Beiträge von Leipziger82

    1. Frage: Muss ich die ganze Wohnung weiß streichen obwohl ich diese unrenoviert übernommen habe?

    Ohne jetzt den konkreten Zustand zu kennen, behaupte ich mal, dass Du streichen musst.

    Theoretisch wärst Du aufgrund der unrenovierten Wohnung bei Übergabe von den Schönheitsreparaturen befreit, aber solche bunten Wände gelten - je nach Farbton - als Beschädigung und dafür haftest Du auf jeden Fall.

    Das bezieht sich ggfs. auch auf das Stück fehlende Tapete.


    Mein Tipp: Vereinbare eine Vorabnahme mit dem Vermieter.

    Soll dagegen eine Garage bekommen, normalerweise darf man laut recht darin nur ein Auto abstellen, also wohin mit meinem ganzen Zeug?

    Da kommt es auf die entsprechenden Landesbauverordnungen an. Bei uns werden Garagen gern als Lagerraum verwendet.

    Ein Hausanschlusskasten an der Hauswand wäre doch eleganter oder?

    Für dich vermutlich ja, aber ich denke mal, dass der Vermieter einen Grund für diesen Ort hat.

    Ich würde mich dahingehend einfach in Ruhe mit dem Vermieter zusammensetzen.

    Fakt ist: Wenn Dir ein Kellerraum vertraglich zugesichert wurde, hast Du auch einen Anspruch darauf.

    § 2.1 "Das Mietverhältnis beginnt am 01.12.2018 und läuft auf 10 Jahre. Es kann unter Einhaltung der gesetzlichen Fristen von beiden Parteien gekündigt werden.

    Das macht irgendwie gar keinen Sinn. Entweder befristet ohne Kündigungsmöglichkeit oder man kann fristgemäß kündigen.

    Im Zweifel sind diese 10 Jahre zu vernachlässigen, d.h. es kann gekündigt werden.


    Es gibt aber ein "Aber":


    § 2.3 "Die Parteien verzichten für 5 Jahre auf das Recht zur ordentlichen Kündigung des Mietverhältnisses. Eine Kündigung der Parteien ist erstmalig nach Ablauf von 5 Jahren mit einer Frist von 6 Monaten zulässig."

    Diese Klausel ist vermutlich wirksam, d.h. Du kannst erstmals eine Kündigung nach 5 Jahren, d.h. am 01.12.2023 einreichen. Die Kündigung wird dann frühestens zum 31.05.2024 wirksam.

    Eigentlich ist es ganz einfach: Ihr habt eine unrenovierte Wohnung angemietet, so dass Ihr bei Auszug auch eine unrenovierte Wohnung abgebt. Vorbereitende Maßnahme für spätere Malerarbeiten müsst ihr nicht treffen.


    Wenn es dazu keine Vereinbarung im Protokoll/Vertrag gibt, sollte es aber zumindest Zeugen geben, oder?


    Selbst wenn ihr renovieren müsst, der Vermieter kann keine bestimmten Produkte vorschreiben.

    Ich würde hier den Gang zu einem Fachanwalt empfehlen, der dann ggfs. alle Eventualitäten ausschließen kann.


    Die Berechnungsgrundlage des Vermieter ist auch irrelevant. Es gilt immer die Wohnflächenverordnung.


    Fakt ist, dass eine Abweichung von mehr als 10% eine Mietminderung rechtfertigt. Hier kann Euch aber ein Fachanwalt genau beraten.

    Ich habe leider auch die Angst, dass uns der Vermieter dann wegen "Eigenbedarf" kündigt

    Ein vorgeschobener Eigenbedarf kann für den Vermieter recht teuer werden.

    Leider habe ich keine Versicherung abgeschlossen (finanz. Gründe), weder Haftpflicht noch Hausrat die auch eine Glasversicherung beinhalten können, je Abschluß.

    Nur abschließend und am Rande: Das fehlen einer solchen Versicherung kann Dich ganz schnell in eine Privatinsolvenz oder in Armut stürzen.


