Beiträge von darkshadow

    Die Rücknahme einer Kündigungserklärung - die Zugegangen ist - ist nicht mehr möglich. Möglich ist nur eine Anfechtung, aber die scheidet nach den genannten Gründen aus.

    Die Frage ist, wer hat die Kündigung erklärt. Denn als Vermieter ist die Kündigung an besonderen Anforderungen geknüpft. Soweit ich es verstanden habe, wurde hier durch den Vermieter gekündigt. Ob jetzt auf Veranlassung des Mieters ist unerheblich. Es steht "Wir kündigen Ihnen". Das macht auch eine Umdeutung in ein Aufhebungsvertrag sehr schwierig.

    Die Gründe der Kündigung sind anzugeben, die fehlen hier aber. Es hätte drin stehen müssen, das auf den Wunsch des Mieters die Kündigung ausgesprochen wird. Jetzt wird es durchaus schwierig die Kündigung durchzuboxen. Wenn der Mieter alles abstreitet sieht es schlecht aus. Auch die Unterschrift auf der Kündigung ist schwierig.

    Der sicherere Weg wäre jetzt nur die nochmalige Kündigung, wenn die Voraussetzungen vorliegen. Eventuell liegen auch die Voraussetzungen für eine erleichterte Kündigung vor, wo sich die Frist aber entsprechend verlängert.

    Nachtrag:
    Die Frist wäre möglich, wenn entsprechend abgesprochen und beweisbar ist, sieht auch hier schlecht aus.

    Die Beweislage ist wirklich schwierig.

    Nach dem Günstigkeitsprinzip muss diesmal der Mieter die Auflösung des Mietverhältnisses beweisen. Denn das ist die Voraussetzung für den Rückzahlungsanspruch. Jetzt bleibt die Frage, ob er es beweisen kann.

    Bei der Absprache mit dem Vermieter war wohl keine Zeuge da, das kann er also nicht beweisen. Indiz hier, die ausbleibende Miete und fehlende Mahnungen, aber mehr als ein Indiz ist das nicht. Aber man könnte argumentieren, das die Wohnungsübergabe als Aufhebungsvertrag zu interpretieren ist. Da gibt es sogar mehrere Zeugen. Das Problem dabei ist, ob sich wirklich darüber geeignet worden ist. Denn nur weil jemand seine Sachen packt und sogar den Schlüssel zurück gibt, heißt es nicht, das der Vermieter den Mietvertrag auch aufheben sollte. Also auch durchaus schwierig und alles andere als eindeutig.

    Das er jetzt die Miete von dir nachträglich einklagt ist unwahrscheinlich. Denn sobald ein Nachmieter vorhanden ist, bis du von der Mietzahlung befreit nach §567 BGB. Oder auch wenn er hätte ein Nachmieter finden können.

    Fazit: Ein Prozess ist mit Risiken behaftet. Sich also lieber vorher beim Mieterschutzbund beraten lassen (kann sofort nach dem Beitritt, es gibt keine Wartezeit) oder das Risiko nicht eingehen.

    Die entscheidende Frage ist hier, ob das Mietverhältnis wirklich beendet worden ist.

    Eine Kündigung bedarf der Schriftform, sonst ist sie unwirksam. Jedoch Bedarf ein Aufhebungsvertrag keiner Schriftform. So das hier eventuell so einer vorliegt. Daran sind aber hohe Anforderungen zustellen. Jedoch spricht dafür, das du ja ausgezogen bist und der Vermieter keine weitere Forderungen gestellt hat.

    Daher hast du Chancen die volle Kaution zurück zu erlangen. Aber das unbedingt vorher mit einem Anwalt klären lassen oder beim Mieterbund eine Beratung einholen.