Vermieter verweigert Schimmelbeseitigung

  • Moin!


    Ende September mussten wir feuchte Stellen an Fenstern feststellen, es gab Wasserflecke und braune Verfärbungen, die von nassem Dämmmaterial stammen. Der Eigentümer wurde sofort informiert, stand einen Tag später mit seinem "Dachdecker" in der Wohnung, um den Schaden zu begutachten.
    Der Dachdecker stellte fest, da ist Wasser unter dem Putz herunter gelaufen, er müsse die Ursache für den Wassereintritt feststellen. Über Wochen passierte nichts. Der Eigentümer wurde seither immer wieder auf das Thema angesprochen, schickt dann zwei seine Handlanger, die an den Rollladenkästen etwas Silikon verschmierten, aber keine Ursachenforschung betrieben "geht uns nix an". Nach dieser Aktion, er selbst wusste nicht einmal, welche Arbeiten durchgeführt wurden, meinte er dazu nur "warten wir mal ab, was passiert". Hiergegen hatten wir protesteiert und zu konkreten Handlungen aufgefordert.
    Bei jeden leichten Regen feuchte Stellen, erneut wurde nichts unternommen. Vermieter immer wieder neu informiert.


    Eines Tages stellen wir leichten Schimmelgeruch fest, unter einem der Fenster ist hinter der Sockelleiste alles feucht und grün mit Schimmel befallen, an ein paar Stellen auch schwarzer Schimmel. Vermieter wurde erneut aufgefordert etwas zu unternehmen.
    "Ich stelle ihnen ein Mittel auf die Treppe", damit für ihn das Thema durch. Wir hatten ihm erklärt, dass es alleine seine Aufgabe ist, den Schimmel von fachlich qualifizierten Handwerken entfernen zu lassen und die sichtbaren Schäden zu beseitigen. Nichts passiert...
    Einen Monat später läuft plötzlich bei leichtem Nieselregen Wasser im Wohnzimmer unter dem Fensterbrett an der Wand herunter. Am benachbarten Flurfenster läuft ebenfalls Wasser von oben herunter, im Flur ist eine kleine Pfütze.


    An der Außenwand sind plötzlich braune Stellen und Muster von den Dämmplatten auf dem weißen Putz zu erkennen. Diese waren drei Wochen vorher nicht zu sehen (es gibt Fotos von damals und aktueller Zustand).


    Seine Pfuschtruppe werkelt einen Tag später am Dach herum, Ich war oben um Fotos zu machen. Wegen handwerklichen Pfuschs lief hier Wasser unter die Dachpappe. Seither scheint es trocken zu bleiben, mal abwarten.....


    Den Schimmel, ca. 2m breiter und bis zu 8cm hoher Streifen hinter der Sockelleiste sieht er sich nicht verantwortlich.

    Selbst Hinweise auf eine mögliche Gesundheitsgefährdung interessieren ihn nicht (der ist Arzt).

    Er meint dazu nur "Sie müssen das Schimmelmittel verwenden und den Schimmel beseitigen". Das Zeug kommt uns nicht in die Bude, da es der Beschreibung nach alles andere als gesund ist.


    Er reagiert in keinster Weise auf Aufforderungen den Schimmel durch _fachlich qualifizierte_ Handwerker beseitigen zu lassen. Wir sitzen seither in einer Schimmelbude.


    Grundsatzfrage: Können wir auf kosten des Vermieters ein Unternehmen zur professionellen Schimmelbeseitigung beauftragen? Irgendwelche Optionen um ihn zu zweigen das Zeug sofort professionell beseitigen zu lassen?

  • Er reagiert in keinster Weise auf Aufforderungen den Schimmel durch _fachlich qualifizierte_ Handwerker beseitigen zu lassen.

    Vielleicht reagiert er auf Briefe und Maßnahmen durch einen Fachanwalt?


    Grundsatzfrage: Können wir auf kosten des Vermieters ein Unternehmen zur professionellen Schimmelbeseitigung beauftragen?

    Theoretisch könnt Ihr eine Ersatzvornahme ankündigen und das selbst beauftragen, hierzu aber "siehe oben".

    Bei solchen Sachverhalten, die schlimmstenfalls eine Gesundheitsgefährdung nach sich ziehen, würde ich einen Fachanwalt konsultieren.

    Ja nach dem, was alles vom Schimmel betroffen ist (Du sprichst von Mustern und Abdrücken an der Außenwand) kann so eine Sanierung mal etliche tausend EUR kosten.

    Meine Antworten beruhen aus meiner persönlichen Erfahrung und stellen keine Rechtsberatung dar.

  • Ich musste das jetzt selbst mit "sehr gesundem Anti-Schimmelspray" wegmachen. Werde evtl. von einem Bekannten, der Wasser- und Brandschäden beseitigt, eine Rechnung erstellen lassen. Der muss sich das Ganze dann nochmals anschauen, da es schwarzen Schimmel unterhalb des Bodenbelags gibt. Dort kommt man nicht ran.
    Außerdem gibt es, was auch mehrfach bemängelt wurde, einen Luftstrom unter dem Zimmerboden der dafür sorgt, dass zeitweise Modermuff aus Spalten und Fugen unter/hinter den Sockelleisten hervor dringt.


    Theoretisch könnt Ihr eine Ersatzvornahme ankündigen und das selbst beauftragen, hierzu aber "siehe oben".

    Hatte ich ihm angekündigt und auch die Dringlichkeit (es schimmelt seit Monaten) begründet. "Ich sehe keine Notwendigkeit eine Firma damit zu beauftragen. Ich zahle das nicht" war die einzige Reaktion dazu. Nicht mal seine Handlanger wollte er schicken. "Sprühen sie das Zeug drauf, Heizen und Lüften sie massiv, dann geht das weg".

  • Irgendwelche Optionen um ihn zu zweigen das Zeug sofort professionell beseitigen zu lassen?

    Auch das kann man im Klageweg machen. Außerdem kann man die Miete mindern, ein Zurückbehaltungsrecht geltend machen etc.


    In welcher Höhe und wie genau, das sollte ihr durch anwaltliche Beratung in Erfahrung bringen.

    Die Richtigkeit oder Vollständigkeit meiner Aussagen sind nicht garantiert und stellen keine Rechtsberatung dar. Meine Aussagen können inkorrekt sein. Man sollte sich darauf nicht blind verlassen und im Zweifel immer einen Anwalt befragen. Bereits Kleinigkeiten können die juristische Sachlage entscheidend verändern.