    Einer meiner Mieter hatte vor ein paar Jahren einen massiven Abwasserschaden. Das Zeug kam praktisch überall die Wände runter und der komplette Hausrat war Schrott (einschließlich Elektrogeräte). Unser Gutachter hat den Schaden grob auf 40.000 - 50.000 € beziffert, dummerweise war der Mieter nicht versichert und hat fortan erst einmal auf einer Matratze geschlafen.


    Gleiches gilt für die Privathaftpflicht. Hier teilweise Forderungen im Bereich von einer Million EUR entstehen.


    Hausrat- und Privathaftpflichtversicherung bekommst Du als Grundpaket teilweise schon für 3-4 € im Monat.

    Frau X kann sich auch weiterhin glücklich schätzen.


    Wenn ein Erbe in das Mietverhältnis eintritt und das Mietverhältnis kündigt (das ist per Mail übrigens unzulässig), gilt die gesetzliche Kündigungsfrist von 3 Monaten, d.h. schlimmstenfalls hätte der Vermieter auch noch die Mieten für Oktober und evtl. November einfordern können.


    Gleiches gilt übrigens auch für Schönheitsreparaturen/Renovierungen. Je nach vertraglicher Vereinbarung und Wirksamkeit hätte der Erbe das erledigen müssen.


    Und ja: Theoretisch kann man keine Miete mehr verlangen, wenn die Wohnung zurückgegeben wurde und darin renoviert wird.

    Theoretisch könnte der Vermieter bei einem Widerspruch aber auch feststellen, dass die Wohnung gar nicht wirksam gekündigt wurde und jetzt noch die Mieten bis November verlangen.


    Lange Rede, kurzer Sinn: Ich würde das einfach zahlen. Der Vermieter erlässt dem Mieter mindestens eine Monatsmiete und ggfs. die Pflicht der Schönheitsreparaturen.

    Auf dem Brief steht drauf, dass die 2t Anfahrt vom Mieter zu tragen ist.

    ich sag mal so: Wenn Du jetzt schon weißt, dass Du nicht da bist, kannst Du den Termin gegenüber dem Vermieter auch absagen (aber einen anderen Termin vorschlagen).

    Wenn der Handwerker aufgrund der Absage nicht anreist, entstehen auch keine Fahrtkosten und der Fall hat sich erledigt.

    Ergänzend zu den Ausführungen von Schweinchenfan noch der Hinweis, dass ich die Höhe der Minderung von einem Fachanwalt bestimmen lassen würde.


    Als Ansatz können auch Minderungstabellen im Internet dienen. Eine Minderung für einen Balkon hängt unter anderem auch von der Jahreszeit ab. Bei einer Reparaturzeit von 2 Monaten landen wir ganz schnell im kühlen Oktober und damit in einer Jahreszeit, in der ein Balkon höchstens als Kühlschrankerweiterung dient. In dem Fall würde eine Minderung praktisch bei Null liegen.

    Meine Schwester hat vor ca. 4 Jahren eine Wohnung von unserem damaligen Geschäftsführer gekauft. Diese Wohnung war auch damals schon an die GmbH vermietet

    Wenn deine Schwester die Wohnung von ihrem Privatvermögen gekauft hat, steht der GmbH auch keine Gewinnbeteiligung zu. Wie denn auch, wenn die Wohnung gar nicht der GmbH gehört.


    Ich verstehe das eher so, dass deine Schwester die Wohnung von privat gekauft hat. Da muss auch niemand zustimmen.


    Theoretisch könnte man den Spieß doch eher umdrehen: Wenn die GmbH Mieter der Wohnung ist, gibt es hieraus keine Einnahmen, sondern nur Ausgaben, d.h. die Miete.

    Nach zweimaligem Nachfragen (da weiß man dann auch schon woher der Wind weht) kam dann die passiv-aggressive Antwort, dass in der Anzeige (online) ja gestanden hätte Tiere wären nicht erlaubt

    Stand das in der Anzeige tatsächlich geschrieben?


