Beiträge von Fruggel

    Dennoch ist es ein legitimes Angebot, die Wohnung ohne Bodenbelag zu vermieten. Das war ja deine eigentliche Frage. Man müsste dann nur noch schauen, ob die Bestimmungen zur Mietpreisbremse eingehalten wurden. Ob sich ein Mieter finden lässt, der zu Wohnung in dem Zustand und zu dem Preis mietet, ist dann wieder eine andere Sache.

    Man beachte den ersten Satz der Vereinbarung:

    Diese Wohnung können Sie nach eigenem Geschmack gestalten.

    Das bedeutet, der Vermieter verlangt überhaupt nicht, dass man eine Renovierung machen muss. Er kann nicht einen besseren Zustand bei Rückgabe der Wohnung erwarten. Und es ist tatsächlich nicht unüblich, eine renovierungsbedürftige Wohnung zu bekommen. Der Zustand, wie man die Wohnung übernommen hat, ist dann eben so vertragsgemäß. Es ist insofern kein Nachteil. Sicherlich ist die Miete dafür auch günstiger als wie wenn man eine renovierte Wohnung bekommt.

    Ein einzelner Vorfall kann in der Regel eine Kündigung nicht rechtfertigen. Das ist zunächst mal eine Angelegenheit zwischen den Nachbarn, was diese zivil- oder strafrechtlich untereinander zu klären haben. Es liegt einfach in der menschlichen Natur, dass ein Streit mal eskalieren kann. Es muss schon häufiger zu Vorfällen kommen, dass man von Störung des Hausfriedens sprechen kann und davon, dass die Forführung des Mietverhältnisses unzumutbar ist.

    Hallo,


    da wir damals nicht widersprochen hatten, gilt dieser auch für die Zukunft und wir hätten kein Recht den uns genehmen Index auszusuchen

    Dem ist nicht so, dass irgend etwas für die Zukunft als akzeptiert gilt, nur weil man nicht widersprochen hat. Jede Erklärung eines Vermieters darf aufs Neue überprüft werden, auch wenn es sich um den gleichen Fehler handelt wie in der Vergangenheit.

    Unserer Ansicht nach gibt $557b BGB für eine Indexmiete den zu verwendenden Index mit "Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland" klar vor: den allgemeinen Verbraucherpreisindex.

    Das ist korrekt, so will es der Gesetzgeber.

    Ab Juni die Mieterhöhung auf der von uns berechneten Basis des VPI mit bezahlen.

    Was in deinem konkreten Fall das richtige Vorgehen ist, darf ich dir nicht sagen, denn das müsste ein Anwalt durch eine Rechtsberatung entscheiden. Aber im Allgemeinen ist der zitierte Satz das übliche Vorgehen, da man im Sinne des Gesetzes dem Vermieter nicht den Betrag schuldet, den der Vermieter verlangt, sondern den, der sich bei korrekter Berechnung ergibt.

    Hallo,


    ich habe deine neue Frage in dieses Thema verschoben, da es vermutlich um die Mieterhöhung ging, die wir hier schon diskutiert haben. Magst du erzählen, warum du verloren hast bzw. weshalb die Berechnung der neuen Miete doch korrekt war? Hattest du einen Anwalt an deiner Seite?


    Muss ich nach Bezahlung der Kosten Gericht und Gegenanwalt noch mit weiteren Maßnahmen vom Vermieter rechnen?

    Nein, sofern du die neue Miete ab ihrer Wirksamkeit bezahlt.

    Nur was ist, wenn ich nichts finde und die Frist abgelaufen ist.

    Dann solltest du erst mal die nächst beste Wohnung als Zwischenlösung nehmen, auch wenn sie nicht deinen Vorstellungen entspricht, und kannst dann weiter suchen.

    Ich hab da was von Nutzungsentschädigung mal gelesen.

    Ja, es nennt sich dann Nutzungsentschädigung, die Höhe ist aber in der Regel gleich der Miete.

    So wird nicht nur die Klage vom VM abgelehnt, er darf auch alle Kosten tragen.

    Genau diese Schlussfolgerung ist falsch.

    Der Vermieter würde die Klage nur dann verlieren, wenn die Kündigung als unwirksam erklärt wird, weil die Begründung nicht anerkannt werden kann. Ist hingegen die Kündigung wirksam, geht es lediglich nur noch um die Festlegung einer Frist, um dir Zeit zum Auszug zu gewähren. Aber diese Frist ändert nichts daran, dass du schon verloren hast und die Kosten tragen musst.


    Auch hat der Härtefall Widerspruch nach §574 BGB nicht den Zweck, die Kündigung ganz zu verhindern, das geht nur in ganz wenigen Ausnahmefällen. In der Regel wird damit nur ein Aufschub gewährt.


    Denke bitte um, es funktioniert so nicht wie du es dir denkst und das Risisko ist zu groß, dass du Geld verschenkst dabei.

    Solange ich keinen Ersatzwohnraum gefunden habe, können die VM mich ja nicht auf die Straße setzen.

    Oh oh, dieser Gedanke von dir ist sehr riskant. Das kann nach hinten los gehen. Sicherlich kann man den Auszug etwas verzögern. Es wird auch bei Gericht in einer Räumungsklage berücksichtigt, dass man Zeit braucht zum Umzug, weshalb ein Termin festgesetzt wird, bis zu dem man ausgezogen sein muss. Aber das funktioniert wirklich nur vorrübergehend. Irgend wann ist es dein Problem als Mieter, wenn du auf der Straße stehen solltest. Sobald der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, um die Räumung zu vollziehen, ist es zu spät, darüber nachzudenken.


