bereits 15 bzw. sogar 15,6 Euro/qm bringen..


    Das dürfte als wirksame Begründung für die Mieterhöhung ausreichen.


    Zitat

    PS: Erneuert hat der Vermieter bei mir noch nie irgendwas.


    Das hat mit Mieterhöhung bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete nichts zu tun.

    Was ich hier schreibe ist lediglich meine Meinung, resultierend aus Erfahrungen und etwas angelesenem Wissen.
    ____________________________________________________________________________
    "Sie hören von meinem Anwalt" ist die erwachsene Version von "Das sag ich meiner Mama":p

    Gruß anitari

  • Ich schließe mich anitari an. Eine Erhöhung kann auch durch Nennung von Vergleichswohnungen erfolgen. In dem Fall gibt es wohl auch keine andere Möglichkeit, wenn der Mietspiegel deine Wohnungsgröße nicht ausweist.


    Modernisierungen und Instandsetzungen sind auch unerheblich. Es geht um den allgemeinen Ausstattungsgrad.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • kann mir ja keiner erzählen dass eine wohnung mit 25qm in meiner straße 30 Prozent günstiger pro quadratmeter sein soll als meine, die nur ein fünftel kleiner ist als die ausgewiesenen

  • Aber ist der Mietspiegel nicht deutlich wichtiger und offizieller?


    Nein. Der Mietspiegel ist lediglich ein Richtwert, keine Vorschrift.


    Der Vermieter kann zwischen 4 Begründungen wählen.


    1. Mietspiegel
    2. Auskunft aus einer Mietdatenbank
    3. ein mit Gründen versehenes Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen
    4. vergleichbare Wohnungen; hierbei genügt die Benennung von drei Wohnungen.


    Dein Vermieter hat sich nun mal für Nummer 4 entschieden.


    Der Plan die Mieterhöhung abzulehnen bzw. ihr nicht zuzustimmen wird nach hinten los gehen. Der Vermieter wird Dich auf Zustimmung, und somit Zahlung der erhöhten Miete, verklagen.


    Du hast natürlich auch die Möglichkeit nicht zuzustimmen und stattdessen von Deinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch machen.

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    Gruß anitari

  • Was wäre, wenn ich in meinem Haus auch 3 Wohnungen nenne, die aber günstiger sind als die 3, die der Vermieter nennt? Es gibt im Haus nämlich 80 Wohnungen


    Das ist egal. Es geht hier lediglich um Obergrenzen. Solange es drei vergleichbare Wohnungen gibt, die teurer sind, kann der Vermieter den Preis nach oben anpassen.


    Zitat

    kann mir ja keiner erzählen dass eine wohnung mit 25qm in meiner straße 30 Prozent günstiger pro quadratmeter sein soll als meine, die nur ein fünftel kleiner ist als die ausgewiesenen


    Solange hier kein Wucher vorliegt wirst Du dagegen wenig unternehmen können.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Der Vermieter kann zwischen 4 Begründungen wählen.
    1. Mietspiegel
    2. Auskunft aus einer Mietdatenbank
    3. ein mit Gründen versehenes Gutachten eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen
    4. vergleichbare Wohnungen; hierbei genügt die Benennung von drei Wohnungen.


    Hast die Nummer 5 vergessen: Geldgier.

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung als Mieter und Vermieter, keine Rechts- oder Steuerberatung.


    Es grüsst Berny, der keine PMs entgegennimmt..

  • ich hoffe ihr seid nicht von der vermieterlobby:P aber okay, danke


    Das hat nicht mit Mieter oder Vermieter zu tun, sondern mit geltender Rechtsprechung, und Erfahrung in der Sache. Davon abgesehen wird es sich kaum für dich lohnen über diese Beträge um die es hier geht tatsächlich Prozesse zu führen. Im günstigsten Fall wird man sich dann irgendwo in der Mitte treffen, und jeder bezahlt seine Anwälte. Prost Mahlzeit, da wirst du wohl nur was von haben wenn du die nächsten 40 Jahre da wohnen bleibst.:rolleyes:

  • ich hoffe ihr seid nicht von der vermieterlobby:P aber okay, danke


    Schreib' doch dem Vermieter, dass Du gerne bereit bist, auf 15,01€/m2 Mietfläche zu erhöhen, da es Dir ein Bedürfnis ist, sie glücklich zu wissen.

    Hier äussere ich stets nur meine Meinung als Mieter und Vermieter, keine Rechts- oder Steuerberatung.


    Es grüsst Berny, der keine PMs entgegennimmt..

  • Aber ist der Mietspiegel nicht deutlich wichtiger und offizieller? Man..
    Aber danke dennoch erstmal


    Hallo,


    Es ist wirklich unglaublich. Du hast eine Wohnung in Hamburg für 305 Euro und wenn es nach 5 Jahren 7 Euro (das sind 2,3%)mehr werden sollen, tust du so als ob du betrogen wirst.


    Hast du den Mietspiegel nicht verstanden? Er gilt für Wohnungen ab 25qm und die hast du nicht. Aber stelle ruhig auf stur und bringe deinen Vermieter dazu dich zu verklagen. Dann hast du die Kosten des Rechtstreit auch noch zu tragen. Dafür hättest du aber beinahe 7Euro/Monat gespart.


    Mach doch mal die Augen auf und schaue dich auf dem Wohnungsmarkt um. Dann kannst du deinem Vermieter eine Dankeskarte schreiben, dass er nicht noch mehr nimmt.


    Gruß
    H H

  • Naja.. kurz nach der Erhöhung kam auch ein Brief mit der Info, dass das Unternehmen die Wohnung auch verkaufen will. Also für mich ist das sehr offensichtlich, dass die Miete jetzt nochmal schnell auf 15 €/qm hochgepusht werden soll, damit sie beim Verkauf mehr verlangen können. Ich sehe da nicht die Notwendigkeit einer Dankeskarte bei 412 Euro Warmmiete für 20,8 Quadratmeter mit 30 Jahre alten Fenstern..

  • Naja.. kurz nach der Erhöhung kam auch ein Brief mit der Info, dass das Unternehmen die Wohnung auch verkaufen will. Also für mich ist das sehr offensichtlich, dass die Miete jetzt nochmal schnell auf 15 €/qm hochgepusht werden soll, damit sie beim Verkauf mehr verlangen können. Ich sehe da nicht die Notwendigkeit einer Dankeskarte bei 412 Euro Warmmiete für 20,8 Quadratmeter mit 30 Jahre alten Fenstern..


    Die Notwendigkeit für Dankeskarten sehe ich auch nicht, gleichzeitig sehe ich das ähnlich wie du. Würde ich evtl. übrigens genau so machen, wenn es für die Mieterhöhung eine Rechtsgrundlage geben würde, und sehe da eigentlich auch nichts kritikwürdiges drin.
    Der VK will halt einen möglichst hohen Preis erzielen, und da spielt die Mietehöhe eben eine Rolle.