    Ist das rechtens? Was können wir machen?

    Naja, der Vermieter kann eine Tierhaltung nur dann untersagen, wenn er einen guten Grund hat. Ein pauschales Tierverbot ist genauso unwirksam, wie die Vereinbarung, dass bei jedem Tier um Genehmigung gefragt werden muss.


    Eine Kleintierhaltung ist nämlich auch ohne Zustimmung des Vermieters möglich. Dazu gehört aber keine Katze.


    Was ihr machen könnt? Entweder ihr schluckt die Kröte und holt die Unterschriften der Mieter sowie den Nachweis der Versicherung (Die normale Privathaftpflicht sollte das abdecken) oder ihr klagt die Zustimmung des Vermieters vor Gericht ein.

    Es gibt eigentlich keinen Grund, ratlos zu sein, da Fruggel ja alles erläutert hat.


    Dort sagen dei Fotos sind auch wichtig und soll alles ausdrucken und mitschicken.

    Es hat Dir hier ja niemand gesagt, dass Fotos unwichtig sind, sondern es gab lediglich den Hinweis, dass diese vor Gericht (Soweit muss und wird es vermutlich nicht kommen) sehr unsicher sind.

    Deshalb gab es den Hinweis auf die Zeugen.


    Wenn Du also so ein Schreiben an den Vermieter anfertigst (gerne mit Fotos), dann kann es sinnvoll sein, dass dieses Schreiben eben von einem Zeugen unterzeichnet wird.

    Theoretisch kannst Du auch die ganzen Bilder nur per Mail schicken (den Vermieter hier um eine Bestätigungsmail anfragen), die eigentliche Mängelanzeige aber per Einwurf-Einschreiben.

    Ich weiß auch daher nicht, ob das reicht wenn ich dann in der Dokumenation einfach schreibe: "Diverse Flecken und Kratzer im Parkett."

    Ja, das sollte reichen. Wenn dem Vermieter diese Infos zu ungenau sind, wird er sich schon bei Dir melden.

    Ich würde hier "taktisch" vorgehen.

    Lass Dir von deinem Vermieter einfach schriftlich (!) bestätigen, dass es Mietforderungen aus dem Jahr xy gibt, seit 2018 aber regelmäßig die Miete gezahlt wurde.


    Dann könnte er nicht mit irgendwelchen neuen Forderungen kommen.

    Wie gesagt: Vereinbare eine Belegeinsicht, bzw. lass Dir die Preissteigerungen erklären.

    Wir könnten hier nur mutmaßen, was dich aber nicht weiterbringt.


    Einen Mehrwert muss es durch Preissteigerungen ja gar nicht geben. Letztes Jahr habe ich für den Liter Benzin 1,28 € bezahlt, aktuell sind es fast 1,70€.

    Mein Auto fährt deswegen aber auch nicht schneller.


    Die Kosten für Dienstleistungen/Handwerker/Arbeitsmaterialien sind in den letzten Jahren durch die Decke gegangen. Das kann auch hier der Fall sein.

    Alles, was Verschmutzungen sind, die Du auch selbst beseitigen könntest, würde ich dem Vermieter nicht mitteilen.


    Den gesamten Rest aber schon. Da geht es in erster Linie gar nicht darum, welche Mängel der Vermieter noch beseitigt, sondern auch darum, dass diese im Protokoll nachgetragen werden und bei einem späteren Auszug von Dir nicht zu deinen Lasten gehen.

    Kurz und knapp: Nein, kann er nicht.


    Eine Kündigung ist nur aufgrund schwerwiegender Vertragsverstöße (Ruhestörung, Sachbeschädigung, ausbleibende Mietzahlung) möglich.


    Ein Leserbrief oder ein Hinweis an den Nachbarn ist kein Vertragsverstoß.


    Er könnte nur kündigen, wenn ihr mit dem Vermieter zusammen ein Zweifamilienhaus bewohnt. Da es aber wohl andere Nachbarn gibt, ist das sicher auszuschließen.