Beiträge von Schweinchenfan

    Es steht dir frei, dies gerichtlich zu erstreiten. Oder einfach weiterhin zu probieren, man sollte nur mal mit der Haftpflicht abklären, ob die das als Vorsatz sehen würden, wenn damit das Gebäude in Brand gerät. Mich persönlich würde hier der Ausgang sehr interessieren. Faktisch raten alle bekannten Organisationen davon ab, das Auto standardmäßig an der Steckdose zu laden, üblicherweise werden die Ladeziegel als Notfallgeräte beschrieben, und man hat ins BGB aufgenommen, dass man einen Anspruch auf Installation einer Ladeeinrichtung hat. Ob dann ein Gericht urteilen würde, dass Mieter grundsätzlich im Sinne einer vertragsgemäßen Nutzung der Wohnung davon ausgehen können, dass jede Steckdose uneingeschränkt zum Laden von Elektroautos mittels Ladeziegel geeignet ist, wäre doch eine spannende Frage.

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    Zur Illustration: zwischen 0 und 3:00 Uhr hat das Auto mit 3,5 kW geladen


    Zwischen 10 und 15 Uhr liefen:

    - 1,5 h Brot-Backen bei 250°C

    - Spülmaschine

    - 2 Waschmaschinen gleichzeitig

    - 1 Wäschetrockner

    - und Mittagessen aufwärmen.


    Wie du siehst, ist da die Belastung auf eine Leitung nicht ansatzweise vergleichbar mit dem Laden des Autos, nicht einmal wenn jede Menge gleichzeitig in Betrieb ist.

    Er hat mir gesagt das es kein Problem sei, da man ja davon ausgeht das alles nach VDE geprüft ist bei dem Bau.

    Es gilt aber grundsätzlich erst einmal der Stand der Technik beim Bau, Altanlagen haben weitgehend Bestandsschutz. Wenn die Elektrik also z.B. aus den 60igern oder gar noch älter ist, dann kann würde ich nicht davon ausgehen, dass diese Installation für einen solchen Ladevorgang ausgelegt wurde. Man kann keinesfalls davon ausgehen, dass die Elektrik dem heutigen Stand entspricht, wenn das Haus älter ist. Es gibt keine Pflicht, nachzurüsten.


    Zum Kommentar, was dein Kollege sagt, was eher zum Brand führt: das sehe ich gar nicht so. Der Ofen ist aus gutem Grund einzeln abgesichert und spielt keine Rolle, der ist völlig unabhängig. Eine Spülmaschine zieht keineswegs durchgehend die Leistung, sondern hat üblicherweise sehr kurze Peaks bei etwa 2500 W im Intensivprogramm. Da ich ein Energiemanagementsystem habe, kann ich das sehr genau sagen. Sobald eine übliche Sicherung mit mehr als 3,6 kW belastet wird, sollte sie rausfliegen. Aber diese hohen Leistungen hat man i.d.R nur sehr kurzzeitig und auch beim gleichzeitigen Betrieb mehrere Geräte tatsächlich nur selten, einfach weil die nicht gleichmäßig ziehen. Du willst dagegen beim Autoladen über mehrere Stunden hohe Leistung abrufen, das ist etwas ganz anderes. Nicht umsonst werden beim Anschluss von dreiphasigen 11kW- Wallboxen (3x 3,6kW- also quasi 3x Steckdose) 6mm2 empfohlen, mind. aber 2,5mm2. Selbst das dürfte deine Steckdose am Balkon zu 99% nicht haben. Selbst wenn du nur mit 13 A laden willst, ist das eine deutlich höhere Belastung als übliche Haushaltsverbraucher.


    Wir hatten in unserem Haus Elektrik aus dem Baujahr 1913 gefunden sowie im Anbau aus den 60igern. Nichts davon wäre auch nur ansatzweise für das Laden eines Elektroautos geeignet gewesen, trotzdem hätte es keine Pflicht gegeben, diese Anlagen zu erneuern, bis wir umfassende Sanierungsmaßnahmen durchgeführt haben.


    Aus meiner Sicht kann man bei Bestandsbauten keineswegs davon ausgehen, dass jede beliebige Steckdose für solche Anforderungen geeignet ist.

    Was genau ist deines Erachtens nicht korrekt an der Abrechnung

    Eine Heizkostenabrechnung verteilt Kosten. Welche Jahresarbeitszahl, welche Energiemenge... spielt überhaupt keine Rolle. Die Stromkosten, die angefallen sind, stehen allerdings nirgends und genau die müssen verteilt werden. Die können nicht errechnet werden, für die muss es eine Rechnung vom Versorger geben. Zudem ist die Rechnung an sich einfach nicht korrekt, denn da stehen auf einer deinen Seite des = kWh, auf der anderen €.

    Darf er wie er sagt keine eigenen Zähler per Wohnung haben?

    Wenn dies im Mietvertrag so vereinbart ist, ja. Die Beheizung mit einer Wärmepumpe bedingt eine Ausnahme von der Heizkostenverordnung und es müssen keine Zähler eingesetzt werden. Eine Abrechnung nach m² ist zulässig, wenn dies so vereinbart wurde.


    Eine korrekte Abrechnung muss er dennoch erstellen. Er hat jedoch insofern recht, dass er die Abrechnung für 2023 erst bis Ende 2024, die für 2024 erst bis Ende 2025 zustellen muss.

    Während meiner Internetrecherche stieß ich auf günstige Strom-Verträge für Luftwärmepumpen. Ist der Vermieter im Rahmen der Pflicht zum Grundsatz der Wirtschaftlichkeit angehalten einen solchen Vertrag für uns Mieter abzuschließen?

    Das ist nicht immer möglich, sondern setzt einen separaten, vom Messstellenbetreiber installierten Zähler für die Wärmepumpe voraus. Erheblich günstiger sind diese Tarife inzwischen in den meisten Fällen auch nicht mehr, sodass es sich oft wegen der zusätzlichen Grundgebühr nicht rechnet. Verpflichtend ist das sicherlich nicht.


    Die Abrechnung der Heizkosten als solche ist hier jedoch nicht korrekt.

    Diese Berechnung ist nicht korrekt. Es müssen die tatsächlichen Stromkosten umgelegt werden nach dem Anteil der erfassten Verbräuche.


    Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Strompreis deutlich höher war als im Jahr davor, je nach Vertrag. Dennoch kann das so nicht berechnet werden, zumal auch unklar ist woher die JAZ kommt. Evtl ist sie aus dem Stromverbrauch errechnet, evtl auch aus der sehr ungenauen Anzeige der Heizung.


    Die 49ct/kWh Strom wären über der Strompreisbremse und die müsste hier berücksichtigt werden.

    Müssen wir es dulden dass die Nachbarin die Möglichkeit hat, jederzeit durch unser Wohnzimmer zu laufen?

    Müssen wir es dulden dass eine uns unbekannte Zahl an Personen die Codes hat und sich jederzeit Zutritt zu unserer Wohnung verschaffen kann?

    Müssen wir es dulden dass die Nachbarin über unser Netz mitsurft?

    Ihr habt die Räume exklusiv gemietet und müsst niemandem jederzeit, auch in eurer Abwesenheit, Zutritt gewähren. Dementgegen steht jedoch der Anspruch der anderen Mietpartei, jederzeit Zugang zum Sicherungskasten zu haben. Wie dies der Vermieter löst? Zunächst einmal sein Problem.


    Selbstverständlich dürft ihr die Codes ändern, genau wie ein Mieter den Schließzylinder tauschen darf. Das würde ich auch umgehend tun, genau wie es sich empfiehlt, Schließzylinder bei Einzug zu tauschen, da man keinerlei Kontrolle darüber hat, wer noch Schlüssel besitzt.


    Wenn es im Mietvertrag keine Vereinbarung gibt, dass ihr für die Nachbarin Internet bereitstellen müsst, müsst ihr das nicht dulden. Selbst wenn, zweifle ich an der Gültigkeit einer solchen Klausel. Auch hier, vermutlich ist der Vermieter dazu verpflichtet, der anderen Mietpartei einen solchen Internetzugang zu verschaffen, aber auch das ist sein Problem und nicht eures. Heute ist ja über mobiles Internet auch bereits viel möglich.


    Was heißt, die Stromversorgung des Apartments hängt an eurem Strom? Sollt ihr auch die andere Partei mit Strom versorgen und darüber in Vorkasse gehen? Auch das wäre nicht zulässig. Habt ihr das geprüft, ob das Apartment einen eigenen Stromzähler und nicht nur einen Unterzähler hat?


    Zusammenfassend muss man hier jedoch sagen: eine einfache Durchsetzung eurer Rechte gibt es hier aus meiner Sicht nicht, denn dazu sind umfangreiche Umbaumaßnahmen erforderlich, die kaum im bewohnten Räumen stattfinden können. Wenn ihr also etwas Zeit habt, solltet ihr hier dringend mit dem Vermieter Kontakt aufnehmen und keine Zeit verstreichen lassen. Die Elektroinstallation baut man nicht einfach so um, zumal man dann auch die neuen Vorschriften einhalten muss und dies möglicherweise große Umbaumaßnahmen an der Elektrik nach sich zieht. Selbst dann ist in einem eigentlichen EFH nicht gesagt, dass das machbar ist. Der neue Zählerschrank darf weder in Wohnräumen, noch einfach so im Treppenhaus (da wird eine Nische benötigt), noch Rettungswege verengen... Wir hatten selbst auch dieses Problem, dass es keinen Kompromiss zwischen Mietrecht (Mieter muss Zugang haben) und Baurecht (Zählerschrank möglichst nah am Hausanschluss und natürlich innerhalb des Gebäudes) gab, der einzige Weg zum Zählerschrank im Keller führt durch unser Treppenhaus, welches aber natürlich Zugang zu allen Wohnräumen bietet.


    Ähnlich sieht das mit dem Internetzugang aus, wobei es hier dann nur um ein Kabel geht, um das sich vermutlich sogar der Anbieter kümmern würde.


    Natürlich könnt ihr auf eure Rechte bestehen, aber das bedeutet zwangsläufig (erheblichen) Ärger mit dem Vermieter und der anderen Mietpartei.

    Wenn mehrere Menschen im Haus Angst haben, dann ist das denke ich schon ein Grund, den der Vermieter nicht ignorieren darf.

    Doch, darf er, muss er sogar, denn es gibt absolut nichts bisher, was diese Angst rational begründen würde. Das kann ein ganz normaler, freundlicher Mensch sein wie alle anderen auch. Selbst wenn er Ausländer vielleicht nicht mag, dann ist das zu akzeptieren, Stichwort Meinungsfreiheit. Jeder darf glücklicherweise in Deutschland selbst entscheiden, was er trägt und welche Meinung er vertritt, solange er damit niemanden anderen (objektiv!!!) einschränkt, gefährdet usw. Auch eine rechte Gesinnung ist nicht verboten.


    Euch allen bleibt es unbenommen, aus dem Haus auszuziehen, das ist euer gutes Recht. Es ist jedoch nicht euer Recht, zu entscheiden, wer ins Haus einzieht, welche Meinung er vertritt, welche Kleidung er trägt oder welchen Besuch er empfängt, das geht euch absolut nichts an und, bis auf das erste, auch nicht den Vermieter.

    Ist das Vorgehen grundsätzlich zulässig?

    Nein, das ist grundsätzlich nicht zulässig. Eine Mieterhöhung nach Verbraucherpreisindex ist nur dann zulässig, wenn es so im Mietvertrag vereinbart ist und dann geht auch ausschließlich das. Dann ist der Mietspiegel irrelevant.


    Wenn nichts zu Mieterhöhungen vereinbart ist, dann kann bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete erhöht werden. Diese kann z.B. aus einem Mietspiegel ermittelt werden. Wenn der nun schon älter ist, dann ist das Pech des Vermieters. Er könnte die Miete auch über ein Gutachten oder Vergleichswohnungen erhöhen, was jedoch aufwändiger ist als der Verweis auf den Mietspiegel.

    Ohne den Wortlaut zu kennen, ist das nicht zu beurteilen. Sind die 15% Zuschlag für den Garten im Mietspiegel als Kategorie aufgeführt oder woher kommt diese Zahl?


    Wenn das ein separater Zuschlag im Mietspiegel ist, würde ich annehmen, dass die auf den Mittelwert noch oben drauf kommen und das Ergebnis am Ende höher liegen kann als die Spanne. Die Spanne ist i.d.R. dazu da, um Merkmale abzubilden, für die es keine eigene Einordnung gibt. Besonders hochwertige Böden, hochwertige Küche, barrierefreies Bad, besondere Lage...(wenn das nicht einzeln berücksichtigt wird). Aber dazu müsste man den Mietspiegel genau lesen und prüfen, wie der aufgebaut ist. Das kann man allgemein nicht sagen.

    Oben im Dachgeschoss gibt es noch eine Wohnung, allerdings ist diese nicht vermietet

    Wenn das eine abgeschlossene Wohneinheit ist, die eigenständig nutzbar ist, dann würde das Haus aus der Ausnahmegenehmigung heraus fallen, denn dann ist das kein Zweifamilienhaus mehr. Damit hätte man schon eher Möglichkeiten. Die Frage ist, ob diese Wohnung überhaupt als solche genehmigt wurde und was passiert, wenn das nicht der Fall ist.


    Wenn man hier rechtlich vorgehen will, dann sollte man sich mit einem versierten Anwalt abstimmen. Denn hier treffen Mietrecht und Baurecht zusammen und dabei werden relevante Ausnahmeregelungen tangiert. Die schon angesprochene Ausnahme von der Pflicht zum Heizungstausch, aber auch im Hinblick auf §573a, nach dem ein Vermieter in einem Zweifamilienhaus ohne Angabe von Gründen das Mietverhältnis kündigen kann.

    Energieeinsparverordnung müsste diese Heizung nach spätestens 30 Jahren ausgetauscht werden). Unsere Vermieterin und wir bewohnen dieses Zweifamilienhaus.

    In dieser Konstellation könnte eine Ausnahme vorliegen, in der die Heizung nicht getauscht werden muss, wenn die Vermieterin da mindestens seit 2002 dort als Eigentümer wohnt.


    Ein Urteil des BGH (Urteil v. 10.10.07, Az. VIII ZR 261/06) sagt, dass eine veraltete Heizung kein Mangel ist.

    Es kommt auf die Gründe an, warum die Hausverwaltung keine Abrechnung erstellt hat. Hat sie es einfach nur nicht geschafft, hat der Vermieter das zu vertreten, wenn er nicht nachweisen kann, dass er absolut alles getan hat, um die Abrechnung zu erstellen. Das müsste man dann im Einzelfall sehen. Mal nachfragen bei der Hausverwaltung reicht sicherlich nicht. Es ist auch nicht so, dass der Vermieter "abhängig" wäre von der Hausverwaltung. Er zahlt sie dafür, ja, aber er hat entweder alle Unterlagen selbst oder kann sie bei der Verwaltung einsehen und dann auch selbst die Abrechnung erstellen.

    Hat dir der Eigentümer zum Nachweis der Kosten seine Hausgeldabrechnung mitgeschickt? Im Normalfall wird das so gemacht. Dort steht auch der MEA. Warum zweifelst du an, dass der MEA korrekt ist?


    Einen offiziellen Nachweis gibt es nur im Grundbuch und in der Teilungserklärung, aber ob du dort ein Recht auf Einsicht hast, kann ich nicht beurteilen.

    Der neue Eigentümer kann erst kündigen, wenn er im Grundbuch steht, das dauert nach dem Verkauf i.d.R. noch ein paar Monate.


    Danach gelten die Fristen gemäß § 573c BGB und liegt in deinem Fall (Mietdauer zwischen 5 und 8 Jahren) bei 6 Monaten. Eine Ausschlussfrist für Eigenbedarfskündigungen gibt es nur, wenn die Wohnung erst nach deinem Einzug in eine Eigentumswohnung verwandelt wurde, dann gilt eine Ausschlussfrist von 3 Jahren bzw. je nach Region bis zu 10 Jahren. Das sind aber Ausnahmefälle.