    Im Fall, dass es zur Räumungsklage kommt, hast du dann erschwerend auch noch die Kosten zu tragen, was alles in Allem mehrere tausend Euro ausmachen kann. Schon allein deshalb wäre es gut, sich mit dem Vermieter auf eine Frist zu einigen, bevor er Klage einreicht.

    Du schreibst selber, er hat "nur" eine Wohnung. Also ist dir vermutlich selber schon klar, dass das zu wenig ist, um den Vermieter als Unternehmer einzustufen. Man geht meistens von 5-8 Wohnungen aus, die ein Vermieter haben muss, um als Unternehmer zu gelten, weil er dann so einen Zeitaufwand hat, der das rechtfertigt. Etwas anderes kann gelten, wenn eine Hausverwaltung beauftragt ist.

    Wie soll ich reagieren, wenn er jegliche Rückmeldung meines Anwalts ignoriert?

    Am besten gar nicht. Du solltest dem Anwalt die weiteren Schritte überlassen. Es ist nicht sinnvoll, ohne Absprache mit dem Anwalt etwas zu tun, denn damit kannst du deine eigene Position auch schnell verschlechtern. Wenn der Vermieter nicht kooperiert, dann wird er wohl irgend wann ein Schreiben vom gericht bekommen, und dann ist schluss mit Ignorieren.

    Und muss mein Anwalt ihm plötzlich Einschreiben schicken?

    Das ist durchaus nützlich, wenn man die Vermutung hat, dass die Gegenseite Briefe ignoriert und leugnet, welche bekommen zu haben. Denn dann muss man die Zustellung nachweisen können.

    Der erste Schritt vor allen anderen wäre zu prüfen, ob du als Mieter denn überhaupt die Wartung zahlen musst. Ist das nicht der Fall, hat sich doch alles Weitere erübrigt. Untr Umständen kannst du sogar die bisher gezahlten Gebühren der Wartungen zurück fordern.


    Bei einer Pauschale für die Nebenkosten ist es möglich, dass diese nur für bestimmte Kostenarten gelten soll, während andere Kostenarten abgerechnet werden. Aber das muss sich klar aus dem Vertrag ergeben. Daher lies selbst nochmal nach.


    Wenn der Vermieter etwas von der Kaution abziehen will, dann muss er eine Kautionsabrechnung schreiben, in der aufgeführt ist, welchen Betrag er genau abzieht und für was. Wenn nötig hat man dann auch das Recht, die Belege dazu einzusehen. Versteckt kann der Vermieter also nichts abziehen.

    Muss er mir denn nicht offiziell ankündigen, dass er die Wohnung verkaufen möchte?

    Erst im Zusammenhang mit der Terminvereinbarung. Wenn er einen Besuch ankündigt, dann muss darin auch der Grund des Besuchs stehen, sodass du die Möglichkeit hast zu prüfen, ob dieser Grund ein berechtigtes Interesse darstellt. Letzteres ist bei einem geplanten Verkauf ja der Fall.

    Habe nächste Woche eine Telef. Termin mit dem Mieterschutz.

    Ich vermute, dass man dir dort nicht helfen kann. Denn das Problem, das du beschreibst, hat mit dem Mietrecht direkt nichts zu tun. Sondern hier geht es ja vielmehr darum, ob der Heizöl Lieferant vielleicht betrügen könnte.


    Deshalb ja, sammle Beweise über die tatsächlich getankte Menge, Fotos, Zeugen, was auch immer, und übersende dies an den Verwalter. Er sollte sich normalerweise dafür interessieren und es ist dann seine Sache, sich darum zu kümmern.

    das ich die Originalbelege und Nachweise über die Hausmeistertätigkeit einfordere

    Was der Vermieter verweigern kann, weil die Belegeinsicht in der Regel persönlich zu erfolgen hat, außer man müsste eine unzumutbar weite Strecke fahren.

    Von den geforderten 416 würde ich 150 für den Hausmeister, 26 für Gartenpflege abziehen

    Wie würdest du die Differenz sachlich und im Sinne der Gesetze begründen? (Das ist zwingend erforderlich, wenn man Einwände gegen die Abrechnung geltend machen will)

    das ist immer noch der Wurm drin

    Das reicht nicht aus für die Geltendmachung von Einwänden, nur weil einem die Nachzahlung zu hoch erscheint. Man muss die Fehler konkret benennen. Kann man das nicht, würde ein Gericht die Beanstandung auch nicht gelten lassen.

    Es werden Wartungskosten für Erfassungsgeräte Heizung in Höhe von 200€ auf den Mieter umgelegt

    Wenn es sich um einen Wartungsvertrag zur Eichung handelt, dann ja. Denn die Eichung der Wasserzähler und Wärmemengenzähler ist umlagefähig, und deshalb ist ein solcher Vertrag anerkannt.

    Wo man sich bereichern will ist unschwer zu erkennen

    Ich erkenne das nicht. Denn im Sinne der Gesetze dürfen die Kosten angesetzt werden, die dem Vermieter entstanden sind. Hier geht es also vorrangig darum, ob die Belege des Vermieters übereinstimmen.

    Erst im zweiten Schritt kann man sich Gedanken machen, ob der Vermieter das gesetzliche Gebot der Wirtschaftlichkeit missachtet haben könnte.

    Wenn das Haus nur aus 2 Wohnungen besteht, gibt es eine Ausnahmeregelung, nach der ein Vermieter ohne Angabe von Gründen kündigen kann. Das geht dann allerdings nicht fristlos, sondern mit 3 Monate längerer Frist als normal, also wenn es normal 3 Monate sind, dann werden es 6 Monate Kündigungsfrist. Für eine fristlose Kündigung hingegen braucht es einen wichtigen Grund, das geht nicht so einfach. Es kommt also nun darauf an, was in der schriftlichen Kündigung drin stehen